Wintertrainingslager Rabenberg 2013

Geschwister

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Nach meinem letzten Blogbeitrag war ich natürlich nicht mehr laufen und machte zwei Tage Ruhe. In dieser Zeit traf ich mich noch mit einem Freund in der Kneipe und stellte fest, dass ich noch wertvolle Schätze bei mir rumliegen hab und als wir das diskutiert haben, war in meinem Kopf der Plan schon klar. Das Objektiv wird verkauft und dient damit zur Refinanzierung des MTBs um das ich schon seit Wochen rumlaufe. Endlich wird es meine werden. Es passt aber auch perfekt. Preisreduziert, weil 2012er Modell, aber genau das gefällt mir, denn es hat die gleiche Lackierung wie mein Rennrad. Meine Größe und für die gelegentlichen Ausflüge völlig ausreichend. Also wurde ich noch stolzer Besitzer eines Felt Q200.

Quasi direkt danach ging es ins Trainingslager. Unser Verein fährt im Winter und im Mai für ein verlängertes Wochenende immer ins Trainingslager. Im Vorfeld fand ich es schade, dass es nur von Freitag bis Sonntag gehen würde und nicht schon Donnerstag startet, denn so hat man eigentlich nur den Samstag. Wir verabredeten uns aber schon für den frühen Nachmittag und da ich kurzfristig noch Urlaub nahm, klappte es auch perfekt mit der ersten Ausfahrt des MTBs um 14 Uhr. Leider hatte 30 km vorm Rabenberg der Regen eingesetzt und die Wegbedingungen vor Ort waren nicht wirklich optimal. Nach reichlich 4 km hatte ich meinen ersten Sturz – der Weg war mittlerweile pures Glatteis, aber fahren war noch einfacher als laufen. Wir drehten wieder um und absolvierten noch die Abfahrt und dann vor allem wieder die Auffahrt zum Rabenberg. Das ist ein 4 Kilometer langer Abschnitt mit 14 Prozent Steigung. Okay, wir sind nicht bis ganz runter gefahren, aber ich fand es gut, dass ich das besser drauf hatte als im letzten Mai und Peter aus der schnellen Radgruppe vom Mai davonfahren konnte und dabei immer noch im Pulsbereich GA1 blieb. Herrlich zu sehen, dass Training wirkt.
So moralisch gestärkt, ging es mit einem guten Gefühl in die erste Schwimmeinheit. Leider war da terminlich etwas Chaos und wir hatten doch keine Schwimmtrainerin, aber die Einheit war trotzdem gut. Nach der Einheit und beim Essen gab es dann das Aufeinandertreffen der ganzen Gruppe. Wir waren knapp 30 Leute. Der Abend klang beim gemütlichen Schwatz aus und man verabredete sich für den morgigen Tag.

Übersicht Trainingseinheiten

Übersicht Trainingseinheiten

Die MTB-Gruppe hatte sich von 5 auf 4 reduziert und auch die anderen wollten es alle mit Skifahren in Oberwiesenthal probieren. Eigentlich ist der Ort ideal. Der Loipe geht direkt vor der Haustür los und endet eigentlich nie, aber bei der Wärme derzeit und dem unaufhörlichen Regen braucht man halt noch ein paar Höhenmeter mehr. Dort war es zwar auch regnerisch, aber es ging wohl noch. Ich dagegen war ja eigentlich ganz froh, denn ich stand noch nie auf Brettern und wollte mein MTB ausführen und war glücklich, dass ich dazu Begleiter hatte. Den Regen hat man nach 200 m einfach ignoriert und wir fuhren eine schöne Runde. Leider funktionierte das mit dem Ignorieren nicht so sehr lange, denn wenn die Schuhe quitschen, die Handschuhe ausgewrungen werden können und die Sicht durch die vielen Regentropfen auf der Brille doch sehr eingeschränkt ist, dann will man doch wieder schneller nach Hause als man eigentlich will. Das Erzgebirge ist heftig und so brauchten wir für die 36 km reichlich 2 Stunden. Aber bei zwischenzeitlich 16 Prozent Steigung ist das auch kein Wunder. Es geht dort einfach nur extrem rauf oder runter.
Mittag. Kurz Ruhe und dann eine Laufeinheit. Die absolvierte ich allein. Ich fand niemand Verfügbaren für mein Tempo. Die Eisschicht auf den Wegen von gestern war inzwischen durch den Regen weggewaschen wurden. Es war zwar mal etwas weniger Regen, aber ich hatte dennoch die Feuchtigkeit unterschätzt und war so froh wieder da zu sein und fast direkt ins Becken springen zu können. Dazu gibt es nix besonderes, außer dass mir ein Vereinskollege bei der Badewanne den Hinter hochgedrückt hat und noch weiter und noch weiter und ich dabei erstmal gemerkt habe, wie hart das eigentlich ist. Bei sowas merkt man halt schon, dass Anleitung ziemlich wichtig ist und man nicht immer allein vor sich hin trainieren sollte. Nach der Schwimmhalle gab es fast ein Wechseltraining um pünktlich beim Athletiktraining zu sein. Ich dachte ja, meine Kraft-Yoga-Einheiten hätten sich in dem Bereich mittlerweile etwas ausgezahlt, aber ich wurde doch eines besseren belehrt. Immer wieder brach ich förmlich zusammen bevor die Trainerin anfing zu zählen „noch 3, noch 2, noch 1“. Ich war nach der Stunde doch ganz froh, dass es nun zum Essen und zum gemütlichen Teil ging.

Am Sonntag hatten sich die drei anderen Mitstreiter der MTB-Gruppe schon vorzeitig verabschiedet und so stürzte ich mich allein in den Wald – immer noch bei Regen. Diesmal versuchte ich ein bisschen mehr querfeldein zu fahren und Straßen zu meiden. Das war als MTB-Neuling bei dem Gelände und Wetter gar nicht so einfach. Die Regentropfen auf der Brille reduzierten ziemlich erheblich meine Sicht und so traute ich mir auf den steilen Abfahrten kaum die Finger von den Bremsen zu nehmen. Knapp 40 km/h auf losem Untergrund mit einer Sichtweite von 10 Metern fühlten sich irgendwie nicht so doll an. Aber es dauerte ja auch nicht lange bis es wieder steil an gehen würde. Richtig nasses Gras und Moos ist wie Leim für die Reifen und man merkte deutlich, wie man kräftiger in die Pedale treten musste. Irgendwann war es dann soweit und ich wusste nicht mehr wo ich war und wohin ich fahren musste. Zum Glück hatte ich mir vorher aber noch eine Karte gekauft und so hatte ich dann ziemlich schnell wieder einen Plan. Als ich wieder auf dem Rabenberg war sah ich diesmal doch erheblich dreckiger aus und suchte mir nicht nur eine Dusche sondern koppelte das gleich noch mit der letzten Schwimmeinheit für das Trainingslager bevor es gut gestärkt auf den Heimweg ging.
Zu Hause bzw. bei meiner Freundin angekommen merkte ich dann deutlich wie sehr die 3 Tage doch geschlaucht haben. Ich war ziemlich fertig und genoss das Sofa.

Montag gab es dann wieder planmäßig Ruhetag und das war wirklich richtig wichtig. Bevor es dann heute ein kleiner Kampf wurde. Aufgestanden, halb das Zeug zusammengesucht, dann rausgeschaut – oh heftiger Regen – wieder ins Bett, dort nach 2 Minuten gedacht, nee ich will doch (das ankommen wird doch schön) also los und es war schön und ich wurde damit belohnt, dass auf dem Rückweg der Laufeinheit der Regen aufhörte. Ähnliches Spiel mit der Schwimmeinheit am Abend. Bei dem Überwinden tut mir aber wirklich meine Manifestierung meines Willens an meiner Schlafzimmerwand gut – „Weil ich es liebe – Roth 14.07.2013“. Ohne Ziel hätten die letzten Tag wohl erheblich anders ausgesehen und ich freue mich schon darauf diese Einheiten dann in Roth in schweren Abschnitten Revue passieren zu lassen.

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Eine Antwort zu Wintertrainingslager Rabenberg 2013

  1. Din schreibt:

    Wahnsinn. Klasse! Aber was es doch für einen Unterschied macht, so ein grandioses Ziel zu haben und mit einer Trainerin seine Einheiten zu absolvieren.

    Viel Spaß auch weiterhin.

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