Urlaub, Trainingslager oder Leben?

Zwei Wochen Urlaub sollte ich haben, hieß es es nach meinen Urlaubsantrag auf Arbeit. Ich würde zwei Wochen frei haben, okay, aber was da würde, war noch sehr offen. Eine Woche Rügen mit ein paar Freunden stand an und die zweite Woche Steuererklärung und Co. Ich dachte an entspanntes „Am-Abend-Zusammen-Kommen“ und tagsüber Trainingslager. Ich hatte so Lust auf Sport, wollte unbedingt eine weite Strecke schwimmen.

Sturzbaum

Sturzbaum

Doch dann kam alles anders. Nach dem Knappenman traf ich ziemlich spät im Ferienhaus ein – die anderen Fünf waren schon da und warteten nur auf mich, damit man endlich essen kann. Wir verstanden uns alle gleich gut. Größentails kannten wir uns ja auch. Sonntag waren Fotobesichtigungstour angesagt – also wo man hingehen kann, zum fotografieren. Für die Frauen war es natürlich als Reiterhofbesichtigungstour getarnt 🙂 Jedenfalls hatten wir eine tolle Stelle (Ich bin ja nicht umsonst nebenberuflich Fotograf) und wir besuchten die dann abends auch noch bei gutem Licht – die Frauen suchten noch nach dem idealen Reiterhof.
Es war Steilküste und das der Riss bei dem leicht schief stehenden Baum vom Nachmittag zum Abend größer wurde, machte mich panisch als ich drunter durchlief und ich stürzte und bin voll aufs Handgelenk gefallen. Das Licht wurde leider schlecht, aber Beruhigungsbier und Eisbeutel in der nahen Kneipe halfen.

Das Wetter war windig und so war mir trotz Neo der Schwimmausflug zur Insel Vilm zu riskant. Es waren ziemlich heftige Wellen. Außerdem war mittlerweile Montag und damit Ruhetag. Irgendwann nachts nach etwas Rotwein stieg ich dann trotzdem für ein paar Meter Schwimmausflug in die eiskalte See. Das war aber mehr Lust und Mutprobe als Trainingseinheit, aber es war wunderbar.
Dienstag sollte eigentlich spätestens eine Trainingseinhheit folgen, aber stattdessen war Verbinden des Handgelenkes angesagt, mittlerweile sehr zärtlich.
Dass ich mich mittlerweile verliebt hatte, hat ja auf so einen Sport-Blog nix zu suchen 😉
Mittwochfrüh setzte sich dann doch die „Mission Trainingslager“ durch und ich war laufen. Ich hatte mir so eine schöne Wanderroute ausgesucht, aber der Aussichtspunkt war privat versperrt und es waren dann statt 10 doch 15 km und meine Angabe („ich bin in einer Stunde zurück“) nicht mehr ganz korrekt, also habe ich da nochmal aufs Tempo gedrückt und wurde dann doch entspannt empfangen, dass ich einfach auch noch Brötchen holen soll. Manchmal stresst man sich echt zu sehr selbst! Bei der Caspar David Friedrich Aussicht auf dem Weg hielt ich aber auch mal kurz inne. Ich mag diese Stimmungen.

Kreidefelsen

Kreidefelsen

Nachdem ich mir Dienstag und Mittwoch die Ausfahrt wegen meinem Handgelenk verkniffen hatte, war sie am Donnerstag fällig. Ich wollte zum Kap Arkona (wir waren an dem südlichen Teil von Rügen), aber faul wie ich bin, bin ich nur gefahren und hab nicht auf die abfotografierte Landkarte geschaut. So machte ich dann einen heftigen Schlenker zur Küste und kam erst nach knapp 80 km statt 54 km am Kap an. Mein Handgelenk schmerzte mittlerweile ohne Ende, dank zahlreichem heftigem Kopfsteinpflaster und mir war auch kalt, da die Radwege überflutet waren und ich mittlerweile komplett durchnässt. Nie wieder Rügen mit dem Rennrad! Der Rückweg war dann noch landschaftlich tröge und immer im Wind, was natürlich sehr Laune aufbauend war 🙂
Nach 136 km kam ich endlich wieder in der Unterkunft an und war froh eine Stunde nach einer erholsamen Dusche zu schlafen.

Nicht viel später war ich wieder über mich selbst überrascht und wie schnell ich mich doch erhole. Gerade noch tierisch fertig, bin ich dann ca. 2 km im tiefsten Sandstrand gelaufen – das hatte ich mir so sehr gewünscht. Barfuss im Sand. Herrlich. Ich war aber auch froh, dass ich insgesamt ziemlich fertig war und es nicht übertrieben habe. Die 2 km waren gut, aber schon belastend für das Gelenksystem.

Mit dieser etwas mageren Bilanz (15 km Lauf, 136 km Rad, 2 km Barufuss) kehrte ich nach einer Woche heim. (Aber es war/ist ja auch egal, ich war/bin verliebt)

Pause

Pause

In der folgenden Woche gab es hauptsächlich ein Event (sportlich gesehen). Ich wollte auf Rügen eigentlich schon einen langen Lauf machen, aber nun kam ich dazu und hatte optimale Voraussetzungen, denn ich hatte eine Fahrradbegleitung. Es war herrlich, den Weg zu geniesen, keine Getränke mitführen zu müssen, nach 28 km noch Kraft zu haben und auch auf den harten Kilometern noch jemand bei sich zu wissen. So waren die 40 km okay und ich konnte die letzten zwei Kilometer sogar noch beschleunigen.

Mehr gab es dann aber auch nicht – den Rest der Woche war ich faul, da am Sonntag Stadtlauf Leipzig anstehen würde. Ich habe einfach nur gelebt. Der Sport hat für mich mittlerweile einen sehr hohen Stellungswert, aber ich finde es auch wunderbar, wie mir das LEBEN dazwischen funkt.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 10 km Lauf, Ausgleichssport, Sonstiges, Training, Urlaub veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Urlaub, Trainingslager oder Leben?

  1. Uwe schreibt:

    So schön Rügen auch ist, so bescheiden sind da teilweise die Straßen. Wenns nur holpern würde wäre das ja noch ok, aber die Nebenstraßen sind meistens in in einem katastrophalen Zustand. Vor ein paar Jahren habe ich auf so ner getarnten Panzerstrecke ordentlich aufgesessen und mir fast die Ölwanne abgerissen und einen der Querlenker beschädigt. Frecherweise war das noch als Hauptstraße ausgeschildert….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s