Und nun?

Erstmal möchte ich mich bei allen Leuten bedanken, die viel Trost in Ihren Kommentaren, Anrufen oder auch Gesprächen gespendet haben. Es tut schon noch weh es nicht geschafft zu haben, aber ich akzeptiere auch das es einfach nicht mein Tag war.

Die körperlichen Schmerzen klingen langsam ab. Dabei war es aber keine Erschöpfung, sondern die Folgen vom Radsturz und überhaupt vom Radfahren. Mir ging es letztes Wochenende schlimmer als den Tag direkt nach Roth. Die Woche nach Roth war eigentlich alles okay, die ersten zwei Tage hatte ich einen verspannten Nacken, aber sonst war alles okay. Danach merkte ich, dass da nicht nur ein verspannter Nacken war, sondern dass mein ganzer Oberkörper zu einem Betonklotz geworden ist, ich habe mir irgendeinen Nerv wohl eingeklemmt, da der kleine Finger und der Ringfinger der rechten Hand seit dem 14.07. kribbeln (wie eingeschlafen) und meine linke Körperhälfte war doch ziemlich blau. Der Sturz war wohl doch nicht so ganz ohne.
Es ist aber auch gut, dass mich die Schmerzen an die Situation im Wechselzelt in der WZ2 erinnern, so weiß ich, dass ich unbedingt noch eine Sitzanalyse vornehmen lasse. Die Verspanntheit kann nicht nur aus der Verspanntheit im Kopf kommen. Eine Ursache für das Scheitern, aber auch mit einer tollen druckvollen Sitzposition auf dem Rad wäre es noch lange nicht mein Tag gewesen.
Überhaupt, alle Gründe, die ich inzwischen für das Scheitern gefunden habe, sie hätten das Scheitern nicht verhindert und ich habe damit meinen Frieden gemacht – es war einfach nicht mein Tag und das habe ich akzeptiert. Ich habe die Entscheidung für den Ausstieg nicht eine Sekunde bereut und ich würde mich jedes Mal wieder so entscheiden und mich dabei gut fühlen.
Am Dienstag musste ich eh zum Arzt, der hat mich dann wegen meinem Arm/Finger zum Orthopäden geschickt und der hat mal kurz angefasst und mich komisch ausgehoben und schon hat es mehrfach gekracht und mein Rücken war deutlich lockerer, aber ich hatte innerhalb von Sekunden quasi Muskelkater. Leider hat das noch nicht wirklich zum Erfolg bei meinem Finger geführt. Morgen geht es wieder hin.
Die Sitzanalyse wird noch etwas warten müssen, aber auch die wird kommen.

„Entzaubert“ trifft es im Nachhinein wohl wirklich mehr. Der Zauber kam wieder auf, wenn ich mir im Nachhinhein die Aufnahmen im TV angeschaut habe, aber ich sehe jetzt die Bilder kritischer und steigere mich vor allem nicht in den Zauber hinein, der dann nicht eintrifft, sondern sehe es mit meinen eigenen Augen. Trotzdem war es sehr cool in den Einblendungen der Aufzeichnungen meinen Namen zu lesen und Sabine zu sehen. Sowas bleibt auch hängen.

Hängen bleibt auch – und da bewegen wir uns so langsam aus dem tiefen dunklnen Boden nach oben – das ziemlich gute Schwimmen. Klar, mir wurden andere Zeiten vorausgesagt und insgeheim habe ich auch auf ein kleines Wunder gehofft, aber ich wollte 1:45 h schwimmen und bin mit 1:41 h aus dem Wasser. Nach mehrfachen Äußerungen und den Schwimmzeiten der Pros war die Schwimmstrecke evtl. auch etwas zu lang und da noch schneller als gedacht – top. Zumal ich beim Schwimmen mich ja wirklich nur auf die Technik konzentriert hatte und kaum eine Einheit über 2 km hatte. Ich war von Anfang an ruhig und bin gut geschwommen. Klar geht es besser – auch in meinem Niveau – aber es ist Wettkampfsituation und gegenüber Moritzburg waren da Welten dazwischen. Beim Schwimmen war es einfach nur mein Ding und nicht der Kampf gegen Gegner. Dass es nicht gereicht hat, um durchzukraulen, war objektiv betrachtet abzusehen und stört mich insoweit eigentlich nur, dass ich evtl. darin schon ein erstes Scheitern auf der Radstrecke fest mache. 1 km Brust fordert die Beine doch schon ganz schön und hat mir am Ende vielleicht auch gefehlt.
Hängen bleibt auch, dass ich die 180 km Rad einfach mal bewältigt habe und das ich damit auch meine längste Wettkampfzeit jemals bewältigt habe. Klar an dem Tag gab es zig Leute, die es besser geschafft haben, aber ich habe es auch geschafft. Es war meine längste Radstrecke bisher und das nach einer Schwimmeinheit, die es bisher auch erst einmal in meinem Leben gegeben hat. Und auch wenn die Geschwindigkeit deutlich unter dem war, was ich gedacht hatte, so war sie doch höher als in jedem Training und das auf der längsten Radeinheit mit erheblicher Vorbelastung. Also bitte, man möge mir Respekt zollen. 🙂 Im Nachhinein bin wirklich ausgesöhnt mit meiner Leistung. Was mich nur ein bisschen rumtreibt ist der Aspekt, dass ich evtl. zu wenig im Wettkampfmodus war, dass ich evtl. am Anfang zu entspannt auf dem Rad war und gar nicht richtig Druck gemacht habe und wenn ich das gemacht hätte, mein Kopf dann evtl. stärker gewesen wäre. Ändern kann ich es aber eh nicht mehr.

Langfristig gesehen gewinne ich dem Scheitern jeden Tag ein bisschen mehr ab. Ich habe in den letzten zwei Wochen wieder – bis auf eine Radausfahrt – nichts gemacht, jetzt habe ich die Ausrede Regeneration und nicht mehr Tapering, außerdem kommt noch diese Gluthitze dazu. Und es könnte sein, dass ich nach dem erfolgreichen Finish wirklich wieder ziemlich faul geworden wäre – was ich momentan ja auch noch bin – aber die Langstrecke will ich schon noch bewältigen und eigentlich auch so schnell wie möglich. 2014 steht erstmal der kleine Mann im Fokus, aber 2015 könnte man es schon probieren. Dieses Entzaubern von Roth und die Laufstrecke in Frankfurt lässt mich aber auch ziemlich konkret überlegen, dass beim Ironman Germany zu machen. Ich werde mal versuchen eine Gelegenheit herbeizuführen und mir die Radstrecke anzuschauen.
Kurz vor Roth kam auch die Anfrage, ob ich beim Oberelbemarathon 2014 wieder Zeitläufer machen würde und ich habe zugesagt, somit sind ein paar Dinge fest, dass ich das mit dem Sport jetzt nicht auf einmal sein lasse. Es gilt jetzt Lebenskilometer zu sammeln und so ein ruhigeres Jahr bevor dann wieder neu durchgestartet wird, ist bestimmt nicht schlecht. Seit Herbst 2009 gab es bei mir ja eigentlich permanent nur steil bergauf und das kann halt nicht ewig gut gehen.
Konkret geht es dann dieses Jahr auch noch ordentlich weiter. Ich war bis jetzt nur für den Nachtlauf Dresden gemeldet, nun aber wird es noch den Sprint beim Pöhler Triathlon mit mir geben und erneut die Halbdistanz beim Knappenman. Noch nicht gemeldet bin ich für den Dresden Marathon, den ich aber fest im Blick habe, nur will ich da warten, was morgen raus kommt – beim Kinderchirugrischen Concil, wo wir dann hoffentlich eine Prognose und einen Fahrplan für die nächsten Wochen und Monate bekommen.

Traumschuhe

Traumschuhe

Und das Wichtigste 🙂 hätte ich ja fast vergessen. Ich hab es noch geschafft, die tollen Schuhe, die mir in Roth durch die Lappen gingen doch noch zu erstehen. Also, wenn da beim Knappenman keine Bestzeit in der Laufdisziplin folgt, dann weiß ich auch nicht.

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2 Antworten zu Und nun?

  1. Manu schreibt:

    Alles Gute Ralf! Drücke Euch zunächst einmal die Daumen, dass Ihr gute Nachrichten beim Arzt erhaltet und der Rest kommt dann ganz von alleine!

  2. Din schreibt:

    Hallo Ralf, eine sehr schöne ehrliche Zusammenfassung. So kann es ja nur mit der Saison super weiterlaufen. Unglaublich, wie du das wegsteckst.

    Halte euch die Daumen und dir viel Erfolg.

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