Flexibel bleiben

Base-Phase 2 – Woche 2 heißt auch Akzente setzen.
Damit ging es gleich in der ersten Trainingseinheit am Dienstagmorgen los – Bergansprints. Diesmal hatte ich dafür ein bissschen mehr Zeit und so wurden es auch ein paar mehr und ich merkte, dass es sich danach gar nicht mehr ganz so schlimm anfühlt.
Dienstagabend ging es wieder ab in die Schwimmhalle und inzwischen werden Alltagswege auch wieder mit dem Alltagsrad erledigt. Die Zeit kommt nicht in die Abrechnung, da das meist nur 15 bis 20 Minuten sind und auch in einer Belastungsstufe, dass ich nicht durchschwitzt ankomme, dennoch wird es insgesamt das Training wohl auch ein klein wenig unterstützen und deshalb finde ich es gut, wenn ich mit dem Rad auf Arbeit fahren – schön reden will ich mir das aber nicht und deshalb bleibt das in der Trainingsbetrachtung unberücksichtigt.

Am Mittwochmorgen gleich noch eine intensive Einheit. Eigentlich für die Rolle konzipiert, aber die ist bei mir ja mittlerweile in dunklen Keller verstaut, deshalb auf dem MTB draußen. Flach auf dem Elberadweg hieß es: 10 Minuten einfahren und dann 1 Minute reintreten, 1 Minute ruhig, das Ganze 10mal, danach 5mal 2 Minuten reintreten, 1 Minute ruhig und abschließend noch 3mal 3 Minuten reintreten und 1 Minute ruhig bevor es zum Ausfahren ging. Ich war stolz und glücklich, die Einheit schön durchgezogen zu haben, optimal angezogen gewesen zu sein und gleich eine warme Dusche und ein Frühstück zu haben. Auf den letzten Metern den Puls nicht ganz so doll sinken lassen und auf einmal ging alles ganz schnell. Eine Wand vor mir, mit einer Linkskurve vorbei, jetzt ohne Laub noch halbwegs einzusehen. Leider wirklich nur halbwegs, ich glaubte den Weg frei, doch als ich gerade die Kurve ansetzte, war dann doch auf einmal Gegenverkehr da und meine Optimallinie blockiert, also aufmachen, ausweichen und zack mit der rechten Schulter gegen die Wand geknallt, durch den Busch gefahren und über den Lenker flog ich auf meine linke Schulter. Puh. Gerade war doch noch alles gut. Nun saß ich da und versuchte erstmal wieder die Welt zu ordnen. Derjenige, dem ich ausgewichen war, kam zurück und erkundigte sich nach mir und sah etwas hilflos aus. Ich konnte das alles schon einordnen, musste mich aber trotzdem erstmal sammeln.
Ich war nicht schwer verletzt, ich selbst war schuld und brauchte auch keine Hilfe. Also ihm gesagt, alles ist okay und mich selbst wieder aufgerappelt. Das Rad war auch ziemlich heile, also heim, unter die Dusche und auf Arbeit. Zwischendrin überlegte ich schon, mich checken zu lassen, gewarnt durch eine böse Geschichte eines Arbeitskollegen. Ich entschied mich dann aber trotzdem erstmal dagegen.
Kleine Nebengeschichte die mir bei dem Sitzen und der Warnehmung der Umgebung wieder stark bewusst wurde. Ich bin mal mit dem Rad eines Bekannten gestürzt, mitten auf einer Kreuzung, weil ich die Vorfahrt fast übersehen hätte und voll auf dem Rücken gelandet. Danach standen einige Menschen um mich herum und ich nahm die Umgebung war, aber ich konnte nur daliegen und nicht sprechen und bekam auch kaum Luft, aber eigentlich fühlte ich schon, dass es auch da mir gut ging. Sich nicht mitteilen zu könnnen, aber die Welt wahrzunehmen ist schon ziemlich komisch.
Aber das nur als Einwurf. Während der Arbeit und mit zunehmenden Schmerzen oder nur zunehmender Schmerzwahrnehmung (?) entschied ich mich, das Ganze dann doch ärztlich untersuchen zu lassen. Es stellte sich dabei heraus, dass keinem Knochen was passiert ist und die Anordnung auch immer noch stimmt. Erleichterung. Pendelübungen. Wenn es nicht besser wird, wiederkommen, dann geht es zum MRT und die Untersuchung von Kapseln und Sehnen. Belastung nach Gefühl, Über-Schulter-Belastung vermeiden.

Damit wurde der Donnerstag – Athletik und Schwimmen standen auf dem Programm – zum Ruhetag erklärt und ich machte mir intensive Gedanken zur Teilnahme am Schwimmseminar am Samstag. Dies sagte ich am Donnerstagabend auch ab – zumal eine Verschiebemöglichkeit auf den 13.4. in Leipzig gegeben ist. „Flexibel bleiben“ heißt halt das Motto der Woche – zumindest im Nachhinein.

Freitagmorgen konnte ich meinen langen Lauf gut absolvieren und die Schulterschmerzen waren – zumindest für einen Indianer 🙂 – erträglich. Es stresste mich nur etwas, dass ich nicht zeitig genug aus dem Bett gekommen war. Trotzdem war ich mit einem sehr niedrigen Puls für diesen Speed unterwegs und die Einheit war richtig gut.

Samstag dann kein Schwimmseminar. In der Nacht von Freitag auf Samstag waren die Schmerzen dann so immens, dass ich doch zur Schmerztablette greifen musste – das geschah bei mir im Mai 2011 das letzte Mal nach 3 Tagen Migräne. Die Tablette tat richtig gut, auch wenn ich trotzdem Schmerzen spürte. – Zwischenbemerkung: Ich bin froh, dass ich in einem Artikel lesen konnte, dass meine Asthma-Medikamente nicht gegen Doping-Regularien verstossen – Die Nacht war intensiv. Der Tag war zwar schmerzfreier, aber trotzdem auch intensiv… – Details dazu (und warum ich dann doch wohl auch 2013 wieder nicht an der Marathonstaffel in Berlin teilnehme) evtl. mal später.
„Flexibel bleiben“ und so war ich sehr froh, dass mir Sabine meine inzwischen völlig verspannten Schulter- und Rückemmuskeln masierte und ich auf eine ruhigere Nacht hoffen konnte.

Planung alt

Planung alt

Ich musste als durch die ganzen Geschehnisse meinen Trainingsplan mal wieder anpassen und flexibel bleiben. Ich bin richtig froh und glücklich, dass die Geschehnisse nicht für STOP sorgten, sondern ich manche Dinge nach wie vor machen konnte. Aber ich musste den Plan halt zum wiederholten Male anpassen. Am Beginn des Planes konnte ich mir gar nicht so richtig vorstellen, was dazwischen kommen soll, man wird sich doch mal zusammenreißen können und seine privaten Pläne auf den Traingsplan anpassen können, wenn man denn wirklich das Finish will.
Planung neu

Planung neu

Wie sehr einem da das Leben reinspielt, wird einem oder zumindest mir erst bewusst, wenn man es denn erlebt. Für die flexible Planung, die ich immer am Wochenanfang durchgeführt habe, und überhaupt die Wahrnehmung der Planung, habe ich mir bisher meine Wochenpläne – nachdem ich sie in dern PolarPersonalTrainer eingetragen hatte, als Screenshot ausgedruckt. Diesen Plan permanent vor Augen zu haben, empfinde ich als extrem wichtig, genauso wie mich meine Rote-Beete-Spruch an der Schlafzimmerwand nach wie vor zum Aufstehen bewegen kann. Screenshot und miesen Drucker fand ich dann nicht mehr so gut und außerdem ökologisch auch nicht so korrekt, also hab ich mir eine schöne Magnetwand zugelegt, die ich beschriften kann und auch mit schönen Magnetstreifen für die Woche versehen kann. Fühlt sich gut und flexibel an.

PS: Die Überkopfbewegungen mit meinen Armen sind mittlerweile wieder erträglich, so dass ich morgen auch eine kurze Schwimmeinheit testen werde.

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2 Antworten zu Flexibel bleiben

  1. Din schreibt:

    Oh wow, eine Magnettafel. Sehr gut 🙂
    Bin ich jetzt etwas neidisch 😉

    Ja, das liebe Leben, wie es eben so kommt. Aber ich bin mir sicher, du packst das. Ich halte dir die Daumen und das wird wird wird! Liebe Grüße!

    • Ralf schreibt:

      Ja, da kann man schon neidisch sein 🙂 Hab dann diese Woche wegen dem Wetter auch gleich nochmal umgeplant.
      Vielen Dank – noch bin ich auch optimistisch.

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