DIE Treppe

Heute war es endlich so weit. Ich hab zwar derzeit einen Trainingsplan für den Halbmarathon am 3.7. aktiviert, aber sehe den nur als grobe Orientierung und so wollte ich endlich den Lauf machen, auf den ich mich schon seit Monaten freue. DIE Treppe war fällig – gemeint ist die Spitzhaustreppe in Radebeul. Von dem Treppenlauf dort hatte ich schon vor meiner Läuferkarriere gehört und immer wieder sah ich die Bilder und Laufaufzeichnungen von Ulf/gpway. Da ich aber nicht richtig wusste, wo die genau ist und wie weit das ist, habe ich mir das in meiner Marathonvorbereitung verkniffen. Vor ein paar Wochen suchte ich dann mit dem Auto den Fuss der Treppe und einen Weg, den ich mir leicht merken kann. Bei der Aktion bin ich einmal als Spaziergänger hoch und trotz kleiner Pause mittendrin war mir oben ganz schön warm. Außerdem wusste ich jetzt, dass es von mir bis dahin reichlich 6 km sind. Kann ich also hinlaufen.
Heute sollte es soweit sein, ich würde mir diesen Laufwunsch erfüllen. Ich haderte dann noch ein bisschen mit mir, denn eigentlich muss auch Budenschwung sein und ich war nach dem Frühstück schon fast mittendrin – also Lauf evtl. in den Abend als Belohnung verlegen? Mhm, nö, also nur schnell das Schlimmste beseitigt und los ging es.

Wieder ohne Musik auf den Ohren machte ich mich auf den Weg. Es würde nun also erstmal 6 km die Leipziger Straße nach Radebeul gehen. Für alle Ortsfremden – das ist die Hauptverkehrsader dicht bebaut zwischen Dresden – Radebeul – Coswig. Das war irgendwie gar nicht schön, die ganze Zeit auf dem Fussweg, Kreuzungen (deren Ampeln aber alle grün waren), laut und langweilig und so bereute ich schon ohne Musik unterwegs zu sein. Endlich konnte ich dann davon abbiegen und sofort wurde es angenehmer. Also nochmal mache ich den Weg über die Leipziger nicht! Ich hatte mir vorgenommen bis zur Treppe zu laufen, dann noch einmal runter und einmal hoch und mir dann oben einen schöneren Rückweg zu suchen, den ich bei evtl. künftigen Läufen nutzen wollen würde. Nach dem Abbiegen von der Leipziger ging es nach oben und man sah schon die Weinberge. Als ich am Fuss angekommen war, sah der Berg, der da vor mit stand, schon ziemlich steil aus. Egal, also mal die Rundentaste auf der Pulsuhr gedrückt und los geht es. Ich versuche langsam zu machen, aber dennoch zu laufen. So richtig gelingt mir das nicht, im Laufschritt bin ich auch zu flott, das sagt mir auch ganz schnell mein Puls der schnell nach oben klettert. Auf dem letzten Viertel muss ich dann doch ins Gehen wechseln. Puh geschafft. Rundentaste. Ich schwitze und puste heftig und mache was, was ich mir sonst bei meinen Läufen immer verbiete, ich bleibe einfach stehen. Ich verschnaufe oben 50 Sekunden an einem Ort – dann geht es abwärts. Zwischendrin muss man über eine kleine Straße. Da steht gerade ein Gruppe, die eine Führung bekommt. Die sticheln mit „In die andere Richtung ist es aber interressanter.“ Ich kontere nur kurz „Das mach ich auch.“ Dabei entsteht auch der Gedanke – es ging ja doch ganz gut, auch wenn mir der Schweiß in Strömen läuft – noch ein drittes Mal in Angriff zu nehmen. Unten gleich umdrehen, Rundentaste und los. Das ganze ist nicht nur anstrengend, sondern vor allem eine gewaltige Konzentrations- und Koordinationsübung. Ich muss höllisch aufpassen die Stufen ordentlich zu treffen. Zwischen ein paar Stufen gibt es immer so einen Miniabsatz auf dem man zwei drei richtige Schritte laufen kann und danach wieder auf der Stufe zu landen ist echt schwierig. Beim zweiten Mal gehe ich etwas eher aber dafür versuche ich richtig schnell zu gehen. Beim Passieren der Gruppe sind die jetzt verstummt. Oben fragen dann andere Touristen, wie oft ich vorhabe das zu machen und nach meiner Antwort „Heute dreimal“ ist endgültig beschlossen, dass ich nochmal runter und hoch mache. Diesmal habe ich auch kürzer geruht. Nach unten bekommt man zwar seinen Puls schön runter, aber die Konzentration muss die ganze Zeit voll da sein. Was mich erstaunt ist, dass ich runter gar nicht soo viel schneller als hoch bin. Hoch ging es in 4:18 Min, 4:14, 4:19 und runter mit 3:24 und 3:23 – krass wie konstant ich war. Nach dem dritten Mal gibt es oben was zu trinken und dann ging es nach Hause.
An einer Kreuzung hätte ich im Nachhinein rechts statt links abbiegen sollen und so wird es ein größerer Bogen und ich habe den idealen Weg dahin immer noch nicht gefunden. Der großen Bogen ist aber schön, quer durchs Feld, kleine Dörfer und dann auf meine Winter-Hochwasser-Ausweich-Strecke. Die letzten 5 km geht es fast nur bergab und am Ende bin ich doch ganz froh wieder zu Hause zu sein, so reichlich 20 km mit Höhenmetern können doch noch anstrengend sein und laufe ich noch nicht einfach so weg.

Schön war es. Der Weg dahin bzw. zurück muss noch optimiert werden, aber an und auf der Treppe ist es schön und das Training dort macht Spaß und ich freue mich auch auf weitere Begegnungen. Treppe – ich komm wieder.

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Eine Antwort zu DIE Treppe

  1. Claudi schreibt:

    Ich hab da mal einen Bericht drüber im Fernsehen gesehen… also über den Treppenlauf. Sehr beeindruckend. Vor allem die Zuschauer, die wirklich ewig ausharren für die Läufer. Ganz toll!
    Bin gespannt wann Du Dich zum Lauf anmeldest. 😉

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