Das Monster ist verbannt

Der letzte Post ist schon etwas her und gedanklich hatte ich den Beitrag für den 4.2. schon fertig, aber daraus wurde nichts. Ich weiß nicht, ob da auch schon das Monster dran schuld war. Schließlich lag es die ganze Zeit in meinem Wohnzimmer rum und glotzte mich immer vorwurfsvoll an.
Auch egal, jedenfalls wurde der letzte Tag meiner Entlastungswoche und Abschluss der Vorbereitungsperiode dann kein erfolgreicher Abschluss. Nach einer noch schönen Radausfahrt sind wir am Samstag nach Riesa zu Sabines Eltern gefahren und dort wartete noch meine Lieblingsschwimmhalle auf mich. Während der Fahrt war mir aber irgendwie kalt, beim Mittagessen war ich auf einmal müde und dann kämpfte ich mit mir. Die schöne Schwimmhalle wartete und wenn ich mich nur irgendwie durchringen würde, dann würde ich mich in der Einheit bestimmt drüber freuen und alles wäre wieder gut, aber müde halbherzig eine Einheit zu absolvieren – dann kann man es auch gleich sein lassen. Es war ein hin und her, ich schöpfte nach etwas Ruhe wieder etwas Kraft, kam dann aber doch zu der Erkenntnis, dass mir mein Körper gerade sagen will, dass er jetzt mal krank macht und Trainingspause angesagt ist.
Mein Doc ist kein Krankschreiber und auch ich wollte ja eigentlich so schnell wie möglich wieder los und so einigten wir uns auf eine Auszeit bis Mittwoch. Irgendwie hatten wir aber nicht so richtig meinem Körper zugehört, der forderte Nachschlag ein und so war auch den Rest der Woche Ruhe angesagt. Mir ging es zum „Glück“ zu schlecht, dass ich gar nicht auf die Idee von Training kam, selbst Rechner anmachen und evtl. noch einen Blogpost schreiben – unmöglich. Montag ist Ruhetag und so hatte ich noch einen Tag mehr zum erholen, auch wenn ich da bereits wieder auf Arbeit ging. Entweder hatte ich mich an die Faulheit und das längere Schlafen gewöhnt oder es war doch noch Virenreste in mir, jedenfalls war Dienstag nochmal Pause. Aber dann ging der Kampf los.

Mittwochmorgen startete ich mit einer Laufeinheit. Insgesamt plante ich die Woche nicht. Der verzögerte Start, die Ungewissheit was von der Krankheit noch da ist und mich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen, ließen mich einfach das tun, was ich wollte. Allerdings schon sehr daran orientiert, was im Plan stand. Und dabei ignorierte ich einfach, dass ich eine Woche ausgesetzt hatte und machte in der Belastungswoche 2 weiter. Das tat ich vor allem mit dem verzögerten Start am Mittwoch statt Dienstag und das war saukomisch. Das fühlte sich alles anders an und ich hätte gerne diesen Tag Verzögerung mir wieder irgendwo eingekauft. Geht nun aber leider nicht.

Donnerstagmorgen probierte ich dann was Neues – vor der Arbeit aufs Bike. Das hatte ich letzte Saison schon mal mit dem Rollentraining früh probiert und fand das gar nicht so schlecht. Und auch diesmal fühlte es sich gut an. Es macht mich stolz schon vor der Arbeit eine ordentliche Trainingseinheit absolviert zu haben und diese im Freien bei natürlichem Licht zu absolvieren war richtig gut. Dass der Arbeitsstart nicht zu weit hinaus geschoben werden darf, machte meinem Puls wenigstens Beine und ich hatte eine herrliche Ausfahrt.
Am Abend ging es dann ins Schwimmbad und wegen der veränderten (und nicht so allgemein wahrgenommenen) Öffnungszeiten der Schwimmhalle hatte ich richtig Glück und statt überfüllter Bahn hatte ich diesmal die Bahn ganz für mich allein. Herrlich, so war auch Techniktraining gar kein Problem.

Ich bin mittlerweile in der „Base-Phase“ angekommen und das merkt man. Man läuft nicht mehr nur vor sich hin, sondern da stehen Detailinfos am Plan und die langen Läufe werden auch länger und so hieß es gleich am nächsten Tag wieder zeitig bzw. noch ein Tick zeitiger aufstehen und einfach mal 23 km vor der Arbeit laufen gehen. Super – hat mir gut gefallen und mich bestätigt, dass ich eher ein Morgenmensch bin. Eine evtl. angepeilte Schwimmeinheit für den Abend absolvierte ich dann doch nicht.

Und dann war er da – der Samstag. Die Idee und der Plan ist mir wohl auf der morgendlichen kurzen Laufrunde gekommen, aber er war klar und eindeutig – das Monster würde keine Chance haben. Nach Duschen und Frühstück wurde in der dunklen und kalten Hölle Platz geschaffen, dorthin sollte es verbannt werden. Nachdem dies vollzogen war und in einem letzten Mahl Kräfte getankt und gesammelt wurden geschah es, ich riss es auseinander und reihte fein säuberlich die Gebeine nebeneinander auf, um sie auch gleich wieder in ihr Korsett aus Styrophor zu zwängen welches in den düsteren Karton gesteckt wurde und schließlich in das kalte dunkle Loch hinabgetragen wurde, eingesperrt und verbannt hinter Stahlstreben wird es zumindest bis zur nächsten Saison dahinsiechen.
Kurz und gut: Ich verstaute meinen Rollentrainer im Keller.
Mir macht mein MTB Spaß, mit der Rolle kann ich irgendwie derzeit gar nix anfangen (auch wenn ich das Training eigentlich für sehr sinnvoll halte) und so habe ich mich entschlossen, mich nicht länger zu quälen und wenn Radeinheit auf dem Programm steht, dann geht es raus (oder sie fällt halt aus). Mein Kopf freut sich tierisch über diese Entscheidung.
Apropos Kopf. Der freut sich auch darüber das es für Sabines Zukunft endlich etwas mehr Planungssicherheit gibt bzw. überhaupt einen Horizont gibt und wir jetzt wissen wohin die Reise gehen wird. Auch wenn da in der Vorbereitungsphase wohl noch das eine oder andere Nicht-Trainings-Wochenende passiert, so ist das für – zumindest die mentale – Vorbereitung doch Gold wert und in der direkten Vorbereitung auf Roth wird mich das nicht stören.

Roth, ja Roth – 3 Monate Vorbeitung sind um, knapp 5 liegen noch vor mir und es ist schön, wenn sich die Puzzleteile immer mehr zusammenfügen. Roth hat einen neuen Hauptsponsor. Schön, weil ich weiß, dass das wichtig ist und vieles ermöglicht, unschön, weil ich es schöner finde, wenn man einfach bei der „Challenge Roth“ war, als bei der „Datev Challenge Roth“ und vor allem alle Artikel dann wohl auch damit gebrandet sind. Viel mehr freue ich mich aber darüber, dass das (oder zumindest Teile) des Profifeldes bekannt gegeben worden sind und das Caroline Steffen in Roth starten wird. Ich werde ihr zwar wohl auf der Strecke nicht begegnen – denn die Profis und Frauen starten ja doch einiges zeitiger und bevor ich auf meine erste Radrunde gehe, wird sie schon auf ihrer zweiten sein, aber es ist schön, dass sie da irgendwo rumschwirrt. Auch sonst finde ich das Damenfeld wirklich top und bin gespannt, auch beim gut besetzten Herrenfeld, aber ich muss zugeben, so wirklich richtig doll freuen tue ich mich auf Xena.
Das ich das Absterben meiner zweiten Batterie in meiner Polar RCX5 gerade hinauszögere, damit ich vor Roth dann nicht noch eine Batterie brauche, ist wohl eher ein unwichtiges Randthema. Übrigens schön, dass es ein Randthema ist, es ist schon schön zu wissen, dass man eine Pulsuhr hat, für die die 13/14-Stunden-Einheit bei der Langdistanz kein Problem darstellt.

Soweit für heute. Übrigens finde ich es schön in anderen Blogs die Trainingsauswertungen von den Monaten zu lesen oder die Jahreszusammenfassung oder auch die schönsten Medaillen und Laufstrecken in Bildern und an vielen Dingen würde ich mich irgendwie auch gern beteiligen, aber Training ist derzeit einfach wichtiger als darüber zu schreiben. Ich finde es auch immer wieder schade, dass ich kaum Bilder poste, aber vielleicht machen mich auch Worte aus. Und ich erinnere mich selbst bei diesen Überlegungen immer an meine Einleitung, der Blog ist vor allem auch für mich da, es ist ein Tagebuch und wer teilhaben möchte, ist gern eingeladen, aber ich mache das auch viel für mich. Ich lese übrigens auch oft in diesem Tagebuch alte Seiten nach. In diesem Sinne – Dank an alle Leser.

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3 Antworten zu Das Monster ist verbannt

  1. Manu schreibt:

    Schön wieder von Dir zu lesen! Weiterhin alles Gute für das Training! Wir sehen uns ja bald in Dresden 🙂

  2. starty schreibt:

    Klingt doch alles sehr gut!
    Die Tage werden ja auch wieder länger und die Wahrscheinlichkeit für Radeinheiten im Freien steigt! Auch wenn’s heute einen wettertechnischen Rückschlag gab..
    Trotzdem umso besser wenn der Kopf durch die Verbannung des Monsters weitere Motivationspunkte frei setzt.. Freu mich dem Weg weiter zu folgen!
    Viele Grüße Toby

  3. Uwe schreibt:

    Naja, wenn man die DATEV näher kennt, dann kannst Du schon froh sein, das nicht alle Rot(h)e gleich noch Grün gestrichen wurde… 😉

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