Racetime – Nachtlauf Dresden + Knappenman

Mein letztes Posting ist schon wieder ein halbe Ewigkeit her und seitdem sieht die Welt schon wieder anders aus.

Nach dem ordentlichen Einstieg in die Wiederaufnahme des Trainings kam doch schnell auch Ernüchterung, dass es mit Kind schwierig durchzuhalten ist. Marino zur Physiotherapie, Sabine, Wohnungsbesichtigungen,… – da vergeht eine Trainingsmöglichkeit nach der anderen und dann ist man in der Woche auf einmal nur einmal gelaufen.

Im Urlaub gab es keine schönen Laufstrecken, aber der Urlaub war dafür ein herrliches Schwimmcamp. Fast täglich den See durchschwommen und so wurden es ca. 11 km in der Woche und vor allem auch ganz viel Ruhe in meinem Schwimmen. Danach hab ich allerdings kein Wasser wieder gesehen.

Am Lauftraining wollte ich trotzdem dranbleiben und so meldete ich mich auch für den Nachtlauf an. Kurz vorher hatte ich dann wieder keine Lust – abends ist echt nicht meine Laufzeit, aber Sabine schupste mich quasi aus dem Haus und das war gut. Ich erwartete nicht viel, zumal bei einem Trainingslauf bei 15 km der Ofen aus war und ich das gehen anfing. Also war meine Zielsetzung die Strecke mit unter 6.00 Min/km durchzulaufen. Einlaufen fand ich viel zu kraftraubend, also ging es gleich so los. Bei km 2,5 war ich in meinem Tempo angekommen bzw. in meinem Pulsbereich und direkt vor mir zwei Frauen scheinbar in exakt dem selben Tempo. Von da an lief ich einfach nur noch hinterher und es lief gut. Bei der zweiten Verpflegungsstation fiel die eine kurz zurück, die andere wartete und ich auch und wir kamen ins Gespräch. Sie wollten auch nur 6.00 Min/km laufen, aber wir waren deutlich schneller unterwegs. Es war schön in die Nacht hinein zu laufen und durch den Lichttunnel durch. In der Höhe der Staatskanzlei (ca. 2 km vor dem Ziel) wurde es für mich schwer zu folgen und ich wollte die beiden ziehen lassen, aber da macht ich die Rechnung ohne sie. Sie peitschten mich vorwärts und schrien mich an dran zu bleiben und so blieb ich bis kurz vor dem Ziel auch dran, obwohl ich fast auf Maximalpuls lief und schließlich mit einer Zeit von 1:13:13 h ins Ziel, was ca. 5:17 Min/km bedeutet. Ich war überglücklich. Das tat richtig gut.

Danach war erstmal Ruhe. Dann gab es wieder ein Training nicht und ein weiteres nicht und auf einmal hab ich mich beim Schlafen ganz sonderlich verlegen, so dass ich mich ab da und leider immer noch mit ziemlichen Schmerzen im unteren Rückenbereich rumquäle. In der ersten Trainingseuphorie hatte ich mich mit zwei Arbeitskollegen aber für den Knappenman als Staffel für die Halbdistanz gemeldet. Wenn ich nur allein gemeldet gewesen wäre, hätte ich abgesagt, aber so war man seinen Mitstreitern schon verpflichtet. Mein Uhr sagte mir zwar „unterfordert“, aber ohne Lauf nach dem Nachtlauf und mit dem kaputten Rücken erwartete ich eigentlich nur die große Katastrophe.

Am Samstag war es dann soweit. Mit dem guten Ergebnis des Nachtlaufes hoffte ich auf einen Halbmarathon unter 2 Stunden, obwohl ich bei der Anmeldung auch von den 6:00 Min/km ausgegangen war und einfach nur dabei sein wollte. Schwimmerin und Radfahrer waren fit und wir passen gut zusammen, jeder ist halt wirklich Spezialist für seine Strecke. Nur dass ich noch ziemlich untrainiert dieses Jahr bin. Aber so hoffte ich insgesamt evtl. die 5 Stunden schlagen zu können. Schwimmen und Radfahren liefen auch fantastisch, doch statt erhofftem Puffer, dass ich mir 2:03 Min oder so gönnen könnte, müsste ich 1:57 h laufen. Bei km 4 war dieses Ziel ziemlich weit weg, bei km 6 noch locker erreichbar, bei km 8 so ziemlich auf Kurs, beim Eintritt in die zweite Runde war ich mir sicher, dass die Strecke nicht stimmen würde – sie wäre deutlich zu kurz. Leider hatte sich mein GPS in der V800 verabschiedet – keine Ahnung warum, aber heute gibt es auf einmal ein Update, welches Probleme beseitigt. Vor Samstag hatte ich damit nie Probleme. Komisch. Am Anfang der zweiten Runde überholten mich zwei Einzelstarter aus unserem Verein und Reiner konnte ich lange in sicherem Abstand folgen. Das motivierte, aber bei km 15 wünschte ich mir doch, ich hätte noch ein drittes Gel dabei gehabt. Gel 1 gab es bei km 5,5, Gel 2 bei km 12. Irgendwie war der Akku leer. Kurz vor der letzten Verpflegungsstation gab es deshalb einen kurze Geheinlage und nochmal kurz vorm Ziel, damit ich mit den anderen strahlend durchs Ziel laufen konnte, denn obwohl die 5 Stunden dahin gingen und auch die 2 h für meinen HM, war ich mit den 2:05 h doch zufrieden. Mehr ist derzeit einfach nicht drin. Zumal das mein deutlich längster Lauf nach dem Trainingswiedereinstieg war. Ich war fertig, aber glücklich.
Satz des Tages war dennoch der, dass man die zwei Kilo, die sich mein Körper wieder dem Wettkampfgewicht genähert hat, bereits sieht.

Jetzt gilt es vor allem regelmäßig laufen zu gehen, meinen Rücken wieder fit zu bekommen und dann ein Tick an der Schnelligkeit zu arbeiten. Die Strecken werde ich nicht so weit erhöhen, dass zum Dresden-Marathon der Marathon drin wäre. Lieber ein solider Halbmarathon als ein gequälter Ganzer.

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4 Antworten zu Racetime – Nachtlauf Dresden + Knappenman

  1. Din schreibt:

    Hallo Ralf, das hört sich nach einem ziemlich guten Plan an! Auch wenn dir einiges an Training gefehlt hat, so sind die Resultate doch in der Tat sehr schön. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Zeit und Spaß für dein Training.

    • Ralf schreibt:

      Danke. Auch wenn es schwierig ist mit 2:05 h zufrieden zu sein, wenn man mal 1:30 h im Visier hatte. Aber das wird schon wieder.

      • Din schreibt:

        Hallo Ralf, ja, das ist natürlich total verständlich. Aber das kommt sicher bald alles nach und nach, wenn du und ihr zusammen einen Rhythmus gefunden habt und du wieder richtig trainierst.

  2. Manu schreibt:

    Alles Gute für den Halbmarathon in Oktober! Wir denken an Dich, wenn wir an dem Tag auf Mallorca laufen! Ansonsten wären wir mit Dir in Dresden gelaufen 🙂

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