Bausteine

Viele Bausteine ergeben unter günstigen Voraussetzungen ein Haus, viele Bausteine oder Einheiten können gut kombiniert auch einen guten Trainingsplan ergeben und ich versuche heute mal mit vielen kleinen und großen Infos einen Blog-Artikel zu verfassen.

Am Anfang – wenn die ganzen Bausteine vor einem stehen – fragt man sich immer und wie fange ich nun an. Ich mich gerade auch.
Ich starte mal mit einem Traum, meinem Traum bzw. evtl. wieder einem kleinen Baustein für die Erfüllung dieses Traumes oder besser gesagt, der Bewältigung des Weges bis dahin. Es geht um den Norseman Xtreme Triathlon. Hawaii kann mir gestohlen bleiben, aber frühmorgens in das kalte Wasser springen und am Ende des Tages auf dem Gipfel anzukommen – das wäre wirklich schön. Die Zeit dazwischen blende ich mal lieber aus. Jedenfalls gab am Freitag Annett Finger einen kleinen Einblick in Vortragsform auf Ihrem Weg dahin und in Bestzeit auf den Gipfel. Wenn man sich schon viel über dieses Event informiert hat und die Medien ausgequetscht hat, dann hat man nicht sooo viel neues erfahren – zu wissen, dass es noch einen Weichei-Weg ins Wasser gibt und man nicht unbedingt von der Kante springen muss, beruhigt trotzdem. Der Vortrag – Annett möge es mir verzeichen – war auch nicht von perfekter Grafik und Dramaturgie geprägt, aber zu spüren, wie da jemand bei dem Anblick seiner eigenen Bilder zu schlucken hat, weil es sie noch so bewegt – das zeigt die Kraft, die dahinter steckt, wenn ein einmal dieses Event gefangen hat und ich musste auch selbst so oft in dieser reichlichen Stunde schlucken. Ganz objektiv und praktisch erfuhr ich aber auch, dass auf Ihrem Plan nicht so viel Kilometer mehr als bei mir drauf standen. Beim Laufen eher sogar noch weniger, die absolvierte sie allerdings vorwiegend als Bergläufe. Kurz und gut – Norseman ich träume weiter. Vor einer Umsetzung habe ich aber noch Angst. „Aus Angst wird Respekt“ war auch ein möglicher Titel für diesen Blogbeitrag, beim Norseman ist es auf jeden Fall noch Angst, aber auch Lust.

Viele Bausteine können auch einen guten Trainingsplan ergeben und manchmal merkt man es dem einzelnen Baustein gar nicht an, sondern nur das Zusammenspiel ist es, aber manchmal fühlt man auch jeden einzelnen Stein. So erging es mir in der perfekten Bewältigung dieser Woche.
Dienstagmorgen war ich skeptisch als ich vor die Tür zu den Bergansprints ging, aber der frische Schnee sorgte für einen griffigen Untergrund und kaum hatte ich den ersten Sprint in den Beinen war ich eins mit der Einheit. Schwimmen war nicht besonders, aber wurde auch absolviert. Am Mittwochmorgen waren die Straßenverhältnisse auch so, dass ich wieder meine Rolleneinheit nach draußen verlegen konnte, also 10 x 1 Min Tempo, 5 x 2 Min und 3 x 3 Min und dann ausfahren. Beim Absolvieren ist es fordernd, aber macht Spaß, Stunden später merkt man (oder zumindest ich) ziemlich heftig, wie anstrengend das ist. Aber zum Glück hatte ich auch in der dritten Belastungswoche am Nachmittag nichts auf dem Programm stehen, sondern es ging Donnerstag mit Athletik und Schwimmen weiter. Den langen Lauf am Freitag musste ich noch einen Kilometer strecken, um auf die 2:10 h zu kommen, aber es war wunderbar, zwar ziemlich kalt, doch die Füsse flogen und die Morgenluft lockte und trug mich.
Fürs Wochenende hatte ich lang hin und her überlegt. Am Sonntag wäre Citylauf (10 km) in Dresden und ich hatte fürs Wochenende auch 0:45 h Laufen auf dem Programm. Samstagnachmittag war Familienfeier angesagt. Also lange Radausfahrt zur Feier und Sonntag Citylauf und abends Vereinsschwimmen oder wie es im Plan stand, nach dem langen Lauf am Freitag eher ruhiger und laufen und Schwimmen und Sonntag Radausfahrt mit Koppellauf. Ich entschied mich Roth den Vorzug zu geben und einfach nur an meinen Höhepunkt zu denken und da wäre der ruhigere Tag, das entspanntere Ankommen bei der Familienfeier und der intensive Sonntag die bessere Wahl. Das mir diese Entscheidung offen stand ist aber nur einem weiteren bzw. DEM wichtigen Baustein zu verdanken, meiner Partnerin. Wenn Sabine das nicht mitleben würde, Verständnis für meine Tun hätte und nachvollziehen könnte, dann könnte ich mir nicht vorstellen, mich auf eine Langdistanz vorzubereiten. Dazu gehört massig familiärer Rückhalt und den gibt sie mir quasi bedingungslos. Da wird nicht gemault, wenn die Wohnung mal nicht wirklich sauber ist, ich bei Bekanntenbesuchen mal früh ne Stunde zum Laufen verschwinde, ich Sonntags über 4 Stunden nicht zu Hause bin und danach noch ein Nickerchen halte und und und. Diesen Baustein würde ich eigentlich als Grundstein für ein erfolgreiches Finish sehen.
Am Samstag war ich dann also laufen und auf dem Weg zur Familienfeier hab ich in meiner Lieblingsschwimmhalle Station gemacht. Wir hatten das weiter oben schon mal, aus Angst wird Respekt. Ich muss mir nichts vormachen, das Schwimmen wird nicht top werden, aber seit dem Schwimmseminar konzentriere ich mich erstmal nur auf meinen Armzug und ich muss sagen, der klappt. Solange ich mit Brett zwischen den Beinen schwimme, bin ich ganz ruhig und ob die Strecke dann 2, 3 oder 5 km hätte, wäre mir total egal. Ohne Brett sieht die Welt deutlich anders aus, aber ich hoffe auf den Neo-Effekt. Und Roth ohne Neo gibt es nicht bzw. hätte ich dann ganz andere (Hitze-)Probleme.
Am Sonntag durfte ich also wieder zum Training starten – ich war inzwischen am Ende von Belastungswoche Drei und freute mich schon sehr auf die Entlastungswoche, dazu kamen Temperaturangaben von -13 Grad und ein böser Wind, das gerade gestartete Formel1-Rennen lockte auch in Richtung Sofa, aber ich schaffte es und fuhr los. Es ist wirklich einfach nur wichtig loszulaufen oder -schwimmen oder -fahren. Als ich ein paar Kilometer hinter mir hatte, schwebte ich im siebten Himmel. Trotz Gegenwind, war ich ordentlich unterwegs, die Kälte war auszuhalten und die Sonne bezauberte die Landschaft. Ich war auf den Spuren des Oberelbemarathons und fuhr auf dem Radweg nach Königstein. Einzig nervig war, dass sich jemand in meinen Windschatten hing, den ich gerade überholte. Nein, nicht die Ausnutzung des Windschattens war böse, ich war ja im Training und so war es mir egal, wenn ich für ihn die Arbeit tat bzw. seinen Trainingseffekt reduzierte, nein es war seine nervige ungeschmierte Kette und es quietschte sein Rad höllisch. Ich versuchte in einigen Bergaufpassagen Gas zu geben, aber er ließ sich nicht abschütteln. Nach 10 km war die Spuk dann endlich zu Ende. Für meine Trainingszeitplanung und die Windverhältnisse war ich leider etwas zu zeitig am Wendepunkt und so versucht ich noch etwas zu verlängern. Leider ging der Weg nicht so wirklich gut weiter, aber dafür hatte ich auch auf dem Rückweg in einigen Passagen durchaus mit Wind zu kämpfen und kam so nur 1,5 Minuten vor Ende der Trainingszeit zu Hause an. Dort hieß es schnell in die Laufschuhe zu springen, Jacke wechseln und ab. In den folgenden 30 Minuten Lauftraining wurde aus einem ziemlich durchfrorenen Körper ein Hochofen. Das war heftig und es erstaunte mich wieder, wie langsam sich laufen anfühlt, wenn man vom Rad steigt. Allerdings war ich bei der gesamten 4,5 h Einheit etwas feige, denn ich nahm immer den Hinweg gegen den Wind und wenn es dann schwer werden würde, hatte ich Rückenwind.
Aber egal, ich beendete glücklich die Einheit und mit 13:40 Stunden die dritte Belastungswoche.

Heute stand dann noch „Rückenstudie“ auf dem Plan. Ein Projekt an dem sich die TU Dresden beteiligt und in dem ich Proband bin. Für die Aufwendungen kann man entschädigt werden oder die Entschädigung auch gegen einen Leistungstest tauschen. Das nahm ich im letzten Jahr schon in Anspruch und ich dachte eigentlich, dass ich mir keinen zweiten von den Aufwendungen leisten kann, aber um so mehr war ich überrascht als der mir heute noch angeboten wurde und so habe ich für den 4.4. noch kurzfristig einen Termin vereinbart. Da bin ich mal gespannt. Ich werde den wieder auf dem Laufband absolvieren. Ein Test auf dem Rad so ganz ohne Vergleichswerte finde ich nicht so wichtig und zumal das kein Start in Jahre vergleichbarer Abschnitte wird.

Womit wir beim nächsten Baustein wären. Für heute beim letzten und beim Wichtigsten und beim alles Veränderten? Ich habe keine Ahnung was kommt, aber so wie sich meine sportlichen Bausteine zusammengefügt haben, so haben es in den letzten Monaten auch die privaten. Ich war und bin froh, dass ich wieder jemand an meiner Seite habe. Das derjenigen dann ziemlich bald darauf heftigste Winde entgegenwehen war nicht leicht aber führte uns einfach nur noch tiefer zusammen und das ich mich selbst so wandeln würde, hätte ich vor Monaten auch noch nicht gedacht und so sind wir ziemlich glücklich, dass die Medizin sich auch gewandelt hat, Sabine (halbwegs[wie drückt man es aus, wenn jemand nie wieder vollständig wieder hergestellt sein wird]) gesund ist und das große Wunder passiert ist und ich Papa werden darf. Wir freuen uns auf das Bambini und es schien mir irgendwie eingegeben zu sein, dass ich den Ironman ein Jahr vorgezogen habe. Ab November werden dann 13 Stunden Training in der Woche kaum noch möglich sein bzw. will ich das dann auch nicht mehr. Statt der Carbon-Zeitfahrmaschine gibt es dann den Baby-Jogger und der Traum vom Norseman wird trotzdem weiter gelebt und konkret habe ich die sub4 beim OEM ja noch vor Augen, im Blog könnte es dann aber etwas ruhiger werden. Spannend bleibt es auf jeden Fall.

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2 Antworten zu Bausteine

  1. Manu schreibt:

    Na das sind ja tolle Nachrichten! Herzlichen Glückwunsch!!!

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