Einsteiger-Spaß – Urlaubsbeginn – Knappenman

Etwas verzögert kommt er noch, mein Bericht zum Knappenman. Dieser Triathlon sollte eigentlich mein erster werden, aber dann konnte ich es nicht erwarten und absolvierte halt noch zwei davor. Die Streckenbewältigung (300 m Schwimmen, 10 km Rad, 3 km Lauf) war dann auch ein Witz und es ging wirklich mehr um Speed. Wechsel und Ablauf hatte ich ja nun schon zweimal erlebt. Aber von vorn.

Radabstieg

Radabstieg

An dem Tag startete auch mein Urlaub. D.h. ich hab den Tag vorher schon frei gemacht und dann am morgen mein Urlaubs- und Sportgepäck in mein Auto gepackt, denn der Veranstaltungsort lag auf dem Weg nach Rügen (meinem Urlaubsziel). Ich hatte mich eigentlich drauf gefreut, denn die Trias haben mir echt Spaß gemacht, aber ich war auch kurz am überlegen, die Veranstaltung für mich abzusagen und gleich durchzufahren, denn die Wetteraussichten waren mehr als schlecht. Regen und Gewitter. So stellte ich mir meinen Urlaubsstart dann doch nicht vor. Aber ich dachte auch daran, dass man mit schlechten Bedingungen zurecht kommen muss und ich mir, wenn ich dann mal auf die Langdistanz gehen werde, mir auch nicht den Tag vom Wetter vermiesen lassen will. Wenn sich andere – wie beim Ironman in Frankfurt – über Stunden durch Schitt-Wetter quälen können, dann werde ich wohl diese Mini-Distanzen bewältigt bekommen und außerdem werd ich danach stolz auf mich sein!
Ab auf die Laufstrecke

Ab auf die Laufstrecke

In Urlaubsstimmung – sonst hätten mich die Trödel auf der Straße ganz schön genervt – treffe ich auch entspannt pünktlich am Wettkampfort ein und habe noch alle Zeit der Welt. Ich parke erstmal und gehe mir die Situation ohne Gepäck anschauen. Die letzten Teilnehmer der olympischen Distanz erreichen das Ziel und ich mache mir ein Bild von Areal und Wechselgarten. Startunterlagen kann ich mir noch nicht abholen, die gibt es erst später, wenn es die endgültige Teilnehmerliste gibt. Der Wechselgarten ist ziemlich klein und es gibt einfach nur zwei Reihen, keine Markierungen nix, also will ich am Anfang oder Ende stehen, damit ich mein Rad gut finde. Irgendwann zwischendurch wird mir klar, dass hier per ChampionChip gemessen wird. Mist, ich war so auf Urlaub und auf sowieso andere Systeme beim Tria, dass ich meinen Chip zu Hause vergessen habe. Also Nachmeldung, Ein-Weg-Chip bezahlen, noch etwas Diskussion, damit ich mein T-Shirt bekomme, aber dann habe ich auch irgendwann meine Startunterlagen, meine Nummer und alles ist gut.
Als wir etwas verspätet dann in den Wechselgarten dürfen, treffe ich noch Daniel, der am nächsten Tag seine erste Halbdistanz angehen wird und versucht mich heute noch fotografisch festzuhalten (vielen Dank dafür – ich mag die Bilder). Also Wechselzone einrichten, SmallTalk mit Daniel und dann zum Start. Heute ohne Neo. Das Gewitter liegt quasi in der Luft (verschont uns aber noch), aber die letzten Tage war es warm und so ist das Wasser wärmer als die Luft und es herrscht Neo-Verbot. Ok – kein Problem. Ich war eh am überlegen den überhaupt anzuziehen, denn bei 300 m lohnt das kaum und man braucht ja auch etwas mehr Zeit, den auszuziehen.

Startschuss. Ich bin im Mittelfeld und kraule eine ganze Weile mit. Bekomme aber ziemlich schnell Wasser in die Brille. Wieso das denn? Das Problem war doch mit der neuen Brille behoben. Naja, egal, kurz rauslaufen lassen und weiter. An der Boje ist es eine ziemliche Schlägerei, aber ich lasse mich nicht beirren, schwimme gut durch, auch wenn es zeitweise in der zweiten Etage ist. Der Rückweg von der Boje ist wieder in Brust, aber doch auf Speed ausgelegt. Viele gehen schon am Ausstieg, aber mit ein paar Schwimmbewegungen bin ich noch schneller und mache in der Ausstiegsphase ein paar Plätze gut.
Wechsel aufs Rad. Socken und Schuhe an. Meine Waden sind schon wieder kurz vorm krampfen. Das ist echt heftig. Am Radaufstieg werden ein paar Leute, die zu zeitig aufsteigen zurecht gepfiffen, müssen nochmal runter und wieder rauf, aber auf der Strecke ist lustiges Windschattenfahren angesagt. Diesmal ist mir das echt zu blöd und ich nutze es auch aus, wo ich kann. Der Belag ist ziemlich holprig am Anfang, wird dann ruhiger, dann kommt die Schleife und schon der Rückweg. Beim Radfahren bin ich diesmal ziemlich gut dabei, aber ich muss auch Druck machen. Dann geht es schon wieder zur Anfahrt zum Wechselgarten und dort muss man einfach fahren, kann nicht mehr Tempo machen, aber es kann einen selbst auch keiner mehr überholen. Rad weg, Schuhe wechseln und Lauf.
Mein Nachbar in der Wechselzone (ein kleinere Junge) überholt mich wieder, nachdem ich ihn auf dem Rad geschnappt hatte, aber er ist auch gleich mit Laufschuhen Rad gefahren (hatte ich auch überlegt). Auf geht es auf die 3 km. Fliegen lassen. Lasse ich auch, aber nützt mir nix. Ich fühle mich schnell, aber trotzdem passiert es mir nun, dass mich auch Leute überholen – keine Angst, ich schnappe mir auch nach wie vor Leute, aber das ist schon irgendwie neu, dass ich auf der Laufstrecke nicht nur einfach dahinschwebe. GPS und Geschwindigkeit gibt es diesmal nicht. Der Puls ist ziemlich okay, aber es ist hart, sehr hart. Gleichzeitig sammle ich auch Leute ein, bei denen ich kaum gedacht hatte, sie noch zu erreichen. Wendepunkt, das Ziel kommt näher, ich bleibe auf Tempo, es ist nicht mehr weit bis zum Ziel.

Zieleinlauf

Zieleinlauf

Ein Streckenposten ruft mir zu, dass da noch jemand hinter mir kommt, ich bin schnell, was will der mir, der nächste Posten ruft mir das auch zu, okay, ich bin doch evtl. nicht schnell genug, es geht auf die Zielgerade. Das Publikum treibt uns an, ich höre seinen Atem, jetzt wird es richtig ernst, aber ich habe doch schon angezogen und kann nicht mehr, aber er soll auch nicht an mir vorbei. Es ist ein geiler Kampf, der auch dem Publikum Spaß macht und den ich doch noch für mich entscheiden kann. Herrlich.
Ziel. Daniel hat den Endspurt auch noch ablichten können – wunderbar. Ich packe ziemlich schnell mein Zeug, denn der Himmel zieht zu. Alles ab ins Auto, nochmal kurz auf die Ergebnisliste schauen und dann ab in den Urlaub. War doch ein toller Auftakt, ich hätte es soooo bereut, wenn ich abgesagt hätte.

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Eine Antwort zu Einsteiger-Spaß – Urlaubsbeginn – Knappenman

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