Trainingslager Rabenberg

Nach dem Marathon und Strongmanrun gab es erstmal nicht viel, also nicht viel mit Sport. Eine berufliche Weiterbildung und die Krankenhausbesuche bei meiner Freundin beschäftigten mich, aber beim Sport gab es nicht mal eine regenerative Einheit, sondern gar keine. Es gab erstmal wichtigers.

Lediglich die lange geplante Leistungsdiagnostik absolvierte ich und war überrascht, denn die Trainingsempfehlung war ganz klar – viel mehr Grundlagenausdauer – lange langsame Läufe. Lange langsame Läufe bedeutet aber zeitgleich auch was anderes, denn die sollen in einem höhren Pulsbereich ablaufen, als ich es bisher und nach der zwei Jahre alten Diagnostik einordnete.

Die TeamChallenge – DER Firmenlauf in Dresden – fand wieder bei hohen Temperaturen statt und so war ich deutlich langsamer als meine letztjährige Zeit, aber es war mir nicht so wichtig.

Ich hatte aber wieder Lust was zu tun, meine Hausarbeit abgegeben, meine Freundin ist inzwischen zu Hause und so kam das Trainingslager gerade recht. In der Woche schonte ich mich noch was – neben der Teamchallenge, ich wollte ja nicht belastet in die 4 Tage gehen und so testete ich nur mal kurz das Freiwasser. Aber das Auto am Rand stehen lassen ohne das jemand auf den Schlüssel aufpasst, da habe ich einfach keine Ruhe und so war es nur ein Miniausflug. Trotzdem gut mal im Neo wieder geschwommen zu sein.

Freitag ging es dann endlich los. Früh endlich den Rollenreifen vom Rennrad und nochmal schnell drüber putzen, Sachsen zusammensuchen und ab nach Rabenberg um rechtzeitig mit der ersten Einheit Schwimmen ins Wochenende zu starten.

Auf den letzten Kilometern ahnte ich, was auf mich zukommen würde, denn ich musste mein Auto im zweiten Gang den Berg hoch quälen. Das würde mir dann wohl in den nächsten Tagen mit Muskelkraft bevorstehen.
Schlüssel abholen, Tasche abstellen, Schwimmsachen schnappen und ab in die Halle. Der ganze Komplex wirkte wie ausgestorben, aber in der Schwimmhalle und den Umkleiden war auf einmal Betrieb. Dort traf ich dann auch die ersten Leute vom Verein, wir schwammen schön unsere Stunde und dann ging es zum Essen, bei dem man dann auch alle anderen Teilnehmer traf.
Nach dem Essen, einem gemütlichem Bier und Schwätzchen ging es dann auch nicht zu spät ins Bett. Morgen früh vorm Frühstück stand die nächste Schwimmeinheit auf dem Plan.

Fit und fröhlich ging es am Samstagmorgen zum Schwimmen. Diesmal in die 50 m-Halle und nicht so einfach vor sich herschwimmen, sondern mit dem freundlichen und angenehmen Trainer-Duo Katja und René und ordentlich Programm. Statt wie bei mir 200 m, gab es gleich 400 m Einschwimmen und dann ging es hintereinander weg. Selbst mache ich ab und an mal eine kurze Verschnaufpause am Beckenrand, aber hier ging es eher durch und zur Entspannung mal 100 m Brust oder Doppelarmschlag Rücken zwischendurch. Die Einheit war gut, aber soviel bin ich bisher wohl in 60 Minuten noch nie geschwommen. Ich war mittendrin im Trainingslager.

Frühstück und dann aber ab in die Radklamotten, viel Zeit war nicht. Bei dem Gelände gab es einfach nur auf und ab. Los ging es mit der rasanten Abfahrt vom Rabenberg. Abfahren will auch gelernt sein. Die Bremsen dürften ordentlich warm geworden sein. Wir wollen alle auf den ersten 20 Kilometern zusammenbleiben und an dem ersten Berg würden die Gruppen sich dann schon finden. Durchs kurze Tal ging es in rasanter Gruppenfahrt. Auch das war neu für mich. Bisher war ich nur einmal mit 3 Leuten gefahren, sonst war ich immer nur für mich allein. Windschatten macht Spaß und da fühlen sich dann 30 km/h fast als lockeres Spaziertempo an. Aber der Berg kam schneller als erhofft und ja er selektierte. Aber entgegen meinen Befürchtungen vorm Trainingslager war ich nicht wirklich letzter und alle mussten auf mich warten. Sondern ich war eher im Mittelfeld und so war ich nach den 20 km und der Absprache für eine Runde „gern etwas länger, aber nicht zu schnell“. Der Gruppe passte auch gut zusammen und so ging es zunächst auf den Fichtelberg. Am Ende dieses Anstieges traten zwei nochmal gut rein und nahmen mir gleich richtig Meter ab. Da merkte man jeden Kilometer und noch viel mehr Höhenmeter der mir fehlte. Auf dem Fichtelberg genossen wir kurz den Rundumblick, Wasser, Riegel und ab auf den Keilberg. Von dort wieder zum Fuss der Stichstraße zum Fichtelberg, aber diesemal an der Auffahrt vorbei und in eine herrliche lange und rasante Abfahrt. Meine Uhr zeigte mal kurz 69 km/h. Aber nach jeder Abfahrt geht es natürlich auch wieder hoch. Also ab quälen im kleinsten Gang und dann waren wir auch schon bald am Fuss des Rabenbergs. Jetzt hieß es, reichlich 4 km mit durchschnittlich 14 % Steigung. Die ersten zwei Kilometer liefen noch ganz gut, aber dann wurde es schwer und es kamen ein paar kurze steilere Passagen. In der einen Kurve und dem Blick auf die nächste Rampe hatte ich genug und machte 2 Minuten Pause und auch nach dem Losfahren war nur Kraft für die Hälfte dieses steilen Abschnittes da, der Rest wurde gelaufen (ca. 150 m) bis ich mich wieder aufs Rad schwang. Die Stop-Taste betätigte ich schließlich bei 65 km und 1.800 Höhenmetern.

So jetzt aufs Bett fallen lassen, Ausruhen, Essen – nee wir haben Trainingslager, also Radklamotten schnell aus, ab in die Laufschuhe und noch 8 km Laufen dranhängen. Die ersten Schritte waren ziemlich wackelig und da es auch gleich wieder einen Berg hoch ging, hätte ich nach 10 Minuten auch am liebsten wieder Schluss gemacht, aber ich hatte mit Jörg eine gute Begleitung und so wurden es dann doch 50 Minuten.

Durchatmen, Lunchpaket auffuttern und ab zum Kräftigungs- und Dehnungsprogramm mit Tina. Wieder eine komplette Stunde und sie endete als die Schwimmtrainingszeit gerade anfing. Also kurz mit den Schwimmtrainern gesprochen und den Programmstart 15 Minuten nach hinten geschoben.

Beim Schwimmen wurden die belasteten Beine geschont, aber es ging gut in die Arme und dürfte wiederrum intensiver gewesen sein, als allein. Es tat gut, wenn jemand einen ständig beobachtete, kontrollierte und Tipps gab und auch das Lob, wenn es wirklich besser wurde, tat nach dem Tag mehr als gut.

Essen, noch ein Schwätzchen mit Bier und dann einfach nur noch ins Bett fallen. Es sei aber drauf hingewiesen, dass die Trainingseinheiten ein Angebot darstellen und nicht alle mitgemacht werden müssen und auch nicht viele wirklich alle Einheiten mitgemacht haben. Aber ich hatte Spaß dran, mich zu fordern.

Trainingseinheiten

Entsprechend schwerer ging es am Sonntag aus dem Bett. Wir erarbeiteten uns beim Schwimmen die Technik nochmal von Grund auf. Vom einfachen Abstossen und Gleiten bis zur fertigen Lage.

Die Radausfahrt war diesmal etwas länger (85 km) und hatte mit 2.000 Höhenmetern zwar absolut ein paar mehr als gestern, aber auch auf ein paar Kilometer mehr verteilt und ich ging den Schlussanstieg ruhig an und konnte so diesmal ohne Pause und Laufen durchfahren. Das machte mich schon ein klein wenig stolz.

Fürs Laufen blieb keine Zeit, denn es ging diesmal fast nahtlos zur Athletik-Einheit. Während dieser uns die freudige Nachricht ereilte, das der Sachse Maik Petzold die Quali für Olympia geschafft hatte.

Danach ab zum Schwimmen und dann endlich Essen. Sieben Schnitzel sind kein Bier, aber machen gut satt. Natürlich nur mit Salat dazu. Aber ohne Kartoffeln, Spaghetti, etc. – Trennkost ist angesagt und so steht abends hauptsächlich Fleisch auf der Speisekarte. Kohlenhydrate gibt es zum Mittag, aber da waren wir unterwegs. Das ist beim Essen erstmal ungewohnt, aber sonst war das Essen einfach nur lecker!

Beim Bier wurde dann nochmal meine Leistungsdiagnostik ausgewertet und es gab viele interessante Triathlon, Duathlon oder Gigathlon-Geschichten zu hören.

Montagfrüh bei der Schwimmeinheit war es bei Brust-Arme mit Kraul-Beine vorbei. Das war tötlich für meine Oberschenkel. Ich stieg nach reichlich der Hälfte, in der es schon einige kräfteraubende Sprints gegeben hatte, aus dem Programm aus, schwamm noch 300 m mit dem Pullboy und mich dann aus und Schwimmen war erledigt.
Beim Frühstück hörte ich dann, dass wir die Schwimmhalle nachmittags nochmal hatten (aber ohne Trainer) und mein Kopf hatte auch schon ausgeschaltet. Ein dritte Radeinheit wollte ich meinem wunden Sitzfleisch auch nicht mehr antun und so startete ich nur noch in eine kleine Laufrunde.
Als ich von der zurück kam, hörte ich von dem schwerzen Sturz einer Teilnehmerin, mit der ich die letzten beiden Tage unterwegs war und da war mir irgendwie auch nicht mehr nach der Athletik-Einheit zumute und ich machte mich auch auf den Nach-Hause-Weg. Genug getan hatte ich schließlich.

Ich war zwar ziemlich fertig, aber erholte mich bis jetzt auch gut, denke, dass das Training gut angeschlagen hat und freue mich auf den ersten Triathlon-Wettkampf der Saison am Sonntag.

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