Fahrradfest und Wochenzusammenfassung

Gestern gab es 5 Stunden Budenschwung-Marathon und danach hatte ich ganz schön mit mir zu kämpfen, mich auf die Laufstrecke zu begeben, zumal es da schon 17 Uhr war und ich außer 2 Brötchen zum Frühstück auch nix gegessen hatte. Aber ich bin los und der größere Salzanteil in meinem Drink hat zwar nicht toll geschmeckt, aber war bei dem Wetter ideal. Ich schwitze ziemlich stark und verliere entsprechend auch viel Salz. Ich war ohne Musik unterwegs, sehr ruhig (mal wieder mit einem Tempo knapp über 6:00 Min/km), konnte Gedanken schweifen lassen und in mir kam öfter das Bild von den Triathleten auf, die einen Marathon nach 3,8 km Schwimmen und 180 km Rad absolvieren, also werde ich hier wohl nicht ins jammern oder sonstwas kommen. Ich fühlte mich am Ende auch noch gut, aber eine zusätzliche 11 km Runde wollte ich an die 23 km dann doch nicht dranhängen, zumal meine Getränke aufgebraucht waren.

Danach war ich nur kurz duschen und dann noch einkaufen und ich war überrascht, wie gut ich das inzwischen wegstecke, aber zum Abend hin merkte ich dann doch, wie mir der Lauf in den Beinen steckt.

Heute war dann Fahrradfest angesagt. Ich wählte die 70 km Tour und die startete erst 10:30 Uhr. Ich konnte also ausschlafen, gemütlich frühstücken und mich fertig machen. Meine Beine fühlten sich noch ziemlich schwer an. Also wirklich entspannt rollen lassen. Es geht bei der Veranstaltung ja auch um die Ausfahrt, es gibt keine Zeitmessung und ähnliches – es ist kein Rennen!
Am Bike-Service-Stand habe ich dann nochmal meine Luft kontrollieren lassen (ich brauche auch noch eine Luftpumpe mit Druck-Anzeige) und meine hintere Bremse justieren lassen, die schleifte oft in einer Richtung.

Und dann ging es auch schon los. Startschuss (ja den gab es trotzdem). Warten. Etwas bewegen. Warten und dann so ganz langsam kam ich auch ins rollen und traute mir nach 50 m rollen auch meine Schuhe einzuklicken. Ich bildete mir eigentlich ein gar nicht sooooo viele vor mir zu haben, aber es war trotzdem unglaublich, wie die Leute sich im Weg standen und keine Fahrt aufkam. Wurde es mal besser, wurden auch die Straßen wieder enger und so trödelte man dahin, aber man trödelte ja nicht wirklich, sondern musste hochkonzentriert sein, damit man keinem rein fuhr. Langsam wurde es besser. Der ein oder andere Zwischenspurt in eine Lücke machten es besser, aber entgegenkommende Autos wieder schlechter. Nach 10 km stand dann eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 26 km/h zu Buche. Nicht mal 3 km weiter war dann aber alles sehr entspannt, schon zu sehr entspannt, denn es gab schon richtig große Lücken. Ich hangelte mich von Gruppe zu Gruppe. Bei km 20 war der Durchschnitt auf etwas über 28 km/h gestiegen und es ging forsch weiter. Es kamen die besten 10 km. Ich konnte ein bisschen Gas geben, ruhte mich nur kurz bei geschnappten Leuten/Gruppen für 5 – 10 Sekunden aus und dann Angriff auf die nächste Truppe. Irgendwann überholte mich mal auch eine Gruppe und ich konnte mich kurz dranhängen. Der Tacho ist kaum unter 38 km/h gefallen. Ich dachte dann mal, ich muss nach meinem Puls mal schauen, wie es dem so geht, da merkte ich, dass ich meine Uhr gar nicht gestartet hatte. Blöd. Aber mein Puls war endlich auch mal beim Radfahren auf Power. Beim Alleinfahren fehlt halt was. Km 30 und ich hatte knapp 31 km/h Durchschnitt.
Dann kam der Verpflegungspunkt, also kurz gehalten. Die wollten Gutscheine von mir, die hatte ich wohl in der Startertüte zu Hause vergessen. Egal. Wasser gab es auch so und gleich wieder los. Leider sahen das nur wenige so und so war es ab da mehr oder weniger Alleinfahrt. Mit den 3 Leuten könnte man doch eine Gruppe bilden, nach 300 m waren mir die zu langsam, dann kam wieder nix, ein einzelner Fahrer an dem ich aber auch nur vorbei gerauscht bin,…. – manchmal sah man keinen vor einem Fahrrenden und man musste sich auf die Orientierung konzentrieren und vor allem wurde es „bergig“. Ja, zumindest für mich waren die Anstiege durchaus heftig, aber als ich dann gestählte junge Männer neben ihrem Rennrad den Berg hochlaufen gesehen habe, da musste ich mich schon wundern. Okay, ich war auch im (zweit)niedrigsten Gang, aber Laufen, ne das kam nicht wirklich in Frage. Vor allem war ich immer noch bei dem Gedanken, Triathleten treten flüssig und nehmen schon mal einen Gang weniger und so bin ich auch nicht ein einziges Mal aus dem Sattel gegangen. Gut an dem ziemlich einsamen Rumfahren war, dass man auch keine Rücksicht bei dem Abfahrten nehmen musste, trotzdem wurde man leider zweimal am Ende ausgebremst. Die letzten 10 km ging es dann mehr oder weniger bergab. Der Puls kam runter und es war eigentlich nur Konzentration gefragt. Ich war überrascht, wie gut es mir doch ging und dass ich in den „Bergen“ nicht mehr überholt wurde. Es war nun wirklich keine berauschende Geschwindigkeit.
Kurz vor dem Ziel (1,5 km) gab es noch eine „Durst“-Station. Ich dachte mir erst, was soll das, bin doch gleich da, aber dann registrierte ich auch, dass das von dem einen Fahrraddealer „Little John Bikes“ ist und es die Getränke in der Flasche gibt und so eine Flasche könnte man doch mitnehmen, also doch bremsen (heftig), ausklicken und dann passiert es, ich bin zwar rechts ausgeklickt, aber kippe nach links. Bruch und da liege ich da. Die Leute vom Stand kennen das und helfen mir. Hose ist intakt und ich auch. Weiter, ich versuche jetzt nicht mehr die Durchschnittsgeschwindigkeit hoch zu bringen, sondern fahre einfach nur ins Ziel. Auf diesem letzten Kilometer vernichte ich den knappen Liter der Flasche komplett. Es schmeckt einfach richtig gut. Im Ziel (dieses Jahr ohne blöde Schleife über Kopfsteinpflaster) gibt es die Medaille und ich gönne mir ein Bier, aber verziehe mich doch relativ rasch. Ich will mein Bike nicht allein rumstehen lassen und da ich keine Bekannten sehe auch nicht allein rumgammeln, außerdem merke ich jetzt doch, dass mein Knie etwas mehr weh tut und anschwillt.
Ich hätte mir zwar ein 30er Durchschnitt erhofft und erst recht nach km 15 bis 30, aber nach den Bergen und Alleinfahrt bin ich mit den 28 km/h doch auch zufrieden. Vor allem aber haben mich diese Kilometer zwischen 15 und 30 hoffen lassen, dass ich es auf 20 km im Triathlon doch richtig fliegen lassen kann.

Eisbeutel aufs Knie und ab aufs Sofa – MotoGP, Tour de France, Triathlon in Hamburg (wieso dürfen die dort eigentlich im Pulk fahren, sonst ist doch Windschatten verboten?) – Laufeinheit streiche ich dann mal für heute. Morgen ist für die Tour de France und für mich Ruhetag. Hab ich mir auch verdient!

In der Nachbetrachtung ist es ziemlich krass, was ich diese Woche geleistet habe. Einen Ironman – zumindest so als Wochenfazit. Okay, Schwimmen könnten keine 3,8 km gewesen sein, aber zwei Einheiten über 45 und 55 Minuten, 3 Einheiten Rad mit ziemlich genau 180 km und 3 Einheiten Laufen mit 55 km, einem Puls von 146 und 5:46 Min/km als Durchschnittstempo.

Nächste Woche wird dann reduziert. Bis Donnerstag wohl noch voll durch, aber am Freitag wird es wohl nur Schwimmen und kein Rad geben und Samstag nur eine lockere Radeinheit und dann bin ich gespannt, wie der Sonntag wird. Auch wenn ich Letzter werden sollte, ich freu mich einfach nur drauf.

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3 Antworten zu Fahrradfest und Wochenzusammenfassung

  1. Ralf schreibt:

    Was ich im Beitrag vergessen habe, aber beachtlich finde, ich habe diese Woche 14 h trainiert!

  2. Alf schreibt:

    Respekt, Ralf! Vor der sportlichen Leistung, und auch Deiner Dokumentation und der „Schreibe“. Ich verfolge Dich sehr gern.

    Sportliche Grüße
    Alf

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