Sieg!!! bzw. Doppel-Sieg.

Das Ergebnis nehme ich jetzt mal vorweg. Ich bzw. vielmehr wir haben unseren ersten Staffel-Triathlon-Sieg errungen und Doppel-Sieg, weil ich mit der Woche auch ein Sieg über mein Motivationsloch errungen habe. Aber von Anfang an.

Nach meinem letzten Beitrag war ich ja ein bisschen heiß drauf den nächsten Morgen zu laufen, ob das geschehen würde, wusste ich aber nicht. Übrigens der Beitrag sollte gar nicht sooo negativ klingen. Viel mehr war mich wichtig, dass trotz Loch die Entwicklung insgesamt nach oben zeigt, dass nicht alle Ernährungsgewohnheiten umgeschmissen werden, dass ich den ersten Schritt zum Laufen um des Laufens willen getan habe und und und. Am Dienstagmorgen war ich dann laufen und was soll ich sagen, es war wunderschön. Es gab keinen Regen, der hatte kurz vorher aufgehört. Es war alles noch nass und es hingen tiefe dunkle Wolken über der Elbe und den Weinbergen, aber drunter gab es einen ganz schmalen Streifen mit tollem Morgenlicht und auf der Hälfe der Runde wurde es dann mystischer Nebel. Genau sowas brauchte ich. Solche Minuten erleben zu dürfen ist einfach wunderbar.

Zufahrt auf Schloss Moritzburg

Zufahrt auf Schloss Moritzburg

Mittwoch stand eigentlich ein kurzer Lauf auf dem Programm, aber ich entschied mich bewusst dagegen, nicht wegen dem Schweinehund, sondern ein bisschen aus dem Regnerationsgedanken (schließlich war ich am Sonntag HM-Bestzeit gelaufen) und andererseits aus dem Tapering-Gedanken, denn am Samstag sollte ja der Staffeltriathlon auf dem Programm stehen. Am Abend konnte ich aber doch nicht so ganz innehalten und schnappte mir mein Rennrad – ich brauchte die Einheit zum Abschalten vom Arbeitsstress. Und was soll ich sagen, wieder wunderbar. Berg am Wilden Mann und Boxberg hochquälen (die Alpenländler werden leise schmunzeln) und dann über Moritzburg Richtung Meißen. Im Auer gab es eine kleine Sprintzwischenwertung im Flachen und es hat wirklich funktioniert – mit 47 km/h bin ich in den Blitzer gefahren. Das fand ich so lustig, da waren die Arbeitssorgen vergessen. Mit Helm hatte ich dann bei einer langen Abfahrt auch nicht mehr so viel Bedenken und fuhr knapp 60 km/h. In Meißen wartete dann leider etwas Regen auf mich, der mich ca. 15 km begleiten sollte, aber mich diesmal gar nicht so störte. Nach 60 km war ich wieder zu Hause.
Abendlicht auf der Radrunde zwischen Meißen und Dresden

Abendlicht auf der Radrunde zwischen Meißen und Dresden


Donnerstag musste ich auch nicht früh raus, denn Laufeinheit war per Lauftreff am Abend angesagt. Eigentlich wollte ich entspannt die 10 km Runde mitlaufen und evtl. zwischendurch mal kurz Tempo machen. Nach ca. 2 km war mir das aber doch zu entspannt, die schnellere und längere Runde noch in Sichtweite und so schloss ich mit einem Zwischensprint auf und absolvierte 14 zügige Kilometer.
Mit diesem drei Einheiten war/bin ich wieder voll drin, meinem Körper ging es gut und seit ich meinen neuen Trainingsplan aktiviert habe, steht im Uhrmodus meiner Pulsuhr auch „XXX Tage Race day“ – auch das hält mich bei Laune.

Freitag war dann „Ruhetag“ – also es war ein Tag ohne Trainingseinheit, aber sonst war es auch stressig. Abends ging es als Gast auf eine Hochzeit. Eigentlich sollte der Start am Samstag zum Mühlentriathlon auch erst 15:30 Uhr sein, nur durch die Umverlegung ging es jetzt 8 Uhr los und brachte meine Planung durcheinander. Ich trank dann also alkoholfreies Bier und versuchte mich um 1 Uhr zu Verabschieden, leider hatte ich meinen Wohnungsschlüssel auf Arbeit vergessen und nach einigem Hin und Her lag ich dann kurz nach 2 Uhr endlich im Bett. So richtig müde war ich aber nicht und so hab ich wohl nur ca. 2 Stunden geschlafen bis 6 Uhr der Wecker klingelt.

Race Day – Mühlentriahlon – Staffel olympisch

Ich packte früh noch schnell meine Sachen, Riegel gegessen, kleinen Kaffee und los. Das Gelände in Pirna Copitz (dem Ersatz-Austragungsort) fand ich gut und schnell. Startunterlagen abgeholt und dann ein kleiner Schock. Da war nur eine Startnummer drin! Ich hatte nämlich kein Startnummernband – hatte mir im Vorfeld ja noch überlegt eins zu kaufen, es aber nicht getan, da es beim Laufen mit den Sicherheitsnadeln eigentlich gut geht. Unsere Schwimmerin – Jana – kam auch schon. (Ich war eigentlich für unsere Absprache zu zeitig da) Sie hatte natürlich auch keins. Ach so, wir – das ist für die nicht mit mir Live-Bekannten ja noch gar nicht aufgeklärt – also wir sind drei Arbeitskollegen, die sich nach dem Firmenlauf zusammengefunden hatten und dachten, wir gehen mal sowas an. Von den sportlichen Aktivitäten unserer Schwimmerin wusste ich nicht viel, unser Rad-„Profi“ Lars ist als solcher in der Firma bekannt (macht jährlich den Glockner-König mit) und ich als Läufer mittlerweile auch. Das Wechseln der Startnummer würde echt blöd werden. Irgendwann entdeckte ich dann doch noch einen Verkaufsstand (es war ja eher ein kleines Event) und ich legte mir ein Startnummernband zu. Die Zeit verging und wir warteten auf unseren Radkollegen – der war ja der Wichtigste für den Check-In. Er kam dann zu der Zeit, zu der er sich angekündigt hatte und wir checkten ein. Um 7:45 Uhr sollte es eigentlich noch eine Einweisung geben, aber die Zeit war rum und alle gingen schon zum Start. Ich hatte zwar mein Oberteil gewechselt, aber sonst noch Jeans an, es würde ja noch dauern, bis ich dran wäre. Kurz vor dem Start gab es dann doch noch eine Einweisung und für uns vor allem die wichtige Info, dass man den Chip nur vom Schwimmer zum Läufern wechseln muss und der Radfahrer nur seine Runden absolvieren muss und man sich abschlagen muss. Die Radstreckenzeit würde also die beiden Wechselzeiten beinhalten.

Start Mühlentriathlon

Start Mühlentriathlon

Startschuss. Und weg war unsere Schwimmerin. Vor ihr standen 3 Runden a 500 m, dann kam 42 km Rad und am Ende müsste ich 10 km laufen – wir starteten als Mixed-Staffel auf der olympischen Distanz. Nochmal auf Toilette und dann glaubte ich kaum meinen Augen, unsere Schwimmerin war auf Platz 7 oder 8 nach der ersten Runde. Sie hatte uns doch die ganze Zeit gebremst, als ich auf meine persönliche Bestzeit hoffte und unser Radfahrer anhand der Vorjahreszeit auch ein bisschen Angst bekam. Böse war der Augenblick als es eine vierte Staffelanmeldung gab und wir keinen Platz auf dem Treppchen mehr sicher hatten. Am Ende waren es 6 Staffeln und wir wollten eigentlich nur nicht letzte werden und ein bisschen schielten wir evtl. schon auf den dritten Platz, aber wenn dann nur jeder für sich. Zweite Schwimmrunde und sie immer noch vorn dabei – Wahnsinn. Spätestens jetzt standen Lars und ich ein bisschen unter Erfolgsdruck und die Aufregung wurde noch größer. Dann dritte Runde und Wechsel aufs Rad. Sie stieg als erste Frau aus dem Wasser (insgesamt glaube ich 9.). Foto.
Jana nach dem Schwimmausstieg

Jana nach dem Schwimmausstieg

Anfeuern und dann zum Wechselgarten und Umarmen. Einfach nur geil. Wir unterhielten uns kurz, sie traf sich mit ihren Eltern und ich machte mich schon zur Radstrecke auf und es dauerte nur ein paar Sekunden, dass kam Lars auch schon das erste Mal vorbei. Anfeuern. Auf die Uhr schauen. Wir müssten erste Staffel sein. Ich kann es noch gar nicht glauben. Bis die nächste Staffel kommt dauert es eine kleine Ewigkeit, Lars kommt vorbei Anfeuern, Info weitergeben, nächste Runde (er musste sieben absolvieren), Anfeuern, zurufen, dass er Vorsprung ausbaut. Irgendwann bekommen wir mit, dass die ersten auch eine Staffel sind – irgendwann stellt sich aber raus, dass es eine reine Männer-Staffel ist, also nicht unsere Wertung. Zwischendurch mache ich mich dann komplett fertig – ich entscheide mich mal wieder für die Brooks T7 Racer. Wenn der erste in den Wechselgarten kommt, gehe ich auch dahin.
Lars auf der Radstrecke - zu schnell für die Knipse

Lars auf der Radstrecke - zu schnell für die Knipse

Der Radfahrer der Staffeln zwei nach uns sieht auch gut aus und die holen zwischendurch auch auf, aber irgendwann sieht man auch nicht mehr durch, da die Jedermänner jetzt mit auf dem Kurs sind. Der erste kommt und ich gehe in den Wechselgarten und muss gar nicht so lange warten, dann kommt Lars. Abklatschen, Startnummer übergeben und los. Ähm – Einlaufen habe ich bei der ganzen Aufregung und so ganz vergessen bzw. wusste ich später nicht mehr wo ich das machen sollte und wollte Lars auch anfeuern. Ich gehe viel zu schnell an und mein Puls ist auch gleich auf 180 und meine Beine nach 1,5 km schon schwer, es ziehen auch öfter Leute im forschen Schritt an mir vorbei, aber das werden wohl alles Jedermänner sein, die ja nur 5 km müssen. Ich muss mir mein Rennen einteilen und meine Bestzeit, die ich angreifen will, liegt bei 45:00 Min. Also reduziere ich, es geht ab in den Wald und ich kann mich nur am Puls orientieren, da das GPS völlig im Blätterwald spinnt und mir Zeiten von 3:00 Min/km aber auch von über 8:00 Min/km anzeigt. Mit 174-176 Puls laufe ich die erste Runde fertig. Nach 2,5/3 km bin ich auch gut im Rennen drin – man ich hätte mich echt einlaufen sollen. Zweite Runde, ich nehme die Anfeuerung war, aber gleichzeitig ist dort auch Getränkestand und den nehm ich mit. Verschlucke mich aber, die Verpflegung ist ja aber auch nur fürs Gefühl – brauche ich nicht wirklich. Zweite Runde, was mach ich denn jetzt? Die Orientierung ist nun einfacher, da das Feld sich sortiert und nun wieder verstärkt nur olympische Teilnehmer auf der Strecke sind. Wenn jetzt noch jemand zu mir aufschließt, schaue ich immer, ob es eine rote also eine Staffel-Startnummer ist. Aber eigentlich sammle ich jetzt ein. Ich entschließe mich, dass Tempo bzw. den Puls noch nicht zu steigern, denn jetzt heißt es taktisch laufen, es geht gar nicht so sehr um die Zeit, es geht um den Platz. Ich will mich also ein bisschen schonen und falls jemand wirklich zu mir aufschließt von einer anderen Staffel, dann ziehe ich genau dann deutlich das Tempo an und will ihn stehen lassen, seinen Willen brechen oder ihn zum überpacen zwingen. Bis 3 km vor dem Ziel ist aber noch niemand in meine Nähe gekommen, sondern ich sammle noch ein bisschen. Dann taucht ein Fahrrad neben mir auf und ich denke, oho bekommt jetzt die erste Mixed-Staffel ein Führungsrad, aber dem ist nicht so, es ist ein Kampfrichter und es folgt nicht nur meine Triathlon-Premiere, sondern meine erste Straf-Premiere, ich bekomme eine Gelbe Karte – Verwarnung. Es wird mir auch gleich der Grund genannt – MP3-Player-Verbot. Sofort Stöpsel raus – auch wenn ich die Musik heute kaum wahrgenommen habe. Die Wettkampfordnung ist Teil der Anmeldung – hätte man sich mal durchlesen sollen. Ich frage nach den Konsequenzen und er sagt nur „Gelbe Karte.“ – 1 km später bin ich im Ziel. Zwischendurch hatte ich ja überlegt mit allen Dreien ins Ziel zu laufen, aber sie stehen dafür nicht bereit und da auch Jedermänner eintrudeln, wird der Einlauf der ersten Mixed-Staffel nicht wirklich wahrgenommen. Zielsprint geht auch nicht, da man mit dem Arm an die Zeitnahme muss und vor mir jemand langsamer ins Ziel läuft. Oder sind wir gar nicht mehr Erste? Uhr noch aus machen. Hä? ca. 44 Minuten – also über eine Minute auf meine Bestzeit – so hat es sich gar nicht angefühlt. Laut meinem GPS waren es nur 9,5 km, auch jemand anderes bewzeifelt wohl die 10 km. Also die Zeit nehme ich mal nicht in meine Bestzeitenliste auf.
Dann ist warten angesagt. Den anderen beiden schien es ein bisschen egal zu sein, aber ich wollte dann schon wissen, wann Siegerehrung ist und ob wir wirklich erste waren. Siegerehrung würde in einer halben Stunde sein, also Umziehen, Auschecken, Essensmarke einlösen. Bei den Siegerehrungen kamen erst die Jedermänner dran, dann die Olympischen. Von Staffeln war gar keine Rede. Ach nö, schon mal Erste und dann bekommt es keiner mit? Die Siegerehrungen mit den ganzen Altersklassen der Jedermänner ziehen sich über mehr als 20 Minuten. Dann gibt es doch noch die Staffeln und dann fangen die olympischen Siegerehrungen mit den Staffeln gleich an, Platz 3, Platz 2 und tatsächlich bei Platz 1 werden wir aufgerufen. Sehr schön. Tolles Gefühl. Urkunde und als Preis gab es noch eine Trinkflasche und ein Gel. Auf die Flaschen war ich bei den anderen Siegerehrungen schon scharf, denn ich hatte bis jetzt nur eine Thermoflasche und wollte aber auch eine mit mehr Inhalt. Sieg. Wir haben wirklich gewonnen. Unglaublich. (Übrigens mit einer Zeit von 2:23:06) Danach verabschiedete ich mich schnell, denn ich wollte noch mit dem Rad zu meinen Eltern.

Die Radrunde von 49 km absolvierte ich mit dem Push und nicht ganz schlecht stehendem Wind dann auch mit einem für mich sehr guten Durchschnitt von 29 km/h. Mit schmerzendem Hintern, aber glücklich kam ich an und konnte das abendliche Grillen geniesen. So könnte es gern weitergehen.
Das Lauftraining werde ich mir nach der Rückfahrt heute wohl aber schenken. Das zusätzliche Radtraining dürfte das kompensiert haben.

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3 Antworten zu Sieg!!! bzw. Doppel-Sieg.

  1. Claudi schreibt:

    GLÜCKWUNSCH!
    Ich bin begeistert. Und danke für diesen schönen Blogeintrag!

  2. Uwe schreibt:

    Na denn auch doppelten Glückwunsch zu der Leistung! Und weiter so!

  3. Pingback: One year to go | loslaufen

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