Bergfest, Halbzeit oder so langsam wird es ernst

Mitten in der Base-Phase ist Bergfest angesagt, soll heißen, die Hälfte der Zeit meines Trainingsplans, der seit dem 19.11.2012 läuft ist rum.

Die Bilanz bis hierher sieht gar nicht so schlecht aus. 1.500 Radkilometer, ca. 60 Kilometer im Wasser und über 600 Laufkilometer kamen zusammen in einer durchschnittlichen Trainingszeit von 9:40 h pro Woche, die in 7,3 Einheiten pro Woche absolviert wurden. Das die nackten Zahlen.
Insgesamt ist es doch schwieriger als gedacht sich an den Plan zu halten. Das Leben hält doch einige Überraschungen bereit – krank, Unlust, Sturz, Wetter. Doch insgesamt denke ich, dass ich bis jetzt gut durchgekommen bin und der ein oder andere in Roth an der Startlinie stehen wird und den ich mir dann vielleicht schnappe, der sich in den dunklen Tagen nicht genug aufrappeln und dranbleiben konnte. Klar gibt es auch deutlich bessere Kandidaten, aber der gewählte Plan passt gut, nein sehr gut – es ist genau das richtige Maß zwischen fordern, aber nicht überfordern. Einen 18-h-Plan hätte ich nicht in mein Leben bekommen (oder zumindest viel schwieriger) und ich wäre wohl nur frustriert weil ich Woche für Woche mein Ziel nicht erreicht hätte. So passiert das zwar auch ab und an, aber es frustriert mich nicht, denn es gibt gute Wochen, wie es die letzte war, bei denen ich dann meinen Plan komplett erfülle oder übererfülle.

Bei meinem Training helfen mir wenige, aber prägnante Sätze, die mir von diversen Büchern in Erinnerung geblieben sind.
Auch wenn das jetzt nicht so trainingsmethodisch ist – als Wichtiges steht da Herr Zatopek mit „Wenn du laufen willst, dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“
Desweiteren blieb mir das vor allem bei Chrissie Wellington „Leben ohne Grenzen“ im Kopf „Ich möchte zeigen, dass Sport Spaß ist.“ und wenn es mal schwer in einem Rennen ist, sich immer wieder darin zu erinnern, dass man das tut, weil man Spaß daran hat und auf einmal ist der Berg nur noch halb so steil.
Aus dem Standardwerk „Going long“ (welches noch halbfertig auf meinem Nachttisch liegt – seit Monaten) vor allem der Ausspruch – (sinngemäß) „Wenn Du Dich entscheiden musst (bei einer Einheit) zwischen Intensität und Ausdauer, dann wähle die Ausdauer.“
Und seit kurzem (und trotzdem wirkt es schon) aus einem Triathlon-Portal – „Wenn Du schneller schwimmen willst, dann schwimm schneller.“
Diese Sprüche, Zitaten, Weisheiten gehen mir ganz oft durch den Kopf und prägen mich und mein Training. Vielleicht kommt da nur Mist am Ende raus – schließlich hab ich beim Fockeberglauf meine Zeit vom letzten Jahr nicht erreicht – aber diese Gedanken machen mich auch aus.

Ein beträchtlicher Teil des Trainingsplans und damit auch der Ursache für die Form am 14.07.2013 liegt also hinter mir. Genauso viel aber auch noch vor mir und dieser Teil wird deutlich schwieriger, denn ich werde den Plan nicht mehr so durchhalten und immer freier für mich interpretieren müssen. Am Wochenende vom Berliner Halbmarathon wird es keine Radeinheit geben, ich werde an diversen Vorbereitungswettkämpfen teilnehmen, aber auch mal ein oder zwei Wochenenden wegen Umzug von Sabine zu mir ganz aussetzen. Trotzdem denke ich, dass ich, wenn es halbwegs gut weiter geht in Roth gut vorbereitet an der Startlinie stehe. Die vergangenen Wochen geben mir zumindest Selbstvertrauen und stärken mich gegenüber der Situation, dass ich bis jetzt fast nix gemacht hätte und nun überstürzt ins Training einsteige. Also lieber eine gute Vorbereitung und gute Basis gehabt und später nicht ganz so genau geblieben, als spät begonnen und dann aber gut durchgezogen. Zumindest gelten diese Gedanken für mich als jemanden, der vorrangig überhaupt finishen will.

Nun noch aber ein paar konkrete Worte zur letzten Woche. Am Dienstag ging es mit „Ausdauer statt Intensität“ los, denn der Bodenbelag war rutschig und so wurden aus Bergansprints eine lockere Standardrunde. Am Dienstagabend war das Schwimmen noch mit deutlichen Schmerzen in der Schulter verbunden. Mittwochmorgen wurde die Radeinheit gegen die lange Laufeinheit getauscht, denn die Wetterverhältnisse machten forderndes Fahren doch ziemlich unmöglich. Die Athletik-Einheit am Donnerstag wurde endlich mal wieder absolviert und war diesmal nicht „Yoga – Kraft“, sondern echtes Rumpfstabiprogramm mit ganz klassischen Übungen. Da muss ich mir auch mal ein konkretes Programm zusammenstellen. Am Abend ging das Schwimmen schon deutlich besser. Die Schnellschwimmerbahn war zwar überfüllt, wie beim Triathlon-Start, aber das zwang mich dann auch mal nicht nach 200 m wieder Pause zu machen, sondern mal 700 m durchzuziehen und siehe da, das klappte richtig gut. Insgesamt denke ich ja mittlerweile, dass meine Schwimmtechnik halbwegs okay ist, aber leider nur 100 m lang – dann mal überhaupt wieder eine längere Strecke fast pausenlos zu schwimmen war schon gut. Bei dem Schwimmtraining habe ich so meine größten Zweifel, denn da ist mir der Trainingsplan mittlerweile völlig egal, bis auf die Zeit, die ich im Wasser verbringen sollte. Freitagmorgen waren die Wetter- und Straßenverhältnisse noch nicht besser und so war die Ausfahrt am morgen mit Daniel eher eine Mutprobe und Geschicklichkeitsübung als Training, dafür war es eine gute Fettverbrennungseinheit – zweistelligen Puls im Training – ich glaub es nicht!
Nach „Einsam in der Schneewüste“ hieß es dieses Wochenende erneut Radausfahrt Richtung Eltern und ich traute mich trotz Schnee wieder auf die Feldwege, aber diesmal gab es Spuren, der Schnee war nicht so hoch, es gab herrlichen Sonnenschein mit tollen Aussichten und auf einmal flog die „Wüste“ nur so vorbei. Okay, am Ende nahm der Tauprozess zu, statt Schnee spritzte Schlamm, die Schaltung war fest und machte die Hügel zu Bergen, aber ich musste nicht abkürzen und erreichte das Ziel nach 3:56 h statt geplanter 4:03 h. Man könnte es auch Punktlandung nennen.
Am Nachmittag ging es in der Provinz noch in die Schwimmhalle – 5 EUR Eintritt für unbegrenzte Zeit, keine weitere Tarifwahl. Wenn ich mir vorstelle, dass ich noch dort wohnen würde und dreimal in der Woche schwimmen gehe und damit 15 EUR los wäre – oh Gott! Leider kommen die dort mit keinem Betreiberkonzept mehr auf einen grünen Zweig und die Schwimmhalle wird Ende Juni geschlossen. Nächste Schwimmhalle über 15 km entfernt – daher wären die 5 EUR eigentlich wieder günstig.
Sonntag galt es dann – für die Vervollständigung des Plans – nur noch einen Lauf über 45 Minuten zu absolvieren – 15 Min Einlaufen, 15 Min schnell, 15 Min auslaufen. Nach 5 Minuten wollte ich schon aufgeben und umdrehen, denn der Wind blies sehr heftig. Ich zwang mich aber durchzuhalten und am Ende genoss ich es, genau das gemacht zu haben. Loslaufen – genau das ist wichtig!

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2 Antworten zu Bergfest, Halbzeit oder so langsam wird es ernst

  1. Claudi schreibt:

    Glückwunsch zur Halbzeit… liest sich alles nach einer guten Vorbereitung! Und wenn Du Deine persönliche Lieblingszitate-Sammlung dann am Renntag noch im Kopf hast, wird’s super!

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