Build-Phase intensiv – Trainingslager Rabenberg

Nach dem Event ist vor dem Training. In diesem Fall Trainingslager. Von Freitag bis Samstag hieß es wieder Angriff auf den Rabenberg. Die Wetterprognose war bombig – 3 Tage Regenwetter. Bis dahin stand aber erstmal noch ein bisschen Stress auf Arbeit an, ein lockerer Lauf am Dienstagmorgen und eine wunderbare Radausfahrt mit Daniel am Mittwochabend. Da sollte eigentlich auch schon Gewitter kommen, aber es kamen nur schöne Wolken und Lichtspiele. Die Ausfahrt dauerte etwas länger als geplant, wir kamen nicht ganz so zeitig wie gedacht los und so blieb es dann auch bei der Ausfahrt, obwohl eigentlich noch ein Koppellauf auf dem Programm stand.
Donnerstag wurde der Feiertag dann nicht zu einer längeren Einheit genutzt, sondern noch ein Ruhetag eingelegt – einerseits um auch mal wieder privat Zeit zu haben und andererseits um ausgeruht ins Trainingslager zu starten.

Freitagfrüh ging es dann bei strömenden Regen in Richtung Rabenberg. Dort angekommen begrüßte mich Reiner gleich und am Empfang trafen wir auch gleich jede Menge andere Vereinskollegen. Um 11 Uhr war Abfahrt zur ersten Radrunde geplant, doch der Regen hielt uns davon ab. Manche entschieden sich fürs Fitnessstudio, andere fürs Spinningbike und ich trabte mit 4 KameradInnen auf ein Läufchen los.

Schuh- und Bikehausen

Schuh- und Bikehausen

Wir erkundeten einen der Trails, die dort gerade für das neue Bike-Areal angelegt werden. Wenn man sie schon mal gebrauchen könnte, stehen die tollen Trailschuhe natürlich zu Hause – dort haben sie mittlerweile mit den anderen Exemplaren und dem MTB ein schönes und strukturiertes Heim auf dem Balkon, statt eines Schuhhaufens im Flur bzw. an der Balkontür. Auf dem Lauf wären die wirklich mal zu adäquatem Einsatz gekommen. Was lernen wir daraus: zwei Sporttaschen voll Klamotten mitnehmen reicht halt doch nicht! Der Regen ließ während des Laufes nach und hörte zum Ende hin ganz auf. Nach 1,5 Stunden wieder im Domizil angekommen, konnten wir nun auch unsere Zimmer beziehen und verabredeten uns nun noch für einen neuen Radstart.
Ich fuhr mit der schnelleren Gruppe 13:30 Uhr los und wir machten uns auf eine kleine Runde auf. Zum Glück war die Abfahrt vom Rabenberg schon ziemlich abgetrocknet. Wir waren echt überrascht wie schön das Wetter noch wurde und froh, dass es sich nicht so genau an die Vorhersage hielt. So macht das Radfahren doch gleich viel mehr Spaß und es klappte anfangs ganz gut. Ich hatte sogar das Gefühl, dass ich noch schneller könnte. Am ersten Anstieg blieb ich nicht nur dran, sondern war teilweise sogar Vorletzter und ich fuhr noch richtig locker. Es folgten hügelige Kilometer und zum Ende des zweiten Berges wurde es dann beschwerlich, ich wollte eigentlich weiter locker fahren, damit blieb ich aber nicht mehr wirklich dran. Ich hatte zwar noch Blickkontakt, aber beim Erreichen des Gipfels war es dann passiert – es nervte mich. Statt mal kurz ein paar Meter auszuruhen und was zu trinken musste ich zusehen, dass ich den Anschluss nicht verlor. Als ich mich die darauffolgende Abfahrt dann nicht ganz so todesmutig hineinstürzte war es passiert, der Blickkontakt war verloren gegangen. Und zu allem Überfluss gab es noch eine Abzweigung. Ich bildete mir ein – aus dem letzten Jahr – dass ich rechtsrum fahren müsste, aber ich sah da niemanden mehr, also entschloss ich mich, nicht in die Kurve zu bremsen, sondern den Schwung auszunutzen und mich geradeaus auf die nächste Kuppe zu schinden. Die anderen werden mich schon nicht suchen, sondern denken, ich komme schon heim und vielleicht hat ja auch jemand mitbekommen gehabt, dass ich eine Karte dabei hatte. Also weiter Richtung Schwarzenberg und dann von dort wieder zum Rabenberg. Auf der Strecke kamen mir zwei meiner Sportsfreunde entgegen – sie hatten schon vermutet, dass ich nicht abgebogen war. Schön, zu sehen, dass sie mich abholten – das Tempo auf der nun begleiteten Fahrt zum Rabenberg passten sie meinem aber nicht wirklich an und so trat ich intensiver als gewollt, nur minimal, aber manchmal sind es halt die feinen Unterschiede und schließlich würde es noch die 4 km und 300 Höhenmeter am Ende aufwärts zum Ziel zu bezwingen gelten. Das lief aber dann doch noch ganz gut und auch wenn die Rampen schon ziemlich anstrengend waren, Absteigen wie im letzten Jahr musste ich diesmal auch am ersten Tag nicht. 60 km und 1.300 Höhenmeter zeigte das Tacho am Ende.
Ein ganz klein wenig Ausruhen und dann ab zur ersten Schwimmeinheit. Ich schwamm ein bisschen Programm mit, stieg aber an dem Punkt aus als da eine Bahn Delphin im Plan stand und zog dann so noch meine Bahnen.
Danach war er dann schon geschafft – der erste Tag. Abendbrot und noch ein paar nette Schwätzchen beim Bier bevor es ins Bett ging.

Am Morgen klingelt nur der Wecker von meinem Mitbewohner, aber auch ich war schon rechtzeitig wach fürs morgendliche Schwimmtraining. Diesmal in der schönen 50 m Bahn Halle. Ordentlich erwärmt ins Wasser zu gehen ist echt besser und auch vernünftig, aber fällt mir doch schwer, wenn ich für meine Schwimmzeiten Eintritt bezahlen muss. Da geht es oft schneller ins Wasser als es gut ist.
Nach dem Frühstück ging es dann auch bald aufs Rad. Die Strecke hatte ich am Abend mit dem ortskundigen Mitstreiter zusammengeklickt und wurde in der Gruppe diskutiert. Am Anfang war schon etwas Skepsis hinter der neuen Runde, aber schließlich gewannen die Stimmen für den Versuch Neuland zu begehen und mal Abwechslung reinzubringen. Ein Verfahren konnte mir diesmal nicht passieren, denn nun wusste ich genau, wo es lang gehen sollte und hatte mir die Route auf mein Edge200 geladen. Das beruhigte mich ungemein. Los ging es auf einem Standardabschnitt bis zum Gruppenfoto an der Talsperre Eibenstock. Aber diesmal nicht über die Straßen von Johanngeorgenstadt, sondern Dank des ortskundigen Radlers über einen wunderschönen für Autos gesperrten Asphaltweg mit daherplätscherndem Bach – traumhaft. Nebenbei blieben uns auch noch ein paar Höhenmeter erspart.

Gruppenfoto

Gruppenfoto

Nach dem Gruppenfoto dauerte es nicht lange und die schnelle Gruppe war enteilt und verpasste auch den eigentlich geplanten Abzweig. Nach kurzem In-Kenntnis-setzen per Telefon fuhren wir weiter, passierten Aue wirklich nur mit einer Ampelkreuzung und schon standen die nächsten Höhenmeter an. Ich kam da ziemlich gut hoch und war von der nun verbleibenden Gruppe so ziemlich der Erste. Da fühlte sich deutlich besser an als anderen hinterher zu hecheln. Durch das Langdistanztraining hab ich nun zwar die Chance wirklich an der schnellen Gruppe dranzubleiben, um bei den Radspezialisten aber wirklich mithalten zu können fehlt dann aber doch noch was. Irgendwann war auch der Letzte oben, der eigentlich mittendrin abbiegen wollte und den Berg gar nicht mehr bezwingen wollte, und es ging auf eine lange Schussfahrt ins Tal. Dabei wurde mir doch ganz schön kühl und die ersten Regentropfen verstärkten das nur noch. So sehnte ich mich unten nach dem nächsten Anstieg und Wärme und die Entscheidung für die geplante Runde mit einem weiteren Berg oder der Abkürzung nach Hause ist mir da dann auch sehr leicht gefallen, zumal der nächste Weg auch nochmal optisch schön werden sollte. Leider vermasselte uns der immer stärker werdende Regen die Aussicht und das obwohl wir bzw. Reiner einen Schockmoment und etwas Stoff seiner Hose durch seinen Sturz dem Radgott opferte und wir uns erstmal 16 Prozent Steigung hinaufquälen mussten. Oben angekommen ging es wellig weiter. Es gab dabei noch einen kleinen 14 Prozent Stich, der mir die Kraft aus den Oberschenkeln zog, die schmerzten nun deutlich und in dem Augenblick dachte ich – das war es dann wohl – heute werde ich die Rampe am Rabenberg wohl laufen. Die Abfahrt von dem an sich schönen Weg gingen wir dann äußerst vorsichtig an. Dabei merkte ich schon, dass ich mittlerweile noch zwei Tick vorsichtiger bin. Erstens will ich wegen Roth absolut nix riskieren, damit mir nicht ein blöder Sturz dort den Start versaut und zweitens werde ich bald für ein weiteres Wesen Verantwortung tragen, was mich dann auch ab und an etwas deutlicher in die Bremsen greifen ließ. Der Rabenberg ging danach aber erstaunlich gut und in der Abrechnung standen 80 km mit reichlich 1.600 Höhenmetern.
Der Tag war noch nicht wirklich alt und so hieß es danach für knapp 1,5 Stunden Pilates/Yoga/Dehnen. Unter Anleitung würde ich das echt gern jede Woche durchziehen und es tat gut, auch wenn es hier und da ziemlich wackelig war. Alleine sich dazu aufzuraffen fällt mir dann aber doch immer wieder schwer.
Noch ein ruhiges Schwimmtraining und dann beim Abendbrot Speicher wieder auffüllen.

Trainingsübersicht

Trainingsübersicht

Tag 3 startet erneut mit Schwimmtraining und Frühstück. Die anschießende Radrunde führte uns heute auf den Fichtelberg. Dadurch, dass wir 9 Uhr unsere Zimmer räumen mussten, kamen wir etwas zeitiger los und das war gut, denn pünktlich zum „Zielsprint“ auf den Rabenberg gingen die ersten Tropfen nieder. Dieser Zielsprint fühlte sich wunderbar an, die Rampe nicht im kleinsten Gang zu fahren und richtig Kraft zu haben – jetzt musste ich ja nix mehr für kommende Einheiten schonen – und dort ordentlich durchziehen zu können war verdammt gut. Mit so einem Gefühl die letzten 56 km und 1.170 Höhenmeter absolviert zu haben war toll.
Diesmal nahmen wir das Mittagessen statt der Verpflegungstüte und verabschiedeten uns so nach und nach und die Gruppe für die letzte Schwimmeinheit wurde immer kleiner. Zum Glück musste diesmal nicht der Krankenwagen am letzten Tag kommen, sondern nur der ADAC für die Sportfreundin, die sich aus ihrem Auto ausgesperrt hatte. Meine Motivation für die letzte Schwimmeinheit waren auch die 23 Minuten, die mir auf die 19 Wochenstunden fehlten. Ich überlegte schon meine normale Einheit abzukürzen, aber es lief wunderbar und fühlte sich richtig gut an und so zog ich auch die Einheit durch und stieg schließlich mit einem sehr zufriedenem Gefühl aus dem Wasser.

Über 15 Trainingsstunden, 190 Radkilometer, 14 Laufkilometer, über 3 h Wasserzeit und 1,5 h Fitness und am Ende noch Spaß haben, nette Leute treffen und sich schon aufs nächste Jahr freuen – was will man mehr. Ich jedenfalls nichts, ich will nur, dass ich das nächstes Jahr schon mit meiner kleinen Familie so hinbekomme, dass ich (oder wir) auch teilnehmen kann/können.

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Eine Antwort zu Build-Phase intensiv – Trainingslager Rabenberg

  1. Din schreibt:

    Wow, was für ein Wochenende! Da hast du ja wacker durchgehalten. Starke Leistung! Halte dir die Daumen, dass du das alles so weiter verfolgen kannst und viel Freude dabei hast!

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