Pulsuhr/Laufuhr/Aufzeichnungsgerät

Heiko von Laufe Marathon hat sich gefragt, was eine Laufuhr können sollte bzw. was die für einen ausmacht.

Wer billig kauft, kauft bekanntlich zweimal. So auch bei mir doch eher nicht zweimal sondern eher dreimal oder viermal. Trotzdem fand ich jeden Kauf zu diesem Zeitpunkt gut, denn ich wusste ja nicht, wo noch die Reise hinführen würde. Wenn mir jemand vor 1,5 Jahren gesagt hätte, kaufe nicht das, sondern das, weil Du spätestens dann nicht mehr drüber nachdenkst nur zu laufen, sondern einen Triathlon auf der Langdistanz bewältigen zu wollen, dem hätte ich einfach nur den Vogel gezeigt.

Kurz zu meiner Entwicklung. Vorweg – ich bin Technikfreak bzw. Datenfreak. Die Technik soll eigentlich nur funktionieren.
Auf meiner allerersten Laufrunde hatte ich noch keine Schuhe und auch eigentlich keine taugliche Kleidung, aber mein GPS-Tracker (den ich mir eigentlich für die Verortung von Fotos zugelegt hatte) lief da auch schon mit. So bin ich auch bestätigt darin, dass ich damals viel zu schnell losgelaufen bin. Pulswerte kenne ich leider nicht. Das war im Herbst 2009. Weihnachten und Geburtstag stand vor der Tür und es gab dann einen iPod Nano 5G mit Sportkit, so dass ich die Trainingseinheiten und Strecken aufzeichnen konnte und auch ein Internetportal für die Daten hatte. Ich wurde engagierter und fand Puls wichtig und als es endlich den Pulsgurt für das Sportkit gab, kaufte ich mir den – völlig überteuert für 65 EUR. Fand ich gut und kam damit auch gut zurecht. Die Welt war zu dem Zeitpunkt in Ordnung. Im Herbst dachte ich dann – etwas Geld durch das Erbe meiner Oma übrig habend – ich müsste mir eine Pulsuhr gönnen. Alles viel bequemer, live abzulesen und außerdem exakter dank GPS. Da ich irgendwie auch noch an dem Nike-Portal hing und keinen Datenschnitt begehen wollte, fand ich es toll, dass die Polar-Uhren mit dem Nike-Sensor zusammenarbeiten. Tolles Angebot deutlich unter der Verkaufspreisempfehlung und eine Polar 300X gehörte mir. Man war ich enttäuscht, als sich rausstellte, dass die Uhr zwar ihre Daten aus dem GPS bezieht, aber nicht speichert, also die Positionsdaten, und somit keine Kartendarstellung meiner Laufstrecke möglich ist. Wie blöd ist das denn? Die Uhr ist meine aktuelle Laufuhr.

So schlechte ist die Polar gar nicht! Dem anfänglichen Frust, es gibt auch keine Möglichkeit die Daten einem neutralen Portal zur Verfügung zu stellen, wich dann auch der ein oder andere positive Aspekt. Der textile Brustgurt, der wirklich nie stört – ist wohl nicht so selbstverständlich bei anderen Uhren. Die geniale Möglichkeit die Anzeigen auf der Uhr mit einer Bewegung zum Herzfrequenzsensor umzuschalten ist einfach nur topp. Keine Handschuhe im Winter ausziehen müssen, keine richtigen Tasten treffen zu müssen, einfach nur den Arm zur Brust führen und fertig – herrlich. Ein Killerfeature!
Bei dem Umschwenk auf den Triathlon wurde mir die Wasserfestigkeit erst bewusst – ist wohl auch nicht selbstverständlich, aber für mich eigentlich klar, ich trage seit Jahren nur eine Uhr, die tauchtauglich ist und die ich nie absetzen muss.
Das Mitführen müssen des relativ globigen GPS-Sensors am Arm fand ich öfter doof. Aber auch das hat Vorteile. Die Uhr selbst ist dadurch kompakt. Ich muss mich nicht um den Ladezustand der Uhr kümmern, wenn die Batterie alle ist, gibt es einfach nur kein GPS-Signal, aber alles andere läuft weiter. Ich kann mich bewusst dazu entscheiden, kein GPS-Signal zu wollen, aber beim Wettkampf trotzdem Zeit und Puls zu haben. Der kompakte Aufbau der Uhr ist natürlich auch perfekt für die Nutzung eines Neoprenanzuges und der später umgeschnallte GPS-Sensor wird auch innerhalb einer Einheit erkannt. Perfekt.
Da ich mittlerweile mein Training ganz schön steigere, kommt mir eine Aussage der Polar ziemlich gelegen. Sie zeichnet nämlich meine „Trainingsbelastung“ auf und so ist ein neutralerer Vergleich zwischen Radausfahrten und Lauftrainings möglich und auch ein Blick darauf, wann ich es nicht übertreiben sollte. Da bin ich aber ziemlich einsichtig und wundere mich eher darüber, wann ich schon wieder richtig loslegen kann.

Ich bin also aktuell nicht schlecht versorgt. Was mich nervt sind die unterschiedlichen Systeme – Nike für die Gesamtkilometer und fürs Posten bei Facebook, Polar für die Trainingsbelastung und eine App auf meinem Blackberry für die Streckenverfolgung bei meinen Radausfahrten. Ich hätte das gern in einem System.

Lösungen: Naheliegend ist die Polar RCX5 – aber da gibt es leider die Trainingsbelastung nicht. Das Garmin-Portal gefällt mir wirklich richtig gut und das wäre echt eine Kaufentscheidung, aber den textilen Brustgurt gibt es da wohl nicht unbedingt und auch nicht die tolle Möglichkeit der Displayumschaltung, von Wasserfestigkeit will ich noch gar nicht reden und wie der Klotz unter den Neopren passen soll auch nicht. Trotzdem lockt das Gerät doch sehr. Ich lebe also noch mit meiner Lösung und warte und hoffe auf einen Nachfolger der Polar 800.

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8 Antworten zu Pulsuhr/Laufuhr/Aufzeichnungsgerät

  1. René Nicolai schreibt:

    Spar Dir das Geld und warte bis der 910XT bezahlbar wird. Alles andere sind Notlösungen!

    • Ralf schreibt:

      Umschalten bei „Armbewegung“, Trainingsbelastung, kompakt? Nein, ich will die 910XT jetzt nicht schlecht reden, sie ist wirklich in der Auswahl, aber perfekt? Und „bezahlbar“ ist wohl sowieso sehr individuell, also nicht nur personen- sondern auch zeitabhängig. Überteuert ist das Zeug eh alles – aber wir wollen es ja haben! (Ich könnte wetten, die Koordinaten in der 300X zu speichern ist nicht mehr als 2 Stunden Arbeit, aber man will ja auch die teuere Uhr verkaufen).

  2. René Nicolai schreibt:

    Naja, sicherlich gibt es immer was zu meckern. Ich habe auch nicht geschrieben, dass sie perfekt ist. Aber vermutlich der beste Kompromiss für Triathleten. Für reine Läufer wird eher die 610 die richtige Wahl sein. Ich würde die 910XT trotzdem nicht zum Einstiegspreis kaufen, denn erfahrungsgemäßig ist sie ein halbes Jahr später ein Fünfter günstiger. Aber wenn Geld eine untergeordnete Rolle spielt -> kaufen 🙂

    • Ralf schreibt:

      Ähm – Geld spielt keine untergeordnete Rolle – sonst würde ich die RCX5 schon längst testen. Aber wenn ich richtig Geld ausgebe, dann will ich auch das haben wollen, was ich wirklich will. Keinen blöden Kompromiss.

  3. Markus schreibt:

    Ich laufe hier mit meiner Forerunner 405 rum. Zwar schnüre ich erst seit Anfang des Jahres die Laufschuhe, aber ich bin halt, ähnlich wie du, ein Technikfreak. Aufgefallen ist mir, dass ich auf die GPS funktion stehe, diese aber fast nicht zur Auswertung benutze. Da fallen meine Blicke mehr auf die Graphen und Diagramme. Perfekt ist halt die Onlineauswertung auf Garmin Connect.
    Die 910XT ist sicher ein Highlight, das ich gerne hätte, aber wahrscheinlich wäre sie mir zu funktionell, da ich das Rad höchstens mal zum Ausgleich nutze und um in die Arbeit zu kommen. Schwimmen ist bei meinem Talent nicht drin 😉 (mehr tief als weit) Und bei dem stolzen Preis auf die Hälfte der Funktionen zu verzichten sehe ich auch nicht ein. Bliebe noch die 610er, die mich schon interessiert. Vor allem die Puls-/Pacewarnungen per Vibration wären mir lieber als das piepsende Ding an meinem Handgelenk.
    Zu Polar habe ich halt so gar kleinen Zugang. Ich mag sie einfach nicht. Die RCX5 bekam ich mal zum Test für meinen Blog. Die Uhr habe ich aber weitergegeben weil ein Freund ganz heiß drauf war und sie teste wollte. Er ist begeistert. Lediglich die mangelnde Kompatibilität zu einigen Onlineplattformen bemängelt er ab und an.
    Nettes Gimmick bei Garmin: Die Daten kann ich per externer Seite auch auf die nike-Plattform hochladen. Hier vielleicht der Link für alle Interessierten: http://twnblog.de/2011/10/forerunner-macht-einen-auf-nike-howto-garmin-laufdaten-zu-nike-hochladen/
    Ich habe auch die Nike SportWatch getestet, schätze es aber nun nur noch ein Gerät dabei zu haben 😉
    Die Nike Uhr macht Spaß, ist halt weniger funktionell, für viele Läufer, gerade Anfänger und Funrunner, ideal.
    Schöne Grüße, Markus vom twnblog.de

    • Ralf schreibt:

      Wie ich zur Polar gekommen bin steht ja im Artikel und jetzt fühle ich mich damit auch ganz gut. Das Aufladen der Garmin-Geräte würde mich auf die Dauer ziemlich nerven. Das mit dem Export zu Nike ist aber mal cool und die Online-Plattform von Garmin ist auch ziemlich cool.

  4. Henrik schreibt:

    Es ist ein Elend mit den Uhren – irgendwas fehlt immer. Ich denke, wenn man die Macken eines Herstellers kennt, kann man mit denen leben. Wir laufen ja seit 3 Jahren mit dem Garmin FR405. Die Qualitätsprobleme des Geräts (Akku, Lademechanismus, ANT+, Regentauglichkeit, GPS-TimetoFirstFix…) sind eigentlich für den Preis ein Witz. Trotzdem werde ich mir wohl den 610er holen. Man kennt halt die Macken… Die Trainingsdaten von Garmin Connect lade ich über ein Plugin zu Nike+ hoch.

  5. Christian schreibt:

    Ich oute mich mal als Nicht-GPS-Anwender.
    Zunächst war ich begeistert über die theoretischen Möglichkeiten bei den Laufuhren, aber mein Alltag sah sehr schnell ganz anders aus. Ist einfach zuviel Arbeit damit.

    Meine Kombi: Polar RS 400 und Polar CS 400 fürs Rad und wenn’s wirklich GPS sein soll, nutze ich entweder mein Handy oder besser das Dauerlogteil blumax Bluetooth GPS Receiver.

    Die meisten Strecken kennt man fürs Laufen eh schon. Für den Pace: Laufsensor S1. Und so kann ich mit einem Klick die erzeugten Daten auf trainingstagebuch.org hochladen und gut ist, verwalte dort meine Strecken usw…
    Für’s Schwimmen nutze ich meist die Lapfunktion damit ich mich nicht immer verzähle, Armzugfrequenz beim 910XT brauch ich nicht, hat sich mir deutlich genug eingebrannt, so wenig Armzüge wie möglich zu verwenden. Wenn ich Herzfrequenz und Streckenzeit in Relation setze, weiß ich auch, ob’s gepaßt hat. Im Wasser kann der 910XT nicht messen.

    Wenn ich denn mal ganz groß und reich bin, könnt ich mich für das Edge 800 mit Wattmessung erwärmen, aber bevor ich nicht deutlich schneller bin…….

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