Nachtlauf Dresden

Es ist schon ein paar Tage her, aber trotzdem sollen noch ein paar Worte zum Nachtlauf in Dresden verloren werden.

So wichtig war mir der Lauf diesmal nicht, aber wenn so ein schönes Event in seiner Stadt stattfindet und man angemeldet ist, dann macht man auch mit. Ob ich mich kurzfristig noch gemeldet hätte, dass kann ich nicht sagen, aber manchmal hilft die langfristige Planung halt auch über ein paar Motivationslöcher. Obwohl damit hatte ich eigentlich kein Problem. Ich wollte aber eher noch eine Radrunde als Vorbereitung für den Knappenman drehen, aber ein bisschen Ruhe musste zumindest sein und so machte ich am Donnerstag nichts mehr.

Freitagabend war es dann soweit und was soll ich sagen, ich hasse abends laufen. Ich wollte nicht, hatte keinen Antrieb, aber Sabine motivierte mich ein bisschen. Als wir am Citybeach vorbeifuhren, fragte ich mich aber gleich wieder, ob ich das will, man könnte so schön mit Bier und Bratwurst einen der wenigen herrlichen Sommerabend dieses Jahres geniesen. Ich fuhr dann trotzdem weiter zum Start. Dort traf ich jede Menge Bekannte, aber als ich zum Einlaufen los wollte, waren die auf einmal alle wieder weg. Also alleine ca. 10 Minuten warm gelaufen und dann so langsam ganz vorn einsortiert. Ich hatte einen Platz bei den Topathleten (es gab erstmals 4 Startblöcke beim Nachtlauf), wie ich dazu kam, weiß ich nicht wirklich, aber dafür hab ich auf der Pasta-Party auch keine Nudeln mehr bekommen. Ich hab das mal als ausgleichende Gerechtigkeit angesehen. Ein vorderer Startplatz war mir nämlich wichtig, da es durch die Baustelle am Blauen Wunder wieder über die Treppe hoch gehen würde und es sich dort wohl stauen könnte, wenn die Massen kommen, schließlich gab es einen neuen Teilnehmerrekord mit ca. 2.700 Startern. Also einsortiert und dann ab.
Vorgenommen hatte ich mir eine Zeit von 59:13 Min. – also die hatte ich beim Brooks Pacepropheten getippt. Da ich dieses Jahr nicht so wirklich aufs Tempo gegangen bin im Training und die Strecke wohl einen Tick länger sein würde und halt die Treppe beinhaltet, würde ich wohl etwas langsamer als letztes Jahr sein (58:22), aber ich wollte trotzdem noch unter einer Stunde bleiben.

Startschuss und ab. Ich fand ziemlich schnell mein Tempo, aber leider fand ich niemand an den ich mich hängen konnte. Die anderen aus der Topathleten-Gruppe waren mir im Durchschnitt zu schnell und sonst war ja kaum jemand da. Die Leute, die von hinten vorbeiliefen waren auch meist deutlich schneller, ein paar die vorbeistürmten würde ich später wohl wiedersehen, wenn sie einbrachen. Also lief ich schön mein Tempo. Ein bisschen trauerte ich dabei dem letzten Jahr nach als ich den perfekten Tempomacher hatte. Getränkestation ließ ich links liegen und folgte bald den Pfaden durch die Baustelle. Die waren gut vorbereitet, aber mit der Schleife versehen die ich vermutet hatte. Zum Glück musste ich an der Treppe noch nicht anstehen, also zügig hoch und übers Blaue Wunder. Auf der anderen Seite begann dann bald der blöde Kopfsteinpflasterabschnitt, aber bei mir war es noch relativ hell und es ging locker. Leider war auf einmal auch mein Schnürsenkel locker, noch 5 km mit offenem Schnürsenkel laufen – nee das wird nix und wenn dann würde es nur nerven. Also Mini-Stop und Schnürsenkel binden. Mit meiner Durchgangszeit bei km 10 war ich auch zufrieden. Ich wollte auch noch minimal vor der „Kotzgrenze“ bleiben, da erst eine Woche später das Saisonhighlight auf dem Programm stand. Leider war die Batterie meiner Uhr mittlerweile etwas schwach und so ging das Licht nicht mehr und ich sah nur ab und an im Laternenschein ein paar Daten. Es würde sehr knapp werden mit einer Zeit von unter einer Stunde. Also los, weiter Gas geben. Die Brückenrampe nochmal hoch – aua – und dann im „Bergabstück“ versuchen ordentlich aufs Tempo zu drücken, denn kurz vor der Zielgeraden geht es an der Synagoge nochmal aufwärts. Tempo, Tempo, Tempo. Das Stück an der Synagoge wird hart, die Leute, die noch Kraft für einen längeren Endspurt haben, ziehen an mir vorbei, ich versuche mich zu behaupten, kann aber erst auf den letzten 100 bis 200 Metern wirklich nochmal Kräfte mobilisieren, aber was meine Augen beim Zieldurchlauf erblicken, läßt mich strahlen. Noch gut unter einer Stunde und eigentlich exakt auf meiner Pacepropheten-Zeit. Na wenn das nix ist. Ein bisschen später fällt mir dann ein, dass ich ja zwar ziemlich weit vorn stand, aber ja nicht mit dem Startschuss über die Matte bin, ich bin damit zwar noch etwas schneller, aber weiter weg von meiner getippten Zeit und welche von den drei Matten hat denn nun gezählt. Egal, erstmal ein kühles Alkoholfreies, mit ein paar Läuferfreunden sprechen, mit zwei Bechern Wasser „duschen“ (der Weg bis zur Prager Spitze ist es mir echt nicht wert, schön war es das Jahr, als man gleich im Fitnessstudio auf der Wilsdruffer duschen konnte), umziehen und dann ab den Sommerabend geniesen.

Der Lauf war es wirklich wert, gelaufen zu sein und ich hätte mich im Nachhinein geärgert, wenn ich mich nicht aufgerafft hätte und nach ein paar Tagen kam dann die Nachricht, ich hatte es diesmal wirklich geschafft, ich bin Paceprophet. Was will man mehr, okay Bestzeit, keine offenen Schnürsenkel, keine Treppe in der Strecke – aber das ist auch egal. Passend zur blauen Stunde war ich ja auch mit den blau-violetten Brooks Green Silence das erste Mal auf einem Wettkampf und ich muss sagen – top. Da bekommen meine T7 Racer Konkurrenz.

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3 Antworten zu Nachtlauf Dresden

  1. Manu schreibt:

    Schön, dass wir uns an dem Wochenende auch noch in Dresden gesehen hatten! Und Glückwunsch zur tollen Schätzung!

  2. Din schreibt:

    Auch an dieser Stelle noch einmal Glückwunsch! Hört sich nach einem wirklich schönen Abend an.

  3. Pingback: Flexibel bleiben und Jahresrückschau 2012 | loslaufen

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