Malerweglauf

Am Samstag war es endlich so weit, ich würde mich ein paar Läufern auf den Malerweg begeben und wollte die 4. und 5. Etappe dieses Wanderweges laufend zurücklegen. Schon letztes Jahr hatten das ein paar Bekannte gemacht und ich wollte da auch gern mitlaufen, aber da hatte ich noch keinen Marathon absolviert und das waren fast alles Läufer für überlange Distanzen und dann auch noch deutlich schneller als ich. Ich war allerdings nicht der Einzige, der wohl Gefallen daran hatte dort zu laufen und dem das Tempo der anderen Gruppe zu hoch war und so rief Stephanie zum Malerwegslauf in etwas gemäßigterem Tempo auf. Vor ein paar Wochen spielte uns das Wetter noch ein Strich durch die Rechnung, denn einige Passagen waren aufgrund von Schnee und Eis unpassierbar und gesperrt. Also verschoben wir den Termin und hatten damit richtig Glück, denn uns lockte strahlendes Frühlingswetter vor die Tür. Da am nächsten Tag der Citylauf in Dresden auf dem Programm stand, blieb unsere Gruppe klein, aber das störte uns 5 Teilnehmer nicht im geringsten. Ich kannte bis jetzt noch niemand davon persönlich doch schon auf der Anreise gab es interessante Gespräche – ist ja auch nicht schwierig, wenn ein paar Laufverrückte sich zum Laufen treffen. Wir stellten das Auto in Bad Schandau ab, sammelten dort noch unseren letzten Mitläufer ein und fuhren dann mit dem Bus zu unserem Startpunkt nach Altendorf.

Satelliten finden, Gruppenbild und los. Erstmal ging es leicht bergab auf einem Feldweg, aber schon nach ein paar Minuten erreichten wir den Wald und das Trailabenteuer begann. Jetzt ging es steil bergab und man musste ziemlich genau hinschauen, wo man hin tritt. Ein Blick zurück und es sah einfach herrlich aus. Für die viele Details hatten die Augen aber im Laufschritt und bei dem aufmerksamkeitsfordernden Untergrund keine Zeit. Die Brooks Cascadia 7 kam endlich mal in das Gelände für das sie gedacht sind. Nach einem kurzen Stück an der Kirnitzsch entlang ging es dann den ersten Anstieg hoch. Vorbei an schönen Felsformationen über Stufen und Leitern konnten wir schon bald einen Blick auf den Falkenstein erhaschen. Die Zeit verging einerseits wie im Fluge und es machte richtig Spaß, nur die Kilometerzähler wollte sich irgendwie nicht vorwärts bewegen. Am Anfang dachte ich ja noch, dass das nur schlechter GPS-Empfang ist und wir schon einiges weiter sind, aber dem war nicht so. Nach zwei Stunden hatten wir gerade mal knapp 15 km geschafft. Der Malerweg war sehr gut ausgeschildert und so hatte man keine Probleme mit der Orientierung. Allerdings kenne ich mich in der Region auch nicht wirklich gut aus uns so hatte ich schon ganz schön zu tun eine Aussicht einzuordnen, zumal manches einem laufend deutlich anders vorkam als wenn man da mal mit Fotogepäck hochmarschiert ist zum knipsen. Wir passierten die Schrammsteine und kamen dann wieder im Kirnitzschtal an, welches wir schon bald wieder verliesen um uns in die Höhen des Kuhstalls zu begeben. Dort gab es eine kurze Rast, aber eh sich der Puls komplett beruhigte ging es erneut abwärts ins Kirnitzschtal um genauso erneut wieder in die Höhen zu streben und nach dem passieren von Berg XYZ und dem Zeughaus unseren letzten Anstieg zum Großen Winterberg anzutreten. Mittlerweile waren wir gehend in den Anstiegen unterwegs, der geplante Bus zur Heimfahrt von Schmilka nach Bad Schandau zum Auto war inzwischen auch weg, aber trotz allem waren wir noch deutlich schneller als die Wanderer die unterwegs waren. Das machte deutlich, welche Leistung wir da absolvierten. Der Kilometerzähler, der immer noch nicht schneller lief, war inzwischen aber auf 30 km gekommen. Irgendwann war es dann geschafft, wir standen auf dem Winterberg und jetzt hieß es nur noch talabwärts stürzen. Auf dem Stück gab es nochmal richtig Tempo und in Schmilka angekommen setzten wir unsere zwischenzeitlichen Überlegungen, an der Elbe noch bis Possendorf zu laufen, in die Tat um. Ich war platt und bat darum, das Tempo nicht mehr anzuziehen, aber ich hatte auch Lust auf den Elberadweg. Dies ist doch eigentlich meine Laufumgebung, schön flach immer an der Elbe entlang und die gibt einem jeden Tag neue Eindrücke. Irgendwann war es aber zuviel, kein Gel, kein Riegel und kein Wasser (aus der großen 3L-Trinkblase meiner Neuanschaffung Camelbak Lobo, der sich sehr bewährte) halfen mehr und ich musste gehen und auch das Erblicken der Fähre – unseres Zieles – half nix mehr um nochmal in den Laufschritt zu verfallen und so war für mich der Lauf reichlich 500 m vor dem Ende gelaufen.

Auf der Heimfahrt merkte ich schon jeden Muskel im Po, wenn es um die Kurven ging – oh Mann oh Mann, was sollte das nur morgen beim Citylauf werden. Evtl. würde ich nicht antreten, aber wenn es zu so einem DNS kommen würde, dann wäre dieser Lauf der allerbeste Grund dafür. Es war einfach nur herrlich und tausendmal besser als irgendeine 10km-Bestzeit bei einem Stadtlauf zu schlagen.
Völlig fertig, ließ ich mir noch meine Beine und Füsse eincremen und fiel dann bald einfach nur noch ins Bett.

Trainingsaufzeichnung
Bilder von Matthias

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Ausrüstung, Brooks, Lauftreff, Pulsuhr, Schuhe, Training veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Malerweglauf

  1. Herm... Lauß... schreibt:

    Einen 37er als Einlaufen für einen Citylauf – das ist mutig ;=)
    Ich kenn das nur umgekehrt – einen ganz ruhigen 10er und am nächsten Tag einen angerissenen 40er – ist aber auch schon hart

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s