Belastungen aushalten oder auch nicht

Nach der intensiven Woche mit dem Trainingslager stand eigentlich Belastungswoche drei auf dem Programm, aber das Programm von letzter Woche noch zu steigern, war nicht möglich, also hieß es Durchhalten und reichlich 13 geplante Trainingsstunden zu absolvieren.

Den Start bildete erneut eine Laufeinheit am Dienstagmorgen. Eigentlich hatte ich mir dabei gar nichts vorgenommen, herausgekommen ist ein schöner gleichmäßiger Steigerungslauf über eine Stunde. Ein kurzen Pulsausreißer nach oben gab es als ich laute strenge Kommandos hinter mir hörte. Kurz zuvor war ich an einer Frau mit ihren beiden Hunden vorbei gelaufen. Sie hatte diese vorbildlich am Halsband festgehalten, aber die Dogge hatte heftig geknurrt als ich sie passierte. Bei den Rufen war mir klar, dass sie die Hunde zu zeitig losgelassen hatte und ich für die Tiere noch nicht in Vergessenheit geraten war, sondern dass die jetzt auf mich zustürmten. Umdrehen – nein Danke. „Langsam langsamer werden“ hatte ich aus den vielen Tipps zu Hundebegegnungen mitgenommen also gesagt getan und schlußendlich kam es auch nicht zum Kontakt. Mein Puls brauchte noch eine Weile zur Beruhigung, ehe er sich dann durch die steigende Geschwindigkeit wieder nach oben bewegen durfte.
Das Schwimmtraining am Nachmittag war dagegen völlig unspektakulär. Ich zog schön meine Bahnen und so langsam scheine ich wirklich den Dreh raus zu haben. Nur die geschwommene Strecke in so einer 45-Minuten-Einheit dürfte ruhig deutlich länger sein bzw. insgesamt auch die Einheit. Ich möchte schon mal noch eine 3 km oder mehr Einheit einbauen.

Nach der Einheit ging dann meine geliebte Polar RCX 5 zum Service. 2 halbe Pixelzeilen hatten sich verabschiedet – sie hat die Belastung wohl nicht ausgehalten. Nun bin ich mal gespannt, wie das läuft und wann ich auf mein gutes Stück wieder zurückgreifen kann. Zum Glück hab ich meinen Vorgänger, die 300 X, nicht abgestossen, sondern meiner Freundin übereignet, so dass ich nun darauf zurückgreifen konnte. Wenn man nicht nur mal kurz rumspielt oder Datenblätter liest, dann spürt man auch die Unterschiede und so nervt es nun, dass ich keine Sportprofile mehr habe und so auch beim Radfahren jeden Kilometer eine Auto-Runde rumpiept. Das nervt aber auch nur, weil man bei der 300 X das Piepen ordentlich deutlich hört, bei der RCX5 muss man sich da ab und an ganz schön anstrengen die Töne wahrzunehmen. Uhrzeit hat man jetzt beim Training auch wieder keine mehr, aber so ingesamt tut es die Uhr auch. Was erst wirklich im direkten Vergleich auffällt ist, dass die GPS-Genauigkeit der RCX5 deutlich höher ist (bei dem momentanten Geschwindigkeit).

Am Mittwochnachmittag hatte ich mir wieder einen halben Tag Urlaub genommen, denn das lange Koppeltraining stand auf dem Programm, soll heißen 3 h Rad und 1:15 h Lauf. Bei der Radeinheit war ich überraschender Weise trotz meiner frühen Startzeit nicht allein unterwegs, sondern konnte die Kilometer wieder mit Daniel absolvieren. Leider lief an dem Tag so einiges schief und so wurde ich erst in den letzten 30 Minuten der Radeinheit so halbwegs entspannt.
Ein Missgeschick im Vorfeld wurde im Endeffekt aber zu einem positiven Test. Nein – nicht Doping, keine Angst. Ich hatte mir einen Drehmomentschlüssel bestellt, damit ich meine Sitzposition vom TT noch anpassen kann ohne dem Rahmen zu schaden. Der war am Mittwoch gekommen und so kurz vor der Ausfahrt dachte ich mir, probiere ich den doch gleich mal aus und stelle meinen Sitz am Rennrad gerade, der war ein winzigen Tick nach links verdreht. Gesagt, getan und schwupps, habe ich kein Klacken gehört sondern auf einmal nur einen heftigen Knall, als die Schraube der Sattelklemme brach. Das trug nicht gerade zur Entspannung bei und ich hatte mich nun mit Daniel verabredet, also blieb mir nix anders übrig als auf das TT umzusteigen. An der Sitzposition vergriff ich mich nun lieber nicht mehr, denn was ich auch probierte, so richtig kam ich mit dem Werkzeug nicht zurecht. Daniel wartete schon auf mich und keine 5 km später flog mir die Aeroflasche mal wieder aus der Halterung. Die halbe Flüssigkeitsreserve war dahin und inzwischen nervte auch schon der Gegenwind. Irgendwie so gar nicht mein Tag. Zwischendurch überlegte ich die ganze Sache abzubrechen, denn ich sah mich an dem Tag auch schon noch auf der Nase liegen. Das tat ich dann aber doch nicht. Ziemlich wordkarg und so gar nicht den Trainingsbereich kontrollierend fuhr ich dahin, es ging einfach nur darum Frust abzubauen. Wir fuhren die Runde durchs Bergland von letzter Woche mit einer kleinen Abweichung. Als ich heimkam ging es mir wieder etwas besser, die Chance noch loszulaufen war aber nicht wirklich hoch (zumal wir uns am Abend noch mit Freunden treffen wollten und ich schon spät dran war), trotzdem war das dann irgendwie gar keine Frage, ab in die Laufschuhe und los. Ich machte mir aber auch hierbei keinen Stress und so lief ich dann „nur“ eine Stunde, statt der geplanten 1:15 h.
Das Frustbier am Abend tat gut und auf dem Weg zu den Freunden gab es unterwegs im Radladen auch noch eine neue Sattelklemme und eine Einweisung in die Feinheiten des Werkzeuges. Danach klappt es dann auch damit hervorragend.

Die Schwimmeinheit am Donnerstag wollte ich eigentlich in den See verlegen, aber dazu kam es dann doch nicht, sondern ich legte einfach einen weiteren Ruhetag ein, ehe es am Freitagmorgen auf den langen Lauf gehen sollte. Auf den so ziemlich längsten Lauf laut Trainingsplan – 2:30 h. Okay, das ist nicht kurz und auch ziemlich anstrengend, wenn man es wie ich als Nüchternlauf vor der Arbeit erledigt – dafür hat man dabei auch eine herrliche Morgenstimmung, aber ich bin schon froh, dass ich in der Vorbereitung auch noch zwei Marathons (Wintermarathon und Zeitläufer bei OEM) gelaufen bin und dabei dann am Ende halt 42 km statt den 25 km vom Freitag auf der Uhr standen. Ich bin dabei meine Brückenrunde mit Ausschweifungen gelaufen. Für die Dresdner: Flügelwegbrücke – Blaues Wunder mit Nutzung des Trampelpfades an der Elbe entlang statt des Radweges in der Flutrinnenschleife Ostragehege und statt des Kopfsteinpflasters auf dem Radweg, die Höhenmeter über die Schillerstraße und Bautzner Straße. Nach dem Lauf auf Arbeit merkte ich die Belastung schon und auch, dass ich nun in Belastungswoche drei bin und so startete ich auch an diesem Nachmittag nicht in die Freiwassersaison, wie ich es auch nicht am Samstag tat, sondern die vorletzten Handlungen für den Umzugsabschluss von Sabine erledigte, bevor es nicht zu spät ins Bett ging.

Sonntagmorgen 5:45 Uhr startete ich im dichten Frühnebel Richtung Roth – Streckenbesichtigung stand auf dem Programm. Wir kamen gut durch, der Nebel verzog sich und rechtzeitig angekommen, wurden wir mit einer frischen Brezel begrüßt.
Mensch – bin ich blöd. Ihr wartet ja noch darauf, was es nun gutes auf sich hatte, dass die Sattelklemme kaputt ging und ich mit dem TT unterwegs war. Wenn schon nix verstellen, so wollte ich dann wenigstens die Sitzcreme testen, die mir empfohlen wurde und ich mir inzwischen zugelegt hatte und was soll ich sagen – perfekt. Nix hat gescheuert, nix genervt – alles wunderbar. Klar tat mir ein bisschen der Hintern weh, aber völlig im Rahmen und wahrscheinlich könnte man die Sitzposition auch noch optimieren, aber wenn sich das jetzt so gut anfühlt, dann will ich gerade keine 150 EUR dafür investieren. Es wäre ja erstmal wirklich nur für Roth, denn was danach kommt wird man sehen.
Zurück nach Roth, dort zog ich mich jetzt um und machte mein Rennrad startklar. „Man wo ist denn die Unterwäsche, ich hab die doch eingepackt. Naja, egal, muss es so gehen.“ Als ich die Klamotten dann wieder in die Tasche sortiere, fand sie sich doch noch, aber nun blieb ich so. Und was soll ich sagen – perfekt – das Sitzpolster der Radhose, was sonst immer verruschte, blieb nun ordentlich, wo es hingehörte. Schöne Erkenntnis, im Rennen ist dann aber der Einteiler gefragt und das wird auch noch ein Neuer – unsere Vereinskleidung ist nämlich abholbereit. Felix und seine Mitstreiter begrüßten uns und schon ging es mit der Gruppenaufteilung los, 30+ km/h, 30, 29, 28, 27, 26 – okay hier mache ich dann mit. Der Veranstaltung war sehr gut besucht und wenn für die einzelnen Geschwindigkeitsbereiche sich viele Teilnehmer gefunden hatten, dann wurden die auch nochmal in 10er Blöcke aufgeteilt. Tacho nullen, Pulsuhr starten und ab. Wir hatten herrliches Wetter, auch wenn für den Nachmittag Schauer angekündigt waren, nur ich hatte die Sonnencreme vergessen. Dummer Fehler, wie sich zum Ende des Tages herausstellen sollte. Eckersmühlen erreicht und ab ging es auf die Runde. Ich fuhr mit dem Instruktor vornweg. Es war herrlich, wir unterhielten uns gut, die Motorradbegleitung macht einen Traumjob, so dass wir nie an einer Kreuzung halten mussten, sondern immer durchfahren konnten und die Kilometer flogen so dahin, völlig entspannt. Kurz vor Heideck ließen wir dann mal ein paar andere im Wind fahren und kurz darauf war ich überrascht, denn da war er, der Berg vor Heideck, von dem mir nie jemand was erzählt hatte und der mich im September bei meiner alleinigen Besichtigung schon genervt hatte, aber auf einmal hieß es „Linksrum“ – da hatte ich doch damals tatsächlich eines der kleinen Schilder übersehen und ich muss im Rennen gar nicht über diese Kuppe, sondern darf schön am Fuss vorbeifahren. Super Sache. Auch diesmal hatten wir Wind, aber gefühlt nicht so doll wie im September und durch die Unterhaltungen war die Zeit bis Greding auch viel schneller vergangen. Allerdings hatten wir auch keinen 26er Schnitt, sondern waren noch ein Tick langsamer. Die Anfangsrampe des Kavalarienberges und überhaupt der ganze Berg machten mir diesmal nichts aus – nach dem Trainingslager in Rabenberg waren das eher Spaßhügel. Auf dem Gipfel gab es dann Verpflegung bei einer kurzen Pause. Challenge-Feeling pur, wenn der Chef einem die Flasche füllt. Lange hielten wir uns trotzdem nicht auf und fuhren weiter. In der Abfahrt war ich wieder vorn mit dem Guide. Wir hatten schon 50 km/h und er erzählte mir, dass wir immer vorn locker aber auf Zug fahren sollten, damit denen hinten nicht langweilig wird. Ich hatte so langsam eher das Gefühl, dass ich gern mal in die Bremse greifen würde und die Formation auflösen wöllte, die Kurven wurden doch recht kurvig und so der dolle Abfahrer bin ich nicht und auch nicht der dolle Gruppenfahrer. Insgesamt kam mir die Abfahrt aber trotzdem weniger problematisch als das letzte Mal vor. Nun hatten wir auch Rückenwind und so ging die Durchschnittsgeschwindigkeit permanent nach oben. Das ständige Auf und Ab und keine gleichmäßige Geschwindigkeit auf die man sich einstellen konnte, blieb und auch der Solarer Berg kam mir dann diesmal doch ein bisschen wie eine Steigung vor. Da hatte ich in der Erinnerung aus dem letzten Herbst doch wohl ein paar Höhenmeter vergessen. Nicht dass der wirklich böse wäre, aber so ganz „nicht wahrnehmbar“ war er dann doch nicht. Schließlich schauten wir uns noch den Schwimmstart und Wechselzone 1 an, ehe wir nach 95 km und nach Besichtigung des Zielparkes wieder in WZ2 ankamen.
5 h, wie in meinem Traingsplan standen, saßen wir natürlich nicht auf dem Rad, aber dafür hieß es noch, umziehen, Laufschuhe schnüren, Zwischentanken mit Erdinger und ab auf die Laufstrecke. Ich wollte zumindest die ersten Meter von der Wechselzone weg wissen und so lief ich die 4 km bis zum Kanal mit bevor ich wendete. Sabine begleitete uns dabei auf dem Rad und mit perfektem Timing kamen wir wieder am Parkplatz an als es anfing zu regnen. Den Neotest ließ ich deshalb weg und vor allem auch deshalb, damit ich mich nicht irgendwie verliebe und noch viele Euros ausgebe. Mein Neo mag evtl. nicht perfekt sein, aber fürs Finish auf jeden Fall ausreichend.
Beim „Duschen“ mit den Resten aus den Wasserflaschen merkte ich dann schon, was die Sonne auf meinen Armen angerichtet hatte. Das brannte doch erheblich, aber es konnte den tollen Eindruck von dem Tag nicht trüben, sondern gehört einfach zur Erinnerung dazu.
Diesmal hieß es nicht – „Ich gebe meinen Startplatz ab.“, sondern der Tag machte richtig Lust auf den Start am 14.7. Die Belastung hielt ich auf jeden Fall aus und bin zuversichtlich dass auch über die doppelte Distanz auszuhalten – von den mal angestrebten 30 km/h Radschnitt verabschiede ich mich dennoch. Wir waren am Ende mit 26,7 km/h unterwegs und es lief mir nicht ein Tropfen Schweiß, aber wir waren auch in der Gruppe, nur die halbe Distanz unterwegs, schwammen vorher nicht und mussten am Ende auch keine Kraft für einen Marathon haben. Obwohl der anschließende Koppellauf doch sehr sehr easy ging.
In acht Wochen wissen wir mehr.

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