Event-Weekend Leipzig

Nach dem Trainingslager hatte ich noch ein paar Tage Urlaub. Naja, eher frei, sprich ich war nur nicht arbeiten, aber habe sonst allerlei Dinge erledigt, die schon eine Weile liegengeblieben sind.

Am Freitag (1.6.) hab ich noch mein Trai-Bike zum Check gebracht und mir ein Trinksystem für den Aero-Lenker gegönnt, denn das mit dem Trinken war ja auf der Heimfahrt von Annaberg so blöd und das wollte ich leichter haben und am Sonntag hieß es – Saisonstart Triathlon.

Aber halt am gleichen Abend war noch Nachtlauf in Leipzig und wir wollten uns mit Manu, ihrem Freund und Marcus noch treffen. Von einem Mitlaufen hatte ich eigentlich abgesehen, da das spontane Starten doch mit ein paar Mehrkosten verbunden war, die mir es nicht so recht wert waren. Manu hatte aber angedeutet, dass sie evtl. nicht startet und ich ihren Startplatz haben könnte. Ich packte mir also vorsichtshalber mal ein paar Laufschuhe und Klamotten ein. Wir aßen schön, ich trank mein Bier und irgendwann war ich dann überredet doch zu starten. Ich ging also schnell mit ins Hotel mich umziehen und dann aber ab zum Start. Der Gang zur Toilette war schon sehr knapp vorm Startschuss, aber ich reihte mich noch rechtzeitig auch nicht zu weit hinten ein – das Startareal und die ersten Meter waren nämlich ziemlich eng.

Schuss und ab. Ohne Puls- und Geschwindigkeitsangaben lief es sich entspannt. Ich hatte aber wieder die Woche nix gemacht, außer mich vom Trainingslager zu regenerieren und mit dem Chaos vorher – da kann nicht viel gutes rauskommen. Das Wetter war aber ganz angenehm. Der Kurs leider nicht. Viele, viele Kurven und die auch noch richtig eng. Einige kürzten auch munter ab, aber da es eh nicht genau 10 km sein würden, war die Zeit auch egal. Ich lief das Ding eigentlich als Tempotraining und wollte die Atmosphäre geniesen. Nach einer halben Runde (es mussten drei gelaufen werden) war allerdings schon mit dem Spass etwas Schluss – das Bier und Essen vorher war nicht so gut. Ich bekam ziemliches Seitenstechen und von da an lief ich die ganze Zeit einfach an der Schmerzgrenze. Sobald ich schneller wurde, wurden die Schmerzen stärker, so dass sie mich eh wieder einbremsten, also runter mit dem Tempo und einfach heimlaufen. Nach 41:45 Minunten überquerte ich den Zielstrich. Das Seitenstechen war echt blöd und auch der eckige Kurs war lauftechnisch alles andere als toll, aber das Event selbst war schön. Trotzdem verabschiedete ich mich ziemlich zügig, da meine Freundin schon nach Hause aufgebrochen war.
Wenn alles so gelaufen wäre, wie zu Weihnachten gedacht, wäre das evtl. unser erster gemeinsamer Lauf gewesen – schade. Nun zählen kleine Schritte, aber auch die führen einen vorwärts und das klappt ganz gut und verleiht Zuversicht. Wie sagte jemand so schön „Ausdauer ist konzentrierte Geduld.“ – wir arbeiten erstmal an der Geduld, die Konzentration wird dann später erhöht.

Am Samstag stand dann Regneration, etwas Lernen für meine Weiterbildung, lustiges Reiterfest auf dem Dorf und Tasche packen für den Sonntag auf dem Programm.

Sonntag klingelte der Wecker ziemlich früh. Saisonstart Triathlon beim Markleeberger Teamtriathlon war angesagt. Ich meldete mich für das Event hauptsächlich an, da ich an dem Ort sehr oft war als ich noch ein Kind war und dort noch kein See sondern Tagebau und ich somit ein paar Erinnerungen verknüpfe, weil ich dort in letzter Zeit oft trainierte in der Marathonvorbereitung mit Runden um den See und weil es einfach ein gutes Wechseltraining vor meiner ersten Olympischen Distanz werden würde. Na und außerdem bin ich doch eventgeil und wenn man ohne große Belastung (300 m – 10 km – 3 km) und Kosten so ein Event mitnehmen kann und einfach Tria-Spaß haben kann, dann mache ich das doch.
Die Wetteraussichten waren allerdings mehr als bescheiden. Regen war angesagt und die Wassertemperatur des noch nicht sehr erwärmten Sees ging auch schon wieder rapide abwärts. So überlegte ich die ganze Zeit, obwohl nur 300 m Schwimmen auf dem Programm standen, ob ich mit Neo schwimmen sollte. Das Ausziehen dauert ja schon etwas und ob ich die Zeit auf der kurzen Strecke gutmachen würde durch den Neo-Einsatz – keine Ahnung.
Sonntagmorgen empfing uns der Tag mit 11 Grad Außentemperatur und angeblich 17 Grad Wassertempratur (obwohl ich da denke, dass nicht wirklich in 60 cm Tiefe sondern höher gemessen wurde) und so entschied ich pro Neo, denn erstens würde ich dadurch wirklich das komplette Wechseln üben und vor allem würde ich nicht durchfroren aufs Rad steigen.
Mit den neuen Radschuhen konnte ich auch viel schlechter laufen und so überlegte ich auch, ob ich das Experiment wagen sollte und die schon einzuklicken und auf dem Rad anzuziehen. Ich entschied mich dagegen – das war mir einfach zu unsicher und nach dem Radstart ging es gleich munter bergauf, also nix mit erstmal einrollen.
Vor Ort war ich von den Einzelstartern einer der ersten – die Schüler waren aber vor uns dran und bei denen ging es gleich los. Ich holte meine Startnummer ab und war ziemlich überrascht, als ich dort die 1 las. Hallo, ich, die 1, die ist immer den Pros bzw. Favoriten vorbehalten! Irgendwie freute es mich aber auch in meiner Startnummernsammlung eine 1 zu haben – aus welchem Grund auch immer. Ach übrigens, es war zwar kalt, aber noch war es trocken!
Leider muss ich nun aber auch ein paar unschöne Worte verlieren, denn was ich nun bis zum Startschuss erlebte, gefiel mir gar nicht. Die Wechselzone war offen wie ein Scheunentor. Es wurde zwar drauf hingewiesen, dass dort nur Teilnehmer mit Startnummer für den Wettbewerb sich aufhalten dürfen, aber kontrolliert wurde das nicht. Ebenso wurde mein Rad nicht kontrolliert und nicht mal, ob ich überhaupt einen Helm mitführte. Fand ich unmöglich, denn Helm gehört dazu und man vergisst beim Zusammenbauen auch schon mal schnell wieder die Bremse am Rad zu schließen. Das ist also nicht Gängelei, sondern Sicherheitsfakt und sollte man nicht weglassen. Die Wege war auch überhaupt nicht klar und dazu gab es keine Aushänge – man musste sich das mehr oder weniger denken und dann im Wettkampf erleben. Rad- und Laufkurs mit den gleichen Pfeilen auszuzeichnen ist auch keine gute Idee, wenn sie ein Stück weit zusammen laufen, sich dann aber aufspalten. Wettkampfbesprechung – Fehlanzeige. Keiner wusste, ob wir den Dreieckskurs um die Bojen im oder gegen den Uhrzeigersinn zu schwimmen hatten. Diese Dinge warfen leider einen Schatten auf die Veranstaltung, die sonst sehr sehr schön und familiär und nah war.
Ich suchte vor dem Start meine Freundin, ob sie doch zum Schwimmstart gekommen war, sie wollte noch eine Weile am Rad an der offenen Wechselzone bleiben. Wie ich im Nachhinein erfuhr, stand sie keinen Meter von mir entfernt und hat mir zugerufen. Ich hab das überhaupt nicht wahrgenommen.

Startschuss und ab. Voller Kraft und Energie und Zuversicht aus dem Trainingslager legte ich mit kräftigen Kraulzügen los. Bekam hier was ab und da was, aber traf wohl auch den ein oder anderen. Meine Nasenklammer hatte ich nach spätestens 20 Metern und dem mind. zwanzigsten Schlag verloren. Egal. Weiter. Man ist das kalt. Neo war einfach nur die richtige Entscheidung. Die Leute ohne Neo tun mir richtig leid. Ich bin hektisch, alle ziehen weg, ich will schneller sein, geht aber nicht. Ich verfalle selbst auf dieser kurzen Strecke teilweise in Brust. Ich muss ruhiger werden!
Irgendwann ist es dann auch geschafft. Im Nachhinein bin ich mit meiner Schwimmzeit sehr zufrieden, nur die Empfindung live war nicht da. Bewusst ohne den letzten Einsatz laufe ich zu meinem Rad – eigentlich ein Fehler, gerade vor dem Radsplit kann man sich doch so richtig hetzen. Der Wechsel ist nicht der Schnellste, aber klappt gut. Auch wenn es nur 10 km sind, ziehe ich mir noch eine Jacke über den Einteiler. Meine Freundin feuert mich an. Ich nehme das wahr, aber kann nicht reagieren. Das Laufen mit den Radschuhen klappt überraschend gut. Aufsteigen und Treten. Schön im kleinen Gang den Anstieg hoch. Läuft, aber ruhiger werde ich nicht. Jetzt ein bisschen Druck auf die Pedalen, aber ich habe das Gefühl, wenn ich mehr drücke, dann machen meine Oberschenkel dicht. Den Trinkhalm fürs Trinksystem habe ich zu sehr gekürzt, sprich, ich habe jetzt Wasser direkt vor meiner Nase, aber komme trotzdem nicht ran. Naja, sind ja nur 10 km. Beim Radsplit bleibt alles ziemlich gleich, ich überhole ein paar, aber auch mich überholen ein paar. Jedoch komme ich nie richtig in dieser Teildisziplin an. Ich bin die ganze Zeit dabei das Schwimmen zu verarbeiten und endlich in einen Rhythmus zu kommen. Einfach nur blöd. Die 10 Kilometer gehen schnell vorbei und der nächste Wechsel steht an. Bei der Zufahrt kreuzt man aber „lustig“ die Wege mit den Läufern. Das ist mehr als schlecht. Beim Passieren der Zeitnahme verliere ich mein Werkzeug. Ein Helfer reicht es mir, ab zum Platz und in die Laufschuhe.
Der Wechsel klappt ganz gut. Kein Krampf in der Wade und auch sonst nix Außergewöhnliches. Nun heißt es zu Fuss den Anstieg hoch. Ich stelle meine Pulsuhr aufs Laufen um. Echt schön, wie das mit der RCX5 funktioniert, aber eigentlich müsste man das ja an der Zeitnahmenzone machen und da hat man echt andere Probleme. Beachtet wird die Uhr jedenfalls nicht. Entweder merke ich nun, dass ich mein Lauftraining etwas zurückgefahren habe oder in den anderen Disziplinen stärker geworden bin, jedenfalls ist das Laufen kein Durchmarsch mehr durchs Feld. Trotzdem schnappe ich mir den ein oder anderen noch, werde aber vor dem Ziel auch noch von zwei anderen überholt. Es sind halt auch noch andere starke Läufer. Der Zieleinlauf ist – wie bis jetzt fast jeder Tria-Zieleinlauf – ziemlich gelassen. Schön war es!
Das es kurz danach anfängt zu regnen verlassen wir ziemlich zügig das Gelände und schauen nicht mehr – wie eigentlich geplant – dem Kampf der Staffeln zu.
Meiner Startnummer wurde ich wohl nicht gerecht. Spaß und Wechseltraining, was ich erwartete, hatte ich aber, nur der kleine Schatten mit der sehr offenen Wechselzone trübt ein bisschen mein Blick auf das Event.

Soviel zum Sport, gleich danach wieder Konzentration auf andere Dinge, denn am Dienstag würde meine Prüfung für die berufliche Weiterbildung anstehen.

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