Schwimmtraining – im Winter werden nicht nur Läufer gemacht

Über meine letzten 4 bis 6 Wochen soll es heute gehen. Ich kann mir die kaputt reden, schön reden oder einfach mal versuchen neutral zu betrachten.

Es stört mich, dass ich nach wie vor nicht zu einem kontinuierlichen Training finde. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll, dass ich öfter mal ein Training ausfallen lasse und ab und an aber auch ein Training mehr einschiebe. Nach zwei guten und intensiven Wochen kamen zwei Wochen in denen kaum was stattfand. Okay, die Wochen waren vor und nach dem gelaufenen Marathon, aber es war so nicht geplant und sollte eigentlich schon ein Tick mehr sein. Der Winter ist schon bald vorbei – okay wettertechnisch fängt er gerade erst an – und ich habe irgendwie nicht so wirklich Grundlagen gelegt. Am ersten März-Wochenende soll ein schneller 10er auf dem Programm stehen, aber mit schnell wird da wohl nicht so wirklich was werden, wenn man nicht trainiert.

Das Nicht-trainieren bezieht sich vor allem auf das Laufen. Wenn ich mir so meine Wochenkilometer anschaue, dann muss ich ziemlich genau hinschauen, um überhaupt welche zu finden. Vor einem Jahr sah das deutlich besser aus. Andererseits bin ich im Prinzip ohne jede Vorbereitung einen weiteren Marathon gelaufen und das noch unter 4 Stunden. Daran war vor einem Jahr nicht zu denken. Meine gute Herbstform ist aber absolut nicht mehr gegeben und ich bin ein bisschen skeptisch wieviel sich noch bis zum ersten Wettkampf aufbauen lässt. Die Sache mit dem Laufen muss wieder besser werden! Ich sollte aber wohl auch nicht zuviel mit dem letzten Jahr vergleichen, denn da habe ich nur das Laufen trainiert und nicht noch zwei andere Disziplinen!
Wobei das beim Radfahren auch nicht viel besser aussieht. Ich saß maximal zweimal in der Woche auf der Rolle und das auch nur immer 40 Minuten. Ist doch nix. Da könnte es locker eine Einheit mehr geben und vor allem auch mal eine längere Zeit. Positiv betrachtet sitze ich aber immerhin mind. einmal in der Woche auf der Rolle. Vor einem Jahr hatte ich noch nicht mal ein ordentliches Fahrrad und eigentlich dachte ich im Herbst noch – Wintertraining auf dem Rad fällt aus und gibt es dann erst wieder nach dem Oberelbemarathon. So gesehen ist jede Minute zusätzliches Training und damit gut. Die Trainingssteuerung über die Programme für die Rolle ist auch gut und dürfte ziemlich förderlich sein. Draußen würde ich einfach nur Kilometer abspulen.

Aber nun zu dem, was ich wirklich nur positiv sehen kann – dem Schwimmen. Von anfänglich (im Herbst) einmal pro Woche über zweimal pro Woche habe ich es im Januar geschafft regelmäßig dreimal pro Woche schwimmen zu gehen. Außerdem hab ich da einiges mir angeschaut und durchgelesen und versuche es umzusetzen. Und das alles merkt man erheblich und zwar in vielerlei Hinsicht. Von den optischen Wirkungen hat wohl hauptsächlich meine Freundin was und ich natürlich auch mit einem doch erheblichen Tick mehr Selbstwertgefühl. Der Blick in den Spiegel macht schon mehr Spaß, wenn man so langsam definierte Brust-, Schulter- und Rückenmuskeln sieht und die T-Shirts deutlich strammer sitzen. Diesen Muskelzuwachs merkt man natürlich ab und an auch in einem Muskelkater oder neuartigen Verspannungen, die gedehnt werden wollen. Ich merke den Trainingseffekt vor allem auch daran, dass ich anfangs nach 20 bis 30 Minuten ziemlich platt war und Ende war. Mittlerweile habe ich aber auch noch bei 80 Minuten in der Schwimmhalle meinen Spaß und wenn ich nur eine Stunde bezahlt habe, dann versuche ich die Dusch- und Umkleidezeiten extrem zu verkürzen und optimieren, damit ich mehr Zeit im Wasser habe. Aus anfänglich 25 m Brust + 25 m Kraul und Pause sind wie letztens ein paarmal 200 m Kraul + Pause geworden. Außer beim Ein- und Ausschwimmen ist Brust und Rücken vom Schwimmplan verschwunden. Als ich es geschafft habe endlich 100 m durchzukraulen und mich dann auch mal getraut habe, die Zeit zu messen, standen 2 Min 25 Sek. auf der Uhr, am Sonntag waren es nur noch 1 Min 54 Sek. und damit fehlen mir nur noch 9 Sekunden auf meine Bestzeit, die ich als 18jähriger Rettungsschwimmer mal geschwommen bin. Das Training bringt also gehörig was.
Allerdings legt es auch Schwachstellen offen. Meine Technik ist noch wohl deutlich optimierungsfähig und ich muss mich vor allem noch viel zu sehr drauf konzentrieren. Meine viel zu intensive Beinarbeit konnte ich bis jetzt noch nicht ablegen, aber vor allem ist mein Rumpf kein wirkliches Widerstandslager sondern schlenkert herum, wie er will. Ich muss unbedingt was für Muskeln im unteren Rücken tun. Wenn ich daran denke, dann bin ich wieder ganz schnell beim Klettern, welches ich durch das intensiviertere Lauftraining und die Wettkämpfe ganz schön in den Hintergrund gedrängt habe. Das muss ich mir erhalten, zumal ich merke, dass ich mit Krafttraining und Dehnübungen als solches nix anfangen kann bzw. das ständig weg lasse. Ich muss mich dort also selbst austricksen. Beim Dehnen (und damit auch teilweise kräftigen) gelingt das mir mittlerweile ziemlich gut, in dem ich eine wöchtenliche Yoga-Einheit in mein Programm einstreue. Falls ich an Ruhetagen (der Montag ist fest, der Freitag variabel – je nachdem was am Donnerstag und am Wochenende passiert) Lust auf eine Sporteinheit habe, dann darf es da auch eine Yoga-Einheit geben. So ging es mir heute, aber nach 20 Minuten Power-Yoga war ich fix und fertig. Die DVD hatte ich beim Discounter einfach mal mitgenommen und sie ist von der Atmosphäre evtl. nicht das Highlight, aber jede Übung wird gut erklärt und vor allem die Details in der Ausführung. Dadurch war einiges doch intensiver als ich es vorher gewohnt war und nach 20 Minuten war für mich wie gesagt Feierabend.

Die Woche nehme ich mir intensiv vor, aber mal sehen, wie mir das gelingen wird, bei Wetter-Prognosen von bis zu -20 Grad, wobei ich z.Z. ja nur draußen laufe. Alles andere kann ich trotzdem absolvieren und am Sonntag wird es evtl. auch Videobilder von meinem Schwimmstil geben. Es bleibt spannend.

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6 Antworten zu Schwimmtraining – im Winter werden nicht nur Läufer gemacht

  1. Din schreibt:

    Ist doch klasse, wie du das machst. Da lässt du etwas ausfallen, weil du keine Lust, keinen Spaß, keine Kraft, keine Zeit hast und machst dann etwas, wenn du dich wieder danach fühlst! Und dann mal eben im Winter einen Marathon sub4h. Was möchte man eigentlich mehr.
    Du gehst so oft zum Schwimmen, da muss man sich auch erst einmal hintrauen bzw. sich aufraffen. Bei mir ist es bis jetzt 1x pro Woche im Plan eingebaut und nur deshalb gehe ich, habe aber jedes Mal wirklich Spaß dabei und das ist es, was zählt wie ich finde.

    Klar, wenn du einen bestimmten WK und eine bestimmte Zeit im Auge hast, dann solltest du vielleicht auch einen Plan verfolgen. Aber manchmal ist es bedeutend wichtiger, auf seinen Körper zu hören. Du hattest letztes Jahr eine so unglaubliche Saison, seh es locker. Die Form baut sich sicher schneller wieder auf, als du denkst, vor allem, wenn erst einmal wieder der Hauch Frühling durchkommt.

    Bei dem Wetter habe ich eigentlich auch keine Lust, das Haus zu verlassen, aber es ist jedes Mal wieder etwas Schönes. Wenn ich mich gar nicht dazu überwinden kann, dann hilft mir im Moment Koppeltraining. Auf Rolle strampeln, dann eine Runde raus und dann wieder Rolle. Das macht echt Spaß und wenn man es positiv sieht, kann es durchaus witzig werden.

    Wünsche dir viel Spaß und hoffe, dass du weiter gut durch den Winter kommst.

    • Ralf schreibt:

      Ich sollte meinen Blog umbenennen – denn es ist wirklich das „losstarten“, was wichtig ist – egal ob laufen, radfahren oder schwimmen, wenn man dann einmal dabei ist, dann hab zumindest ich immer wieder Spaß, aber sich dazu zu überwinden fällt doch manchmal schwer.

  2. Miłosz Węckowski schreibt:

    Mach Dir nicht so nen Kopf! 4-5 mal Trainig die Woche ist echt ordentlich. Und nach nem Wettkampf SOLL man ja auch PAUSE machen! Die Schimmsachen könnten übrigens auch von mir stammen! Ist beim mir fast gleich, nur ein paar sec langsamer 😉

  3. Ralf schreibt:

    Miloz – Du bist mal bitte ganz vorsichtig, denn mit der Gesundheit spielt man nicht! Ich bin richtig froh. dass ich „offiziell“ gar keine Probleme habe.

  4. Ralf schreibt:

    „offiziell“ bedeutet, dass ich evtl. eine total miese Technik habe, aber mir damit nicht meinen Körper ruiniere.

  5. Claudi schreibt:

    Einen Marathon unter 4Stunden laufen ist für mich selbst mit Training praktisch unvorstellbar! Du machst das super.
    Und das Schwimmen … Du bist echt ein Tausendsassa! Respekt.
    Hab weiter Spaß!
    LG
    Claudi

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