Saisonpause oder auch Investitionsphase

Nach dem Dresden Marathon war bzw. ist Regeneration angesagt, nicht nur von dem Marathon, sondern von der ganzen Saison. Und ich betreibe das exzessiv. Wenn ich irgendwas machen will, aber nur der kleinste Anflug von Unlust kommt, dann lasse ich es sein und so gab es nach dem Dresden Marathon bis jetzt keine einzige Laufeinheit, nur eine Radausfahrt – dazu später noch mehr – und drei Schwimmeinheiten. Nach der ersten Woche war der Marathon schon so ziemlich vergessen – also vom Erschöpfungsgefühl, sonst freue ich mich immer noch – aber ich tat weiter nichts. Ich wusste schon ziemlich lange, dass mein Trainingsplan für Roth am 19.11.2012 starten wird und das war gut. Denn so kommt beim Nichtstun keinerlei schlechtes Gewissen auf, sondern eher eine positive Stimmung, weil ich wirklich konsequent regeneriere. Ein zu schneller Einstieg – auf einige Einheiten freue ich mich schon und mich auch mal wieder hochzuquälen, obwohl ich nichts so richtig Lust habe – wäre wohl vor allem schlecht für den Kopf, denn die Motivation zum Training wäre zwar für die Einheit da, aber ich will den Motivationsakku auch richtig voll laden, so dass er für die lange Zeit reicht. Nach der zweiten Pausenwoche stellte sich auch eine Schwere in den Gliedmaßen ein, wo ich gar nicht wusste woher das kommt, aber das werden dann wohl die eher langfristigen Erholungs- bzw. Regenerierungsprozesse sein. Diese Schwere hat sich mittlerweile aber auch wieder verflüchtigt und so freue ich mich auf den Neustart. Bis dahin bleibt es aber trainingstechnisch ruhig.

Dafür werden in der Saisonpause jede Menge andere Baustellen bearbeitet, auch um dann frei durchzustarten. Das noch zu erstellende Fotobuch vom Schulanfang meines Neffen werde ich wohl nicht schaffen, aber sonst ist jede Menge passiert.

Die lästige und angemahnte Steuererklärung wurde endlich erledigt und dient auch der Refinanzierung der Investitionsrunde. Überhaupt wurden Papiere und Finanzen geordnet.

Und sonst wurde viel vorbereitet, damit auch das Wintertraining gut läuft und mir viele Möglichkeiten offen stehen.
So hab ich mein normales Alltagsrad endlich mit Nabendynamo, Licht und Schutzblechen versehen und den abgefahrenen Reifen – dessen Ersatz schon seit April hier rumliegt – endlich getauscht.
Ich hab mir eine ordentliche Windstopper-Radjacke besorgt, die ich auch als Weste anziehen kann. Im Winter mit einem der zahlreichen Finishershirts durch die Gegend zu fahren, geht ja leider nicht wirklich. Habe mir Winterhandschuhe gegönnt und nach der Saisonabschlussfahrt am Reformationstag war mir ganz schnell klar, dass ich auch ein paar gut wärmende Überschuhe brauche. Alles von GORE und nach den ersten Tests bin ich mit meinen Einkäufen auch sehr zufrieden – mein Konto zwar nicht so, aber wer billig kauft, kauft ja bekanntlich zweimal. Zum Erkunden von neuen Wegen und ruhigen Nebenstraßen ohne lästiges Kartenstudium unterwegs und überhaupt als Radtacho gab es einen Garmin Edge 200 und auch damit bin ich zufrieden. So gerüstet hoffe ich die langen Radausfahrten am Wochenende alle draußen durchführen zu können und mich nicht stundenlang auf der Rolle abmühen zu müssen – zumal diese Gerätschaften ja auch nicht gerade billig sind. Zum Glück war das schon in der Investitionsrunde im letzten Jahr.
Die Inspektion vom Rennrad ist da schon fast nicht mehr aufgefallen.
Das Tria-Bike wurde auch endlich an die Wand befördert mit dem seit fast einem Jahr rumliegenden Radhalter und das war es dann schon – in Sachen Rad. Bitte verschont mich damit mir vorzurechnen welche Gesamtsumme sich da ergibt. Bis jetzt konnte ich wenigstens noch wiederstehen mir noch ein MTB zuzulegen. Aber das ist so schön – genau in der gleichen Lackierung wie mein Rennrad. Wenn das Weihnachtsgeld entsprechend ausfällt und das Bike noch da ist, werde ich wohl schwach. Auf die Refinanzierung über das Gewinnspiel zur Rad-/Triathlonmesse und dem möglichen 500 EUR-Gutschein zu hoffen, ist dann wohl eher unrealistisch, aber auch da habe ich meine Chancen gewahrt.

Die Investitionsrunde im Laufbereich war sehr überschaubar. Keine neuen Schuhe, keine neuen Sachen, keine Bücher – nur eine einfache und vor allem leichte Markenstirnlampe – die Petzl Tikkina. Bisher hatte ich nur so einen Riesenteil, mit dem ich nicht laufen gehen wollte. Nun wollte ich aber die Möglichkeit haben auch im Winter in der Woche meinen langen Läufe zu absolvieren und da das wohl nicht immer morgens gehen wird, werde ich zu den dunklen Abendstunden gezwungen und da will ich Licht. Ich brauche aber keinen Flagscheinwerfer, sondern will einfach nur sehen können, wo ich hinlaufe und das ganze möglichst so, als ob es gar nicht da wäre – also unaufdringlich und leicht.
Außerdem habe ich mich mal wieder als Testläufer bei Brooks beworben – wäre schon schön, wenn das klappt.

Der Schwimmbereich hat natürlich auch seinen Teil abbekommen. Eine neue Schwimmbrille – die AquaSphere Vista – musste her. Und die Zeit der Saisonpause ist ja auch die Zeit Neues auzuprobieren, also testete ich die Finis Agility Paddles und bin sehr sehr angetan davon. Endlich kein kompliziertes lästiges Anziehen mehr, sondern schwupps reinschlüpfen und los und eine ganz neue Druckphase erleben und trotzdem die ganze Zeit sauber schwimmen. Herrlich.
Wie weit das mit dem „sauber schwimmen“ dann wirklich klappt, wird sich am Samstag herausstellen, wenn ich zum Schwimmseminar des sächsischen Triathlonverbandes in Riesa gehe und dort analysiert werde. Der Preis ist gegen viele kommerzielle Anbieter schon mal unschlagbar, ob die Leistung dann auch das hält, wird man sehen und ich werde berichten.

Ziele sollte man festhalten oder dumme Ideen in der Saisonpause. (geschrieben mit dem gesunden Farbstoff der roten Beete)

Ziele sollte man festhalten oder dumme Ideen in der Saisonpause. (geschrieben mit dem gesunden Farbstoff der roten Beete)

Neben dem ganzen Kram, gab es aber die eigentlich wichtige Tätigkeit, meine Arbeit und meine Gedanken zum Trainingsplan. Bisher hatte ich da ja mehr nach Gefühl gemacht oder nach irgendeinem schnell aktivierten Plan in einem Portal, aber nun machte ich mir endlich mal wirklich Gedanken darüber. Als Basis gab es da den 12-Stunden-Plan von triathlon-szene.de. Prinzipiell passt dieser Plan sehr gut zu mir, also alle Trainingseinheiten kann ich mir genau so vorstellen und über- oder unterfordern mich auch nicht. Dort bastelte dann ich erstmal beispielhaft an einer Woche rum, da ja Öffnungszeiten der Schwimmhalle und persönliche Zeitfenster berücksichtigt werden müssen. Dann notierte ich meine Besonderheiten – ich fahre mit meinem Verein in zwei Kurztrainingslager, will einen Silvesterlauf unternehmen, am Wintermarathon teilnehmen, den Oberelbemarathon als Zeitläufer bestreiten, beim Halbmarathon in Berlin es nochmal so richtig krachen lassen und die maximale Steigerung aber schon etwas eher zur Halbdistanz beim Schlosstriathlon in Moritzburg haben. Viele offene Fragen, die ich aber gut in einem Gespräch mit Reiner klären konnte, der mir als Ansprechpartner zur Verfügung steht und mein Training auch beobachtet. Gut so jemanden auf seiner Seite zu wissen. Nun fühle ich mich gerüstet und gestärkt und energiegeladen und so gab es auch zwischendurch einen Moment, an dem ein Ziel einfach festgehalten werden musste und so schrieb ich es mit dem Saft der Roten Beete an meine Schlafzimmerwand.

Auf geht es – Roth, ich komme.

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5 Antworten zu Saisonpause oder auch Investitionsphase

  1. Din schreibt:

    Ich finde es echt klasse, wie motiviert und überlegt du dich vorbereitest und in was du investiert hast oder eben nicht. Bücher sind auch nicht mehr meins. Kann zwar auf der Rolle so einige Zeit rumbekommen, aber das war es dann auch schon. Ich versuche auch den Winter gut rumzukommen. Bin gespannt, wie lang ich es noch durchhalte mit dem Rad. Aber wenn die Ausrüstung ok ist, dann geht es sicher noch ein Weilchen gut.

    Wie war dein Schwimmkurs? Ich mache jetzt ein kleines Mini 5 Tage Camp zwischen Weihnachten und Silvester. Hoffe, dass ich da ordentlich Grundlagen, Motivation und eine vernünftige Technik mitnehmen kann.

    • Ralf schreibt:

      Mein Schwimmkurs wurde leider kurzfristig abgesagt, soll aber bald nachgeholt werden und diese Woche wird das Durchhalten gleich auf eine harte Probe gestellt. Ich bin selbst auch gespannt, was in den nächsten Monaten passiert.

      • Din schreibt:

        Oh, das ist aber übel. Hoffentlich kannst du dann bald den neuen angehen. Dann zieh’s durch! Du packst das.

  2. Oliver schreibt:

    Hallo, ich bin Olli aus Berlin!
    Schön so sachte weitere Blogs zu finden, die sich ums Thema Laufen und Triathlon drehen.
    Möchte 2013 auch gern Triathlonluft schnuppern und lese mit Begeisterung über deine Motivation und Investition! Habe nur einen kleinen Schimmer davon was auf mich zukommt.
    Wollte beim kleinen Berlinman starten, habe aber gelesen das dieser nicht stattfinden wird. Hast du einen tip für mich, für ähnliche Veranstaltungen im Raum Berlin Brandenburg? Vielleicht auch den ein oder anderen Trainingstip?
    Grüße Olli

    • Ralf schreibt:

      Als Event kann ich Dir auch meinen ersten Triathlon empfehlen, im Süden von Brandenburg in Senftenberg am Koschenberg. Sehr schöne Veranstaltung.

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