Saisonstart in der Entlastungswoche

9:45 h geplante Trainingszeit und 9:35 h erreichte Trainingszeit nennt sich inzwischen Entlastungswoche. Das ist schon krass, wenn man mal so ein bisschen zurückblickt. Was noch viel krasser ist, es fühlt sich auch wie Entlastung an. Bedingt ist das Gefühl vor allem daher, dass ich eine Einheit noch wegfallen lassen hab – mal wieder das Athletiktraining. Ich hab es halt nicht gleich am Morgen gemacht, sondern mir gesagt, es ist Entlastungswoche und da passt auch mal länger schlafen gut rein und abends wurde es dann spät auf Arbeit und so ging es nicht mehr so gut. Und so waren es nur 7 Trainingseinheiten. Insgesamt mittlerweile nicht mehr wirklich viel.

Dienstagfrüh ein Lauf mit leichtem Tempo zwischendrin. Am Abend dann prügeln in der Schwimmhalle. Mittwoch wieder vor der Arbeit aufs Rad. Donnerstag durch den Wegfall der Athletikeinheit ein zweiter Ruhetag. Am Freitag war der lange Lauf dann lediglich 1:35 h, ehe es dann am Samstag hieß – Saisonstart.

Auf dem Fockeberg

Auf dem Fockeberg – Foto: http://www.dirkrossberg.de

Wie letzte Woche angekündigt sollte am Samstag mein Saisonstart 2013 am Fockeberg in Leipzig erfolgen. In der Woche hatte es reichlich getaut, doch nicht genug, die Wege waren durchaus noch größtenteils schnee- und eisbedeckt. So dass ich nach dem Einlaufen dachte, na Hauptsache das geht gut und ich komme heil ins Ziel. Allerdings muss ich sagen, dass es dann beim Lauf selbst sich gar nicht so schlimm anfühlte. Man lief halt nicht Ideallinie, aber wirklich gefährlich war es auch nicht.
Angemeldet wurde sich erst vor Ort, aber das ging ziemlich schnell und unkompliziert, obwohl ich wegen Auskostung jeder Schlafminute – ich war den Abend vorher noch weg – ziemlich genau in der Stosszeit kam. Da kann sich mancher Veranstalter eine Scheibe abschneiden. Mein Startnummernband hatte ich zu Hause vergessen und so konnte die Bekleidungsfrage nicht bis zum letzten Augenblick geschoben werden, denn irgendwo musste ich die Startnummer befestigen. Ich tat es an meinem warmen Brooks Wintershirt. Als ich am Auto meine anderen Sachen noch verstauen wollte und das Brooks Equilibrium, was ich noch drunter drug ausziehen wollte und einen Sonnenstrahl abbekam, entschied ich mich kurzfristig doch noch um – warmes Shirt weg, Handschuhe weg, Untershirt, Rennshirt und Armlinge. Also Startnummer umfummeln und ab zum Start, es wurde nämlich knapp und so dauert es auch gar nicht mehr lange bis es los ging.

Schuss und ab. Schön gleichmäßig versuchen den Berg hoch zu laufen. Ging gut. Oben dann eine kleine Runde und runter. Die stark vereiste Kurve, vor der ich richtig Bammel hatte, ging ganz gut. Beim Abwärtslaufen etwas erholen, aber trotzdem versuchen nicht ganz den Puls absacken zu lassen sondern Tempo zu machen. Ziemlich schnell fand ich ein paar Leute um mich herum, mit denen es hin und her ging, mal ich vor, mal sie. Die Bekleidungsfrage wurde an dem Tag sehr unterschiedlich gelöst, so traf man Läufer mit voller Winterbekleidung und sogar Sturmmaske, aber auch ein paar Wenige in kurz/kurz. Einer davon war jemand um mich herum – er blieb mir vor allem aber dadurch in Erinnerung, dass er – zumindest bergauf – stönte, als ob es ganz Leipzig hören müsste, wie er zu leiden hatte. Es nervte ein wenig. Irgendwie war es komisch, weil es nicht ein Hauptevent des Jahres ist/war, nicht mal geplant war und jetzt nur zum Einstieg in die Saison diente, nahm ich das alles auch nicht so richtig ernst. Es würde sich ein Ergebnis ergeben und das könnte ich danach bewerten. Fertig aus. Ich glaube, dass tat mir gar nicht gut. Das sind zwar jetzt auch Beobachtungen von mir im Nachhinein, aber ich war nicht so richtig heiß auf den Fight. Ich hatte keinen Plan für den Lauf, aber mir im Vorfeld meinen Blogeintrag vom letzten Jahr durchgelesen. Nach der ersten Runde freute ich mich Sabine zu sehen aber verpasste total mal auf die Uhr zu schauen. Nach der zweiten Runde – es galt sechsmal den Berg zu bezwingen – war ich dann erschrocken, wie langsam ich doch war. Ich hatte deutlich mehr über den Winter gemacht – wenn auch nicht unbedingt lauftechnisch – und so war für mich eigentlich klar, dass ich unter der Vorjahreszeit bleiben würde, würde sich nur fragen wieviel. Auf einmal sah die Welt anders aus. Sie sah aber schon fast so anders aus, dass die Vorjahreszeit – gerade wenn ich so in mich hineinhorchte und das Potential für die nächsten Runden abfragte – unerreichbar war. Ich war irgendwie geschockt und hatte bergauf auch noch zu tun an den steileren Abschnitten nicht gleich ins Gehen zu verfallen. Gleichmäßigkeit hieß mein Motto, kontrolliert zügig den Berg bezwingen. Meine Gedanken schweiften ab und ich erwischte mich, dass ich bergab doch nicht richtig Tempo machte, sondern mich zu stark erholte. In der nächsten Runde versuchte ich dem entgegen zu wirken, aber dann wurde es bergauf richtig schwierig. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Irgendwann musste ich denn lautstarken Begleiter ein klein wenig ziehen lassen, kurz vor Ende der fünften Runde überrundete mich auch noch ein Freund, was ich – nachdem er mich oben auf der fünften Runde noch nicht hatte – eigentlich verhindern wollte, die Speicherkarte in der Kamera meiner Freundin war längst voll und irgendwie trat dann eine Beflügelung erst im Bergababschnitt der letzten Runde ein. Den einen vor mir wollte ich noch packen, immer länger wurden meine Schritte und meine Geschwindigkeit höher und ich kam Stück für Stück ran, aber auch er schien jetzt schneller zu werden. Die letzte Kehre und noch ein Endspurt – Zeitgleichheit, Fotofinish. Mit dem besseren Ende für ihn. Aber diese Meter waren wichtig. Da erwachte das Kämpferherz und startete die Saison – wenn auch 3 Minuten langsamer als letztes Jahr.

Nach ein paar Bechern Tee ging es direkt in die Schwimmhalle. Leider zwangen mich die Öffnungszeiten meine Trainingseinheit von 1:20 h auf 1:00 h zu kürzen. Noch dazu war es die wohl schlechteste Einheit, die ich in Leipzig geschwommen bin. Nicht so schlecht wegen meiner Leistung oder dem Gefühl, sondern wegen der Umgebung. So eine volle Schwimmhalle mit solch unfreundlichem Mitschwimmern hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. Alles harmlos gegenüber dem Geprügel in Dresden, aber irgendwie doch unschön.
Danach war dem Samstag aber auch schon (trainingstechnisch) vorbei – Entlastungswoche halt. Wie blöd der Lauf vormittags doch war, erzählte wohl mein Gesicht. Ich freute mich auch eine Arbeitskollegin von Sabine zu sehen, aber sie meinte dann, wie deprimiert ich denn reinschauen würde. Upps – das hätte ich nicht gedacht. Allerdings wollte ich inzwischen auch dringend in die Regeneration auf das Sofa.

Am Sonntag standen dann noch drei Stunden auf dem Ergometer an. Komisch, Rolle hasse ich, aber Ergometer mit TV ist irgendwie doch okay. Es wurde eine Fettstoffwechseleinheit. Der Puls war nicht hoch, gefühlt war ich aber in dem Belastungsbereich unterwegs, wie ich es auf Ausfahrten draußen auch war, nur hatte ich dort immer 20 Schläge mehr. So waren es am Ende 40 Prozent Fettanteil Kalorien und gegen Ende merkte ich auch deutlich, dass die Kohlenhydratspeicher leer sind. Gleiches Tempo, gleiche Belastung, aber der Puls ging in der letzten halben Stunde deutlich nach oben. Nächste Woche ist nochmal Leipzig angesagt, nochmal drei Stunden Rad – mal sehen, ob die dann draußen stattfinden. Evtl. dann auch mit Koppellauf, denn ich werde Sonntag laufen müssen, Samstag ist komplett einem erneuten Schwimmseminar gewidmet (oder ich laufe dort in der Mittagspause).

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