Einfach nur Spaß haben – Leipzig Triathlon (Olympische Distanz)

„Nicht weil ich muss, sondern weil ich Spaß daran habe, mache ich es.“ – so ähnlich war ein Zitat, welches in einem Triathlon-Video, welches ich mir gestern anschaute, dazwischen geblendet wurde und es wurde heute mein Motto. Aber von Anfang an.

Zum Glück hab ich wirklich wieder richtig ins Training zurück gefunden und wieder Lust darauf, aufzustehen und loszulaufen, nach der Arbeit noch aufs Rad zu steigen oder der Schwimmhalle einen Besuch abzustatten. Und so war diese Woche alles andere als Tapering. Aber das war mir egal, ich hatte Lust auf Training und der diesjährige Hauptwettkampf ist die Halbdistanz beim Knappenman und so könnte ich auch aus vollem Training raus starten. Nach der langen Radrunde letzten Sonntag hatte ich auch keine Pause eingelegt, sondern die gab es erst am Freitag. Wenn ich da nicht zum Konzert gefahren wäre, dann wäre die wohl auch noch ausgefallen. So aber war ich unterwegs und zum Glück auch noch so fit, dass ich in der Nacht noch bis nach Hause gefahren bin und 2 Uhr friedlich in mein Bett ging. Gut geschlafen habe ich, aber sehr lange war es trotzdem nicht. Egal, Samstag ganz ruhig Sachen packen und dann auf nach Leipzig, in Ruhe Startunterlagen abholen, Pastaparty mitnehmen und ab in die Wohnung meiner Freundin. Sabine konnte diesmal leider nicht dabei sein, da sie noch zur Kur ist. Seit fast einem Jahr der erste Wettkampf, den ich ohne vertraute Bezugsperson bestreite. Fühlt sich komisch an. Am Abend dann noch in Ruhe einen Film und ab ins Bett. Als ich da nochmal auf die Wetter-App schaue, wird mir ganz anders – Regen, 11 Uhr. Wieso das denn jetzt? Ich denke, dass Wochenende soll trocken bleiben. Naja, ändern kann ich es eh nicht. Also Augen zu.

Früh strahlte mir dann erstmal die Sonne entgegen, aber es gab schon ein paar Wolken. Auf zum See. Dort noch schnell meine Vorderradbremse richten lassen, die hatte sich beim Transport irgendwie gelockert und einchecken. Flaschen füllen, Freizeitklamotten noch zum Auto schaffen und dann so langsam in den Neo steigen. Nochmal schnell zum Dixi, dann Einschwimmen – oh hier kann man aber gut weit sehen – und dann warten auf den Startschuss.

Schuss und los geht es. Ich starte in der dritten vierten Reihe und dort gibt es zwar Nähe, aber gar keine Schlägerei mehr, wunderbar, so bleibt die Nasenklammer wo sie hingehört und mir geht es bestens. Ich gehe es ruhig an, ich will durchkraulen und der Weg ist noch lang genug. Mit Startpass bin ich auch gleich in der ersten, der Lizenzwelle. Ich falle mehr und mehr zurück und es wird anstrengend, aber für meine Verhältnisse läuft es auch gut. Der Neo reibt diesmal auch nicht am Hals und so geht es vorran. Irgendwann merke ich, dass ich mit einer Zweieratmung, viel mehr Ruhe reinbekomme, mich besser orientieren kann und es sich nicht mehr so anstrengend anfühlt. Das macht Freude und so geht es weiter zur zweiten Boje. Jetzt kommen doch schon einige Badekappen aus der zweiten Welle auf und aber auch gleich vorbei. Das geht nach der zweiten Boje so weiter, aber eng wird es trotzdem nicht und es ist schön, jetzt schon das Ziel zu sehen. Leider kommt es doch nicht ganz so schnell näher wie gewünscht, aber ich lege eine Bomben-Schwimmzeit (in meinem Maßstab) hin und bin vor allem durchgekrault, so dass die Beine noch fit sind.
Die Radständer der Lizenzwelle sind fast leer – naja, hab ich wenigstens ordentlich Platz zum wechseln. Das klappt auch ganz gut. Nur leider fällt die blöde Aeroflasche nach 5 Laufmetern im Wechselgarten schon wieder aus der Halterung. Ich hab es echt satt mit dem Teil. Egal. Linie, Aufsteigen und ab. Herrlich kurze Weg hier.
Auf dem Rad fühle ich mich gleich wohl. Die Anfahrt zur Runde ist nicht sehr lang und dann heißt es viermal 10 km, ehe ich hier wieder zurück darf. Diesmal hab ich mir vier Gels aufs Oberrohr geklebt – nicht das ich wie in Moritzburg wieder das Gefühl habe, ich könnte noch eins gebrauchen. Eine Weile überlege ich, erst später das erste zu nehmen, aber dann bleibe ich bei meiner Strategie und nehme auf einem längeren Geradeausstück mein erstes Gel. Wasser aus der Flasche am Rahmen hinterher und weiter. Das Wasser was in der Aeroflasche blieb, will ich für zwischendurch mir aufsparen. Als ich auf die Uhr schaue, glaub ich kaum meinen Augen über 33 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Und das Beste – es fühlt sich leicht an. Herrlich – ich hab Spaß. Position bleibt weitgehend bezogen, ich kämpfe mich an ein paar Leuten vorbei, aber es überholen mich auch einige. Die Radrunde macht Spaß, es ist zwar windig, aber auf einer Runde hat man ja auch immer Teile mit Rückenwind. Die Strecke ist topfeben. Ich glaube, ich bin die komplette Radstrecke mit einem Gang gefahren. In jeder Runde an der gleichen Stelle gibt es das Gel. Leider verteile ich Gel Nummer 2 auch teilweise über meine rechte Hand – bäh, das klebt. Auf einmal gibt es von hinten Gehupe und kurz danach kommt Rakete Nr. 1 Per Bittner vorbeigeschossen. Als ich auf der dritten Runde bin, glaube ich meinen Augen kaum zu trauen, da überholt mich ein Feld von ca. 20 Mann – die zeigen sich sogar gegenseitig die Schlaglöcher an. Da hätte ich mir gern einen Kampfrichter hergewünscht. Insgesamt bleibt es aber fair und ich freue mich mit einem Schnitt von über 32 km/h auch wieder in den Wechselgarten einzubiegen. Schnell Schuhe wechseln, Helm ab und los.
Und es ist sofort wunderbar. Ich sammle ein, aber nicht nur so ein bisschen, sondern richtig, obwohl ich gar nicht groß Pace mache, sondern locker laufe, 10 km können auch lang werden. Die Verpflegungsstationen kann ich dank meiner optimalen Versorgung auf dem Rad links liegen lassen. Bringt fast bei jeder mind. einen Platz. Die Strecke ist schön zu laufen und von dem Wind merkt man auf der Laufrunde gar nix und so ist die erste 5km-Runde schneller zu Ende als gedacht. Am Ende sehe ich Marcus und klatsche ab. Wenn ich nicht schon so gute Laune hätte, dann wäre die auf jeden Fall beim Laufen gekommen. Vom Verein steht auch noch jemand am Wegesrand und auch auf der zweiten Runde heißt es einsammeln, einsammeln, einsammeln. Nur kurz bei km8 kommt ein Dreier-D-Zug an mir vorbei, aber das war es dann auch. Als ich in die Zielgasse einbiege, kann ich mich gleich noch mehr freuen. Ich hatte mir nicht wirklich was vorgenommen, aber im Prinzip galten die Ziele von Moritzburg noch und nun würde ich mein Idealziel von unter 2:45 h erreichen, bei handgestoppten 2:44:23 h bin ich durch den Zielbogen. Super, ich bin glücklich und zufrieden.

Leider gibt es keine Medaille im Ziel, sondern ein T-Shirt, was ich wohl kaum wieder anziehen werde – ich stehe nicht auf weiß. Egal, die Erinnerung ist das Wichtigste. Jetzt gibt es reichlich Wasser, Melone und dann ein Erdinger alkoholfrei. Zielplausch mit Sebastian und später auch mit Jan, der den Radständern fast neben mir hatte und auch Markus aus dem Trainingslager treffe ich. Leider war sein Ironman-Auftritt dieses Jahr in Frankfurt verletzungsbedingt nicht optimal ausgefallen. Noch ein Schwatz da und dort – man ist auf so einer Veranstaltung ja nie allein, wenn man erstmal ein paar Leute kennt. Checkout, Rad verstauen und dann noch ein bisschen beim Fitness-Triathlon zuschauen. Als ich vom Auto wieder zur Strecke gegangen bin, traf ich noch auf zwei Vereinsmitglieder und die meinten nur, dass ich so frisch aussehen, als ob ich gar nicht mitgemacht hätte. Das stimmt zwar nicht, aber die Freude lässt mich strahlen und wenn ich auf meine Pulsuhr schaue, dann hätte ich mich mal ordentlich anstrengen sollen. Durchschnittspulz 158 – das ist das obere Ende meines neuen (nach der Leistungsdiagnostik) GA1-Bereiches. Da wäre wohl noch etwas drin gewesen. Egal, für mich war es einfach ein Super-Tag.

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2 Antworten zu Einfach nur Spaß haben – Leipzig Triathlon (Olympische Distanz)

  1. Claudi schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch!
    Fitness Triathlon ist auch eine schöne Begrifflichkeit. 🙂

  2. Pingback: Flexibel bleiben und Jahresrückschau 2012 | loslaufen

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