Auf Kurs und der Bestzeitenpulverisierer erklimmt Berge

Die „Grenzen“ hab ich gefunden, die „Kontrollen“ überstanden und nun bin ich „auf Kurs“.
Es läuft zur Zeit ganz gut, zumindest habe ich das Gefühl mal wieder so halbwegs koordiniert und regelmäßig zu trainieren. Die vorletzte Woche war perfekt. Es passte einfach alles. Ich hatte Zeit und Lust und es so auf 11 Trainingseinheiten und reichlich 11 Stunden Trainingszeit gebracht. In der Woche waren aber auch gleich drei Yoga-Einheiten drin, also ganz so intensiv wie es vielleicht klingt, war es nicht. Trotzdem schöne Woche.

Das viele Training hat mich auch gut abgelenkt und so ging das Alkohol-Fasten zu ertragen. Nun, noch eine Woche später ist das schon deutlich leichter und so langsam macht es mich stolz und wirkt sich positiv aus. So langsam kommt es an „Lebensqualität“ statt „Verzicht“.

Die letzte Woche sollte auch gleich noch eine Belastungswoche werden, aber es war abzusehen, dass die Wochenbelastung nicht so hoch würde. Montag und Dienstag war ich auf einer Weiterbildung und saß so früh im Auto statt zu trainieren. Stolz war ich, dass ich am Dienstagabend noch die letzten Lichtstrahlen ausgenutzt habe und meinen Tempolauf noch absolviert habe und das Ergebnis hat es mir gedankt. Es war wunderbar. Ich genoß die Runde, ich war flott unterwegs und das noch bei einem deutlich (!) geringeren Puls als bei dem letzten Tempolauf.

Mittwochfrüh brach ich meine Yoga-Einheit ab, denn auf der neuen dünnen Matte rutschte ich mit meinen verschwitzten Füssen und das nervte mich tierisch. Abends hatte ich leider auch einen Termin und so gab es kein Rollentraining, aber Donnerstagfrüh ging es wieder laufend auf die Piste. Der nächste Tempolauf. Alle Laufeinheiten – bis auf den langen Lauf am Sonntag – sollten nach Plan Tempoläufe werden. Ich hatte ziemlich Respekt vor dem Programm, aber auch dieser Lauf lief gut, wenn auch nicht mit so einem Traumpuls wie am Dienstag.

Abemds vor dem Schwimmen löste ich noch einen Gutschein ein und holte mir ein paar Paddles, die ich danach in der Schwimmhalle gleich ausprobierte. Klasse. Das man damit schnell unterwegs ist, merkt man vor allem, wenn man sie dann wieder weglegt, was für mich aber viel wichtiger ist. Damit bekam ich irgendwie viel mehr Ruhe in mein Schwimmen und konnte mich aufs Ausführen des Armzuges viel mehr konzentrieren.

Freitag blieb es beim Ruhetag. Ich wollte auch nicht das Radfahren nachholen, denn am Samstag würde ich den Tempolauf als Wettkampf beim Fockeberglauf in Leipzig absolvieren. Eigentlich wollte ich ja Sonntag beim Mazdalauf meine Saison eröffnen – wie letztes Jahr und weil meine Freundin da auch ihren ersten Lauf absolvieren sollte, sie über 5, ich über 10 Kilometer. Leider ging es bei ihr gesundheitlich nicht und so testete ich mal den Leipziger Kultlauf als ewig rumzufahren.

Die Temperaturen der letzten Tag waren sehr angenehm und so ging ich den Lauf mit Brooks 3/4-Tights, Kurzarmshirt und Armlingen an, an den Füssen markentreu durchgestylt der Bestzeitenpulverisierer. Es gab sechsmal eine 2 km lange Runde zu bezwingen auf der es die knappe erste Hälfte den Berg hochgeht, oben eine kleine Schleife, wieder runter und unten eine Wendeschleife. Auf meinen GPS-Sensor und damit die Geschwindigkeitsangabe verzichtete ich. Würde durch die Höhenmeter eh nicht viel Sinn machen und durch die Runden würde ich genung Kontrolle haben.
Starschuss und ab, gleich schön bergan, so dass der Puls gar nicht lange brauchte um gehörig auf Trab zu kommen. Ich versuchte zügig aber locker zu machen, schließlich müsste ich da noch weitere fünfmal hoch. Anvisiert hatte ich einen Kilometerschnitt von ca. 4:45 Min/km. Abwärts muss ich aufpassen nicht zu sehr zu entspannen und ein bisschen mehr Gas zu geben. Bei 9:10 Min. kam ich das erste Mal am Ziel vorbei und hatte inzwischen auch jemand gefunden, an die ich mich heften konnte. Die zweite Runde lief gut – 9:14 Min und auf in die dritte Runde. Die Dame wurde etwas schneller oder ich deutlich langsamer? Naja, jedenfalls beschloss ich, ihr Tempo nicht mitzugehen. Am Ziel wurde mir auch klar, warum sie schneller wurde, sie war beim Fitnesslauf über die halbe Distanz gemeldet und hatte somit ihren letzten Meter gehabt. 9:23 sagte die Rundenzeit und ich versuchte gleichmäßig weiter zu laufen. Es war anstrengend, aber ich hatte auch noch ein paar Körner, wollte mich aber nicht zu zeitig verausgaben. Bergauf ging es immer mit einem Puls von 174 – 178, bergab dann wieder bis auf 164 runter. Mit 9:40 in dieser Runde ging ich es doch etwas zu lasch an oder war ich mittlerweile wirklich schon zu schwach. Meine Zielzeit von 57 Minuten würde also nicht so einfach erreicht werden können. Die fünfte Runde versuchte ich dann schon vorsichtig etwas mehr Betrieb zu machen, was mit 9:28 auch wieder klappte. Vor dem Angriff der letzten Runde war klar, dass ich meine Zielzeit wohl unterbieten kann. Da es hier aber um keinerlei Bestzeit ging orientierte ich mich darauf, wirklich die 57 Min. zu knacken, aber auch nicht übermäßig viel, sprich es gab auf den letzten 300-400 Metern keinen Schlussspurt mehr, sondern ich ließ meine drei Begleiter bzw. Läufer aus dem Umfeld ruhig an mir vorbeiziehen, ich wollte eine Chance beim Brooks Pacepropheten haben. Bei 56:33 kam ich glücklich und gut gelaunt ins Ziel.
Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass ein Bekannter noch besser getippt hatte und ich so hätte ruhig noch den Endspurt hätte hinlegen können. Dann wäre ich auch zweite Frau geworden 🙂 Aber das war auch egal. Es war ein schöner kleiner Lauf, der mir gezeigt hat, dass ich doch noch Tempo kann und er Lust gemacht auf viele weitere Läufe.
Danach ging es unter die Dusche, aber unter die Dusche im Schwimmbad und es schlossen sich noch 1,5 km Schwimmen dran an. Das tat gut und lockerte gleich die Beine.

Der Saisonstart hatte sogar soviel Lust gemacht, dass ich am Sonntag beim Aufwachen überlegte doch noch Eilenburg zu fahren. Als ich sah, dass es auch nur 25 km bis dahin sind, war meine Lust noch größer. Aber schlussendlich hat die Vernunft gesiegt und ich habe meinen langen Lauf absolviert, schließlich will ich in 8 Wochen beim Marathon richtig viel Spaß haben und meine Bestzeit angreifen. Der lange Lauf bescherte mir aber auch viel Spaß und die 28 km hatte ich auch in den vorgegebenen 2:35 h abgespult. Da war ich aber noch nicht wieder am Auto und so wurden es knapp 32 km in 5:28 Min/km – herrlich.

Mit dieser Einheit ging eine erfolgreiche Woche zu Ende. Es waren zwar „nur“ 7 Einheiten mit knapp 8 h Trainingszeit, aber mit so guter Erfüllung der Laufvorgaben war ich sehr zufrieden.

So ganz konnte ich meine Eventgeilheit doch nicht zügeln und so laufe ich am Samstag gleich den nächsten 10er. Bin gespannt.

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Eine Antwort zu Auf Kurs und der Bestzeitenpulverisierer erklimmt Berge

  1. Claudi schreibt:

    Da kann ja wirklich beim Marathon gar nichts mehr schief gehen! Du bist wirklich total fleißig! Respekt.

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