One year to go

Seit heute früh 10:11 Uhr ist es amtlich. Am 14.07.2013 werde ich an der Startlinie meiner ersten Triathlon-Langdistanz stehen. Ach ist das schön. Aber der Reihe nach, es gibt da noch ein paar Dinge mehr.

Letzte Woche war noch keine optimale Woche, aber zumindest ging es endlich mal wieder regelmäßig zu ein paar Trainingseinheiten. So war ich am Dienstagabend in Riesa in der Schwimmhalle – es ist einfach ein Traum. Alle Bahnen im 50m-Becken für den öffentlichen Verkehr, schönstes Edelstahlbecken und Licht. Hoffentlich bekommt das Dresden bald mal mit der Sanierung der „Freiberger“ hin. Mittwoch brachte ich dann meine Freundin zur Kur und hatte am Nachmittag noch Zeit für einer reichlich 70km-Radrunde und auch Donnerstagmorgen konnte ich den Schweinehund besiegen – es war bei jedem Training schon noch ein kleiner Kampf – und war eine Runde laufen. Mit neuen Schuhe (Brooks Green Silence) und einem Wettkampf am Samstag vor Augen, musste das aber auch sein. Freitag war Ruhetag und Samstag galt es dann – Titelverteidigung beim Mühlentriathlon.

Letztes Jahr hatten wir uns als drei Arbeitskollegen zur Teilnahme am Staffelwettbewerb bei Mühlentriathlon (Olympische Distanz) zusammen getan und überraschenderweise auch die Mixed Staffeln gewonnen (Bericht). So ein Titel gehört verteidigt, also meldeten wir uns dieses Jahr wieder an. Mit der Kollegin traf ich mich zum Mittag schon zum Nudelessen und unser Radfahrer kam dann irgendwann endlich auch am Wechselgarten an als schon so ziemlich alle eingecheckt hatten. Dieses Jahr war Neo erlaubt und so überlegten wir noch, ob Jana mit meinem Neo startet (sie hat noch keinen eigenen) – die Daten sollten passen, aber das war dann doch etwas riskant und so stieg sie nur im Badeanzug in den nicht zu kalten See. Dieses Jahr wurden zwei große Runden geschwommen und sie stieg diesmal nicht als erste Frau aus dem Wasser, aber doch wieder ganz weit vorn, so dass wir wieder optimal in den Wettbewerb gestartet waren. Der Wechsel zum Rad dauerte etwas, da unser Radfahrer noch nicht ganz so weit war, aber auf der Strecke gab er ordentlich Gas und absolvierte die 36 km in fast exakt einer Stunde (und ihm wurden noch beide Wechselzeiten in den Split gerechnet!). Hervorragend. So hatte ich abermals nur den Sieg zu verteidigen. Leider wussten wir das zu dem Zeitpunkt nicht wirklich genau, denn die Staffeln und Einzelstarter hatten diesmal identische Startnummerngestaltung. Ich lief ein etwas einsames Rennen, denn ich war insgesamt erst überhaupt der Fünfte auf der Laufstrecke. Kurz nach km 1 schnappte ich mir den vor mir, aber kurz vor Ende – bei ca. km 8 kam von hinten jemand näher und so versuchte ich nochmal anzuziehen. Leider reichte es nicht und ich musste ihn passieren lassen. War aber nicht weiter schlimm, denn es war ein Einzelstarter und so konnten wir erfolgreich unseren Titel verteidigen.

Am Sonntag sollte es für mich auf eine große Radrunde gehen. Ich hatte mir was ausgedacht und mal grob bei Google Maps geschaut – 160 km. Daniel und Lars hatten auch Interesse angemeldet und so kam es nach etwas Absprache zu einem Start auf eine andere Runde (die war im Nachhinein auf jeden Fall schöner) über 142 km und einer Startzeit von 7:30 Uhr. Die Wetteraussichten waren ab 14 Uhr sehr durchwachsen. Ich hatte mir extra am Vortag noch eine Regenjacke fürs Bike gekauft und bei der Gelegenheit auch endlich eine optimale Radhose (Gore Contest Bibtights 3/4) entdeckt.
Also Satelliten finden und ab. Schnell waren wir aus der Stadt und auf gemütlichen und leeren Landstraßen und mussten uns nicht, wie von mir angedacht erstmal 30 km über den Elberadweg quälen. Ich war mit dem Zeitfahrrad unterwegs, übersah eine Bodenwelle bzw. konnte nicht mehr so reagieren, dass ich vorbei kam und patsch, da lag meiner halber Wasservorrat auf der Straße – Trinksystem verloren. Stop, dranbauen – okay etwas war noch drin und weiter ging es. Als der Rückenwind gut stand, die Straße optimal und sogar leicht abschüssig, machten meine beiden Begleiter auf einmal ernst. Also eher Spaß, sprich sie hatten Spaß jetzt mal so richtig aufs Tempo zu drücken. Meinen GA1-Bereich hatte ich bei dem Versuch dran zu bleiben ziemlich schnell verlassen. Irgendwann nahmen sie die Füsse hoch und ich war wieder dran. Ich fuhr eine ganze Weile vornweg – wenn wir nicht zu dritt nebeneinander fuhren – aber das fand ich richtig gut, denn so konnte ich das Tempo bestimmen. Achso, das Tempo, ja wir sprachen von 24 – 30 km/h, weil wir uns nicht so richtig festlegen konnten/wollten. Das dabei wirklich ein Schnitt über 29 raus kommt, war so nicht wirklich gewollt. Naja, der Rückweg wird noch kommen und da steht der Wind dann leicht ungünstig, aber erstmal weiter. Irgendwo zwischen km 40 und 50 gab es einen Stop zum Armlinge ausziehen und ich aß dann mal einen Riegel. Getrunken hatte ich bis jetzt auch fast nix. Kurz vor der nördlichsten Wendemarke gab es ein größere Schrecksekunde. Es ging leicht bergab, ich war schön zügig unterwegs und dann macht die Rechtskurve auf einmal ziemich zu. Ich zog etwas an der Bremse und ehe ich mich versehen konnte war mein Hinterrad wohl einen guten halben Meter weggerutscht, Bremse lösen, Kurve aufgeben und dann vorsichtig wieder umdrehen. Puh das war knapp und zum Glück kam kein Gegenverkehr. Jetzt hatten wir bald den Wind etwas gegen uns, aber es lief. Es lief sehr gut. Ich nahm dann auch mal ein Gel und bei etwas über 100 km füllten wir dann unsere Flaschen an einer Tanke. Ich aß nix. Wir kamen in hügligeres Gelände und 10 km später war der Ofen aus. An den Anstiegen waren die beiden eh stärker, aber jetzt war es richtig böse. Es kam zu einem Abstand von 10 – 20 m. Halten ging eine Weile, aber ranfahren nicht, auch wenn das Tempo mittlerweile deutlich geringer war. Es zog sich. Zwischendurch war ich mal kurz davor abzusteigen und das Rad in Straßengraben zu werfen. Dann warteten sie auf mich und nun gab es die volle Ladung: Gel, Riegel, Energiegummis und reichlich Wasser. Das tat gut. 100 m später setzte meine Uhr aus mit „Speicher voll“. Meine Speicher waren aber immer noch leer bzw. kam die Energie noch nicht an, aber irgendwann war es geschafft, wir waren bei Daniel und ab dort würde es fast nur noch bergab gehen. Ich war froh, als ich zu Hause war, die 142 km waren heute das Maß der Dinge. Vielleicht wären sie es nicht gewesen, wenn ich ordentlich gegessen hätte (ich hatte reichlich mit), aber um den Trainingseffekt zu erhöhen, wollte ich halt auch nicht zu viel Energie nachstopfen. Insgesamt war es aber schön und schön die längere Strecke bewältigt zu haben, auch wenn ich vor dem Start noch spekulierte alleine eine kleine Runde dran zu hängen, um die 180 km voll zu machen. Wird die Bestätigung dieser Teildisziplin halt noch warten müssen.

Gestern abend zeitig ins Bett, heute morgen zeitig fit, also gab es statt Ruhetag noch eine Laufeinheit am morgen. Die war gut und den Schweinehund hab ich heute nicht mehr gesehen. Ich bin zuversichtlich, dass es gut weiter geht. Danach auf Arbeit, Mails abarbeiten und dann langsam auf DEN Termin vorbereiten – die Anmeldung zur Challenge Roth. Noch schnell einen Kaffee ziehen und dann eine Datei fertig machen, so dass ich alle Daten nur schnell per Copy&Paste eintragen muss. Auf einmal ein großer Schreck, meine Geldbörse ist zu Hause, dort ist meine Kreditkarte drin – Mist, Mist, Mist. Eine Kollegin bot mir an, dass ich mit ihrer bezahlen kann, aber der Startpass war auch zu Hause. Also Zeug schnappen und wieder nach Hause radeln – 22 Minuten hatte ich noch bis zum Anmeldungsstart. Es war eine heftige Geschwindigkeitseinheit, aber 2 Minuten vor 10 Uhr schloss ich die Tür auf. Rechner an, schnell mit dem Handtuch über den Kopf, Kreditkarte raus und Browser starten. Anmeldung ist schon offen. Erster Schritt läuft, weiter zum zweiten geht es nicht, zurück zum ersten weiter – erfolgreich, beim dritten Schritt kommt eine andere Fehlermeldung, ich probiere es noch zweimal und dann wird mir klar, dass meine Session-Variable weg ist. Also auf die Startseite und neu einloggen – puh klappt mit den gerade generierten Daten – Anmeldung starten, weiter, zurück, weiter, weiter,… – und dann war es endlich geschafft – „Herzlichen Glückwunsch, Ihre Anmeldung zum Challenge Roth 2013 war erfolgreich. Wir freuen uns sehr sie am 14.07.2013 in Roth begrüßen zu dürfen.“
Als ich dann wieder zurück auf Arbeit vor musste ich mal ganz schön tief schlucken. Es ist soweit, ich bin dabei. Ich freu mich drauf.

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5 Antworten zu One year to go

  1. Din schreibt:

    Unglaublich! Ralf, du wirst bei der Challenge dabei sein. Wie aufregend, ich bin sehr gespannt, was du über dein Training berichten wirst. Es wird sicher ein super Jahr, sicher auch ab und an sehr hart, aber du wirst das packen und ich halte dir alle Daumen und Finger und überhaupt!
    Ich freu mich für dich! Und nur nicht vergessen, egal was kommt, habe Spaß!

    • Ralf schreibt:

      Vielen Dank und ja, ich freu mich drauf und ich freu mich auch auf manche harte Zeit, aber ich weiß dass ich mir nicht zuviel zumute und gelernt habe, dass der Spaß das Wichtigste bleibt.

  2. mlange99 schreibt:

    Sehr cool Ralf, das wird was Gewaltiges werden! Und du wirst es mit Sicherheit packen, das steht schon ein Jahr vorher fest! Wir drücken dir alle die Daumen, dass die Vorbereitung so läuft, wie du dir das vorstellst. Im November in Berlin wollen wir ein positives Zwischenfazit von dir hören!

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