Den Bestzeitenpulverisierer nass gemacht

Nach dem Wettkampf letzte Woche und der Aussicht diese Woche gleich wieder anzutreten, ging es in der Woche eher ruhig zu. Das sah auch mein aktivierter Trainingsplan so vor und die City-Nacht Berlin passte da wunderbar zu der Forderung für Sonntag 3 km Einlaufen – 10 km Tempolauf – 3 km auslaufen. Dienstag gab es einen lockeren Lauf, Mittwochfrüh Schwimmen, Abends Radfahren habe ich zugunsten der Dresdner Agenturen Kicker WM weggelassen (und dort haben wir auch den Titel geholt) und Donnerstag Lauftreff. Als ich auf die Auswertung für Donnerstag schaute, war ich dann doch überrascht – ich bin erst noch zum meinem Auto gelaufen (was noch auf Arbeit rumstand) und dann auch zum Lauftreff hin und zurück und so kamen zwar sehr entspannte, aber immerhin doch reichlich 24 km zustande. Freitagfrüh die Schwimmeinheit hab ich ausfallen lassen, da noch eine wichtige Präsentation auf Arbeit anstand und abends war dann auch nur Verabredung angesagt.

Somit ging es gestern ziemlich ausgeruht nach Berlin. Es fuhren noch René und Uwe vom Lauftreff mit und ich war froh, dass wir uns entschieden hatten, zeitig los zu fahren, denn die Autobahn war voll, es ging nicht vorran und in Berlin standen wir dann auch noch heftig im Stau. Zwischendurch wurde es mal etwas weniger, aber irgendwann starb auch das letzte Fünkchen Hoffnung, dass es evtl. doch noch aufhören könnte zu regnen. Mit dem Regenlauf als solches komme ich ja mittlerweile besser klar, aber für das Drumherum (also Warten auf den Start und im Zielbereich) ist so ein Wetter echt tödlich. Wir hatten aber eine gute Option, denn Uwe wollte den nächsten Tag in den Urlaub fliegen und so übernachtete er in Berlin und wir konnten uns bei ihm im Hotelzimmer umziehen und danach durften wir auch dort duschen. Also ab zum Hotel, von dort Spaziergang zur Startnummernausgabe (hätte das Event-T-Shirt nicht wieder in so einer schönen Farbe wie beim Halbmarathon haben können – weiß muss doch nicht sein), noch ein Stück Kuchen und dann zurück umziehen. Leider gab es keine Kleiderabgabe und wir hatten auch keine Begleitperson, so dass wir im Rennoutfit gleich los mußten. Das war bei mir diesmal komplett markenrein – mein Cap (welches mir die Regenläufe erträglicher macht, da die Brille nicht mehr voller Tropfen ist), mein neu gewonnenes EQUILIBRIUM SS bei der Achilles Läuferliste, meine 3/4 Tights und natürlich meine Bestzeitenpulverisierer, die T7 Racer (noch immer mit den xTenex-Schürsenkeln bestückt. Ich hatte mir zum Glück noch eine Mülltüte eingesteckt, die ich drüber ziehen konnte und so noch etwas wärmer blieb. Wir nutzen also die 2 km vom Hotel zum Startbereich zum Einlaufen, verabschiedeten uns dort voneinander, denn Uwe würde in Block A starten, René in Block B und ich in Block C – dass ich in einem schlechteren Block als René starten sollte, gefiehl mir gar nicht, denn eigentlich sind wir ziemlich auf dem gleichen Niveau und vielleicht hatte ich beim Anmelden schon wieder eine zu vorsichtige Zeit angegeben und würde nun so wieder Schlängellinien laufen müssen, wie beim Halbmarathon.
Mit der Aussicht überlegte ich, komplett auf die Uhr zu verzichten, brachte es dann aber doch nicht fertig. Den GPS-Sensor für die Geschwindigkeit und meinen iPod hatte ich diesmal aber zu Hause gelassen. Schrittweise in die „Freiheit“ war mein Motto. Ich reihte mich also dann in meinen Startblock ein und dort aber in die vorderste Front. Noch ein bisschen warten, Mülltüte irgendwann ab und dann sollte es losgehen.

Startschuss. Es dauerte gar nicht so sehr lange und dann war auch ich über die Linie. Es gab auch noch einen Block D und E und so war mein Startblock doch gar nicht so schlecht, sondern ich kam gut vorran ohne die wirklich Gefahr zu überpacen. Gefühlt lag ich bei einem Tempo von ca 5:00 Min/km. Das war zu langsam. Ich wollte meine Bestzeit von 45:21 angreifen und hatte beim Brooks Pacepropheten 44:08 getippt. Ich wollte also mit einem Tempo zwischen 4:30 und 4:20 laufen und einfach schauen, ob ich das durchhalten würde. Ich vesuchte also nicht einfach nur mit den Leuten mitzulaufen, sondern auch zu überholen, zumal mein Puls nur so bei ca. 170 war – das war in Ordnung. Beim Km 2 sah ich dann ein Kilometerschild und konnte einschätzen, wie ich lag. Dort zeigte die Uhr 8:49 Min an. Also alles wunderbar. Ich versuchte sehr sauber zu laufen, so dass es schnell war, aber der Puls ruhig blieb und ich zog an den Leuten vorbei. Bei km 4 sah ich dann René vor mir auftauchen und 500 m später war ich mit einem „Auf gehts!“ auch schon an ihm vorbei. Er wollte noch etwas ruhig machen. Bei km 5 war ich bei 21:57 und somit gut im Plan. Für die nächsten Kilometerkontrollblicke bezog ich ab sofort die Durchgangszeiten auf diese Ausgangsbasis. Also km 6 sollte bei 26:30 und nicht bei 27:00 kommen usw. und für meine getippte Zeit müsste ich da noch ein bisschen schneller werden. Irgendwo in diesem Gebiet war es dann auch passiert und ich konnte einer Pfütze nicht ausweichen, sondern trat mitten rein und hatte jetzt nicht nur nasse Füsse, sondern klatschnasse Füsse. Km 7 hatte ich verpaßt. 500 m später würde die Wende kommen und die 2,5 km Zielgerade zu absolvieren sein. Ich versuchte jetzt immer mehr anzuziehen, denn mein Puls war immer noch gut, um nicht zu sagen niedrig, er fiel öfter von 179 wieder auf 176 zurück, aber jetzt dürfte ich doch schon ordentlich gasen. Das machte ich auch, aber kontrolliert, ich zog langsam immer mehr das Tempo an und überholte noch schneller Leute. Gefühlt hat mich auf der ganzen Strecke nicht ein einziger überholt. Bei km 8 drücke ich mal die Rundenzeit, um meine letzten beiden Kilometer dann mal einschätzen zu können. Km 9 – ich ziehe weiter an, aber mein Puls denkt überhaupt nicht dran zu explodieren. Ich suche den Zielbogen und als ich ihn endlich erkenne gibt es den letzten kleinen Endspurt, ich hätte mir aber gewünscht, ich hätte ihn eher gesehen und den Spurt länger ziehen können. Ich sehe kurz vor dem Durchlaufen die getippten 44:08 auf der offiziellen Uhr und finde es einfach nur schön. Für den Pacepropheten war ich dann wohl wieder mal zu schnell, aber mein Ziel habe ich mehr als deutlich erreicht. Wunderbar.
Die letzten beiden Kilometer absolvierte ich mit 4:11 bzw. 4:06.

Ich halte nach René Ausschau, der auch bald kommt und mit seiner Zeit auch zufrieden ist, wir finden gemeinsam Uwe, nehmen noch kurz Wasser und das Erdinger mit und dann aber auch schnell nach Hause laufen, denn mir wird schon kalt. Im Hotel komme ich ziemlich ausgeruht an, René dagegem ist ziemlich fertig. So fertig möchte ich jetzt eigentlich auch sein, dann hätte evtl. auch eine 42:XX auf der Uhr gestanden. Uwe hat leider Probleme mit der Luft bekommen und ist ein bisschen enttäuscht, aber insgesamt war es ein schönes Event. Nach dem Duschen gönnen wir uns noch einen Restaurant-Besuch bevor wir uns auf die Heimreise begeben.

Offiziell 43:28 Min, Platz 512, AK 75 – Bestzeit um 1:53 verbessert – so falle ich glücklich ins Bett.
Berlin, ich komme wieder. Die Stimmung an der Strecke war trotz Regen wunderbar und der Kurs ist toll zu laufen.

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3 Antworten zu Den Bestzeitenpulverisierer nass gemacht

  1. Bernd schreibt:

    Hallo Ralf,
    ich gratuliere Dir zu Deiner neuen Bestzeit. Immerhin 11 sec. schneller als meine :-)!!!
    Vielleicht klappt es ja mal, dass wir gemeinsam an den Start gehen. Mir gefällt Dein kontrollierter Laufstil. Ich überdrehe meist am Anfang. Wir sahen gestern nach dem Müglitztallauf aus wie die
    Schweine, weil die meisten Feldwege stark aufgeweicht waren. Ich hatte nach der 1. Runde beschlossen, den Pfützen einfach nicht mehr auszuweichen.
    Nach Berlin komme ich nächstes Jahr bestimmt auch mit!!!

  2. Ralf schreibt:

    @Bernd: Danke. Wie gesagt, ich denke, dass Deine PB auf dem 10er einfach nicht mehr ganz aktuell ist. Gemeinsam über den 10er an den Start gehen wäre z.B. beim Stadtlauf in Leipzig am 11.09. möglich (René überlegt auch schon). Aber beim Nachtlauf in Dresden sind wir doch auch alle am Start oder? Dann fliegen die Fetzen 🙂

  3. Andreas schreibt:

    Gratulation zur Bestzeit! Berlin ist eben ein schnelles Pflaster und die Bedingungen (selbst mit Regen) ja fast Wettkampf-ideal. In den vergangenen Jahren hatten wir hier am Abend oft schwüle Hitze. Das bekommt dem Läufer-Puls gar nicht so gut…

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