Der Bestzeitenpulverisierer macht Pause – Citylauf Dresden

Es gibt Tage, da kann das Material stimmen, das Wetter (wenn auch etwas zu warm) frohlocken und die Formkurve Hoffnung machen, aber dann trotzdem nichts werden mit dem Ursprungsziel für dieses Event – Bestzeit. Nämlich genau dann, wenn man seine neue Bestzeit ja schon eine Woche vorher eingefahren hat und so tollkühn war und den Tag vorher 37 km und über 1000 Höhenmeter über den Malerweg gelaufen ist, noch dazu, wenn man sonst keine Höhenmeter im Programm hat. Genau dann weiß man früh nämlich nicht, wie man es überhaupt geschafft hat aus dem Bett zu kommen. Aber nach dem der Weg zum Bäcker doch gar nicht soooo schlimm war, korrigiert man seine Zielzeit beim Pacepropheten natürlich nicht nach unten, obwohl man eine halbe Stunde mit seiner Freundin diskutiert, ob man jetzt 45:00 Minuten, 47, 50 oder doch eine Stunde angibt oder doch wirklich genau 45 oder doch bei den getippten 42:59 bleibt oder doch 45 – es endete jedenfalls so, dass ich beim Ursprungstipp blieb, da ich in optimistischen Hoffnungen mich bei 44 Minuten sah und da die Abweichung genau so groß wäre wie bei 45 Minuten und wenn ich richtig einbrechen würde, könnte ich eh nicht vorher sagen wie bzw. würde wohl ganz aussteigen. Gleichzeitig wollte ich die RacePace-Funktion meiner neuen Pulsuhr testen und stellte die auf den Tipp, also 42:59, ein. Das hieße auch, dass ich diesmal – im Gegensatz zu den letzten Rennen meinen GPS-Sensor mitnehmen würde, denn sonst wäre mein RacePace für die Uhr ja Null.
Vor Ort angekommen lief ich mich noch kurz mit ein paar Bekannten ein – ja nicht den Körper schon zuviel belasten! Das Laufen in der Ebene ging eigentlich. In der Startaufstellung traf ich dann noch Manuela und ihren Freund und dann ging es auch schon los.

Leider gab es keine Startmatte und so vertrödelte ich schon eine Sekunden am Start, denn es dauerte etwas bis ich endlich durch den Startbogen durch war. Das Feld entzerrte sich aber doch recht zügig und man konnte gut laufen. Bei Km 2 und 3 war noch alles gut und die erste Runde gleich rum. Der erste Kilometer war auch zu schnell, die jetzt einen Hauch zu langsam, aber auf der Uhr gab es ein leichtes Plus. Die zweite Runde versuchte ich konzentriert durchzulaufen. Ich war auch froh gewesen, dass es Wasser zwischendurch gab – halben Becher trinken, den Rest über den Kopf und der konnte es gebrauchen. Ich lief ziemlich konstant mein Tempo fand ich und das Plus erweiterte sich, allerdings waren die Kilometerzeiten etwas zu hoch, aber die waren wiederrum auch nicht genau an den Kilometerschildern. Ich würde keine Rekorde aufstellen, aber insgesamt war es nach der Vorbelastung gut und ich würde auch nach einem weiteren Becher Wasser die dritte Runde überstehen. Dabei schnappte ich mir noch eine ganze Menge Leute und auch der letzte kleine Anstieg ging noch. Ich hatte inzwischen ein Puls von ca. 45 Sekunden aufgebaut, aber irgendwie stimmte das ja mit den Kilometern nicht. Ich würde aber so ungefähr meine Zielzeit erreichen können. Als ich dann in die Zielgerade einbog traute ich meinen Augen nicht, da stand die Uhr bei 44:44 – wo bitte kommen jetzt die fast 2 Minuten mehr her? Auf wenn es anfangs wohl nicht so wirkte – ich war ja auch überrascht wegen der Zeit – so war ich doch mit dem Empfinden des Laufes sehr zufrieden und es hat mir Spaß gemacht und ich war froh angetreten zu sein.
Die knapp 2 Minuten setzen sich aus zwei Dingen zusammen. Erstens war das Puls auf der Pulsuhr kein Plus im Sinne von Puffer, sondern schon schlechterer Zeit – meines Erachtens hätte die Zeit dann aber zumindest links von dem Männchen stehen müssen. Ich hatte also die ganze Zeit Rückstand – wenn ich das so wahrgenommen hätte, hätte ich wohl etwas mehr angezogen als zu versuchen so gleichmäßig weiterzulaufen. Und zweitens war die Strecke ca. 200 m zu lang, klingt nicht viel, macht aber schon eine Menge Sekunden aus.
Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei.

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10 Antworten zu Der Bestzeitenpulverisierer macht Pause – Citylauf Dresden

  1. Manu schreibt:

    Danke für die Erwähnung! 🙂

    Nach dem Mammutprogramm am Vortrag war das doch eine tolle Zeit!

  2. milosz schreibt:

    Also war das nun eine bekannte oder ein paar bekannte mit denen du dich eingelaufen hast?
    du alter schwerenöter 😉

  3. Herm... Lauß... schreibt:

    Schick ein Dankgebot zum Himmeltati für das tadellose Ergebnis – pass auf, dass du nicht überzockst – sonst dampft die Kacke relativ schnell und wenn du Pech hast kannst deinen ganzen Jahresplan in den Kübel schmeissen weil die Maschine nicht mehr auf Touren kommt
    Trotzdem – viel Spaß am Laufen – was gibt es die meiste Zeit schöneres als ein Läufchen, Länge nach Geschmack
    Grüße aus Klagenfurt
    Hermann

    • Ralf schreibt:

      Keine Angst – nächste Trainingseinheit gibt es erst wieder, wenn es mir wieder gut geht. Bis dahin gibt es „aktives Muskelwachstum“ 🙂

  4. MATTHI SMART schreibt:

    schöner bericht.
    da der citylauf auch gleichzeitig sächsische meisterschaft im 10km Straßenlauf war, ist davon auszugehen, dass die strecke offiziell vermessen ist. Eine Abweichung von 200m entspricht 2% und ist bei gps normal.

    • Ralf schreibt:

      Ja, aber…. es gab eine kleine Umleitung und so ziemlich alle Uhren aller Läufer haben genau die gleiche Abweichung und letztes Jahr waren es ziemlich genau 10,0 km.

  5. Matthi schreibt:

    Zur Genauigkeit von GPS Uhren bzw. Laufsensoren: http://www.laufszene-sachsen.de/index.php?option=com_kunena&func=view&catid=16&id=2050&Itemid=100007
    Und zur offiziell anerkannten 10km Strecke siehe hier: http://www.deutscher-leichtathletik-verband.de/image.php?AID=11803
    um sicher zu gehen, hilft nur eine Anfrage beim Veranstalter. Aber da sollte Paul Schmidt doch noch eher einen Grund haben. 🙂

  6. Din schreibt:

    Schöner Bericht und du warst mit dem Lauf zufrieden, da ist die Zeit ja erst einmal Nebensache und deine Zufriedenheit die Hauptsache. Na und das Zubehör, die Strecke… da kann ja immer mal etwas schief gehen. Außerdem ist es noch früh in der Saison, also… da geht noch was.
    Viele Grüße!

    • Ralf schreibt:

      Danke – da geht auf jeden Fall noch was und gut die Ausrüstung hier getestet zu haben, wo ich letztendlich doch nicht mehr auf Bestzeit aus war als mir beispielsweise den Marathon damit zu versauen.

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