Kontrolle

Letztens gab es „Grenzen“ und was gibt es an Grenzen – richtig „Kontrollen“.

In der letzten Woche sollte es eigentlich schön mit Training weitergehen und es startete auch gut mit einem profilierten Lauf am Dienstagmorgen – gut gemeistert, aber auch Belastung gespürt. Am Nachmittag war es dann aus und vorbei – ich hatte einfach keine Lust in die triste graue fast unsanierte Schwimmhalle zu gehen. Wenn ich gewusst hätte, dass ein helles Becken und stimmungsvolles Ambiente auf mich wartet, wäre ich wohl auch zum Training gegangen, aber so sagte ich mir, man muss auch mal ein Training ausfallen lassen können. Dies galt im Laufe der Woche aber am Mittwochabend auch noch fürs Rollentraining und am Donnerstag nochmal erneut fürs Schwimmen. Okay, da gab es dann als Ersatz eine Stunde Power-Yoga.
Beim langen Lauf am Samstag war die Welt wieder in Ordnung und ich hatte viel Spaß, ein gutes Tempo und einen niedrigen Puls.
Ich bin in meinem Kopf ja zu dem Trainingsplan vom PolarPersonaltrainer gewechselt und hatte mich gefreut, dass da nur Zeiten drinstehen und ich das so mit einer neuen Leichtigkeit angegangen bin. In den Tempoeinheiten standen auch Strecken und Schnelligkeiten, aber bei den langen Läufen nix. Das ändert sich ab dieser Woche und dann bin ich ja mal gespannt, ob vorgegebener Pulsbereich, Dauer und Strecke noch zusammenpassen. In den 2:35 h soll ich am Wochenende 28 km abspulen. Ich werde das wohl mal kontrollieren müssen.

Die Kontrolle über mich selbst zu behalten und aus einer Belastungs- eine Entlastungswoche zu machen, wenn mir mein Körper und vor allem Geist das sagt, das war das eine. Ein anderes ist es sich wirklich kontrollieren zu lassen. Ein paar Schwimmvideos anschauen, selbst zu üben, Techniktraining machen, mal einen anderen Sportler drauf schauen lassen ist alles gut und schön, aber wenn der Trainer die Kamera ins Wasser hält, einen beobachtet und man sich selbst im Video sieht, dann sieht die Welt gleich ganz anders aus. Das Problem meiner unruhigen Beine ist mir bekannt und dass ich im Oberkörper ziemlich rumschlenkere auch, aber das meine Armarbeit wirklich noch soooo mies ist, das hätte ich nicht gedacht. Ein Teil des Schwimmens alleine (egal welcher) klappt ja gar nicht mal so schlecht, aber sobald sich ein zweiter Teil hinzugesellt, wird es böse. Aber es war wirklich gut, dass mal kontrolliert zu bekommen und zu wissen, woran man arbeiten muss.
Trotzdem will ich mir meine Schwimmergebnisse nicht schlecht reden. Als ich das letzte Mal beim Vereinsschwimmen war (Ende November glaube ich), da bin ich nach 35 Minuten ziemlich fertig aus dem Wasser gestiegen und die Einheit war beendet. Mittlerweile gehen meine Schwimmeinheiten auch mal über 1,5 h und ich bin da nicht so fertig, wie nach diesen 35 Minuten. Meine 100m-Zeit hat sich deutlich verbessert und gerade komme ich aus der Schwimmhalle und habe in den 42 Minuten Wasserzeit heute 1.600 m absolviert. Die Pausen wurden mit der Zeit immer kürzer und heute gab es z.B. fast gar keine mehr. Außerdem komme ich so langsam dahin verschiedene Geschwindigkeiten bzw. Belastungen schwimmen zu können. Mit der Einheit heute sehe ich mich jedenfalls für meine erste olympische Distanz gewappnet.

Die nächste Kontrolle die ich eingegangen bin, ist die Kontrolle meiner Yoga-Verrenkungen. Über die Bloggergemeinde wurde ich auf Yoga aufmerksam und da ich seit Anfang an, faul bei der Dehnung und Kräftigung bin, wollte ich mich damit überlisten, dass ich das in Yoga-Einheiten unterbekomme. Den Einstieg gab es dann über eine DVD, die Claudi erwähnt hatte. Irgendwann nahm ich mir dann im Discounter noch eine Power-Yoga-DVD mit, kostete auch nur 4,99 EUR. Das erste Mal brach ich diese dann nach 20 Minuten völlig durchschwitzt und entkräftet ab – eigentlich sollte ich 60 Minuten durchhalten. Ein weiteres Mal schaffte ich es, aber hatte ordentlich Muskelkater am nächsten Tag, bei nächsten Mal wurde es besser. Bei diesen Selbstversuchen merkte ich aber deutlich, dass jedes Wort in der Erklärung wichtig ist und wenn man dann auf ein paar Punkte achtet, eine Übung gleich viel intensiver wird, vorher wusste man auch gar nicht, was dabei nun passieren soll. Für mich war aber relativ schnell klar, dass das etwas ist, was ich zumindest am Anfang, nicht allein kann. Hier sollte ich mir Hilfe und Kontrolle holen – da würde ein Kurs richtig Sinn machen. Solche Kurse werden ja auch von der Krankenkasse gefördert und so sind die Kosten überschaubar und ich erhoffe mir eine deutlich bessere Grundlage. Wenn man die drauf hat, kann man immer noch allein üben.
Und so kam es, dass ich gestern zur Schnupperstunde beim Männer-Yoga war – etwas intensiver, nicht so esoterisch und man ist dann auch nicht der „Hahn im Korb“ – fand ich gut. Und was ich dort erlebte, war auch gut – von der Stimmung und von dem was ich übungstechnisch bekam. Den Fuss 1 cm nach dort gedreht, die Hüfte 1 cm nach dort und schon wurde aus einer Übung einer Herausforderung. Das Studio war gut warm, aber so wie ich in der Stunde geschwitzt habe, habe ich das erste Mal auf der Rolle geschwitzt gehabt, als die Heizung noch nicht abgedreht und die Fenster noch nicht aufgerissen waren. Es war sehr intensiv, aber es war auch richtig gut und trotz allem habe ich heute keinen Muskelkater. Da bleibt es nicht beim Schnuppern, das wird angegangen. Nächste Woche fällt es für mich nur schon mal aus, da ich da Weiterbildung habe.

Aber damit nicht genug, die nächste Kontrolle ist leider in den nächsten Tagen und Wochen wohl sehr wichtig. Ich muss ziemlich intensiv in mich horchen, was ich meiner Achillessehne zutrauen kann. Die spinnt noch immer rum. Die Dehnungs- und Kräftigungsübungen dafür versuche ich deshalb so oft wie möglich unter zu kriegen und ich versuche sie auch immer warm zu halten, aber komplette Laufpause möchte ich auch nicht und so muss ich das kontrolliert angehen. Mein Ackerschachtelhalmkonzentrat schlucke ich seit ein paar Tagen auch wieder. Hoffen wir mal, dass es nicht richtig schlimm wird.

Und als letztes gibt es noch die große Kontrolle über mich selbst. Die Fastenzeit hat begonnen und ich hab mir vorgenommen in dieser Zeit keinen Alkohol zu trinken. Das wird ziemlich heftig, aber ich will mir beweisen, dass das tägliche Bier keine Sucht, sondern nur Genuss und Entspannung ist.

PS: Letzte Woche habe ich geschrieben, habe ich zur Entlastungswoche erklärt, dass das mittlerweile trotzdem 5 Einheiten mit einer Trainingszeit von 5:40 h sind, ist schon heftig – so rückblickend.

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3 Antworten zu Kontrolle

  1. Ralf schreibt:

    Nachtrag!
    Ich muss der „Yoga macht fröhlich“-DVD noch eine Ehrenrettung geben. Es gibt dort auch ein Kapitel „Technik“ (hab ich mir heute früh leider zum ersten Mal reingezogen) bei dem die einzelnen Übungen exakter erklärt werden. Nur in den Gesamtabläufen sind die Erklärungen nicht so umfassend.

  2. Grit schreibt:

    Hallo Ralf,
    ich finde es toll, dass du dich im Yoga versuchst 🙂 Ich habe auch gerade meine ersten drei Stunden hinter mir & bin mir noch nicht sicher, ob es es mir gefällt oder nicht. Geschwitzt habe ich nicht…das war einfach so ruhig & unanstrengend. Mit der Achillessehne wünsche ich dir viel Glück – bei mir hat es sich irgendwann von selbst gegeben. Sie musste sich quasi erst an wachsende Umfänge gewöhnen. Ansonsten habe ich eher gekühlt (kalte Dusche) und stark massiert.
    Liebe Grüße!

    • Ralf schreibt:

      Scheint gerade Trend zu sein, aber ist ja auch nicht schlimm, wenn es gut tut und das ist bei mir der Fall. Ich bleibe jedenfalls dran.
      Das mit der Wärme bei der Achillessehne war anders gemeint – ich ziehe schön weiter lange Tights an, auch wenn es wärmer wird und wechsle noch nicht zu 3/4, denn beim Laufen Kälte auf die Sehne zu bekommen, kann auch Ursache für die Beschwerden sein. Ich hoffe, ich muss nur einfach wieder regelmäßig meine Übungen machen, die ich damals bekommen habe, als ich sie mir am Anfang meiner Läuferkarriere schon böse entzündet hatte.

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