Der Bestzeitenpulverisierer hatte Ausgang – Team Challenge Dresden

Der Bestzeitenpulverisierer

Der Bestzeitenpulverisierer

Er war wieder unterwegs oder ist es eine sie? Ist ja unisex der Brooks T7 Racer. Training durfte er bis jetzt nicht machen – passte irgendwie nie so richtig in den Kram, aber vor 1,5 Wochen hatte er seinen Inhaber in Chemnitz schon zu neuen Bestzeiten bewegt und Herrchen war danach richtig heiß auf das nächste Rennen. Das sollte gestern stattfinden – die Rewe Team Challenge Dresden. Am Montag war sich der Herr zu fein, nach dem intensiven Sonntag, auf den Asphalt zu begeben, Dienstag wollte er sich schonen – für einen 5 km-Lauf – spinnt der? Aber am Mittwoch sollte es soweit sein.

Die Vorbereitungen fingen ja schon letztes Jahr an – da gab es den Bestzeitenpulverisierer noch nicht im Stall. Herrchen organisierte alles für die Firma, mobilisierte ein Drittel der Belegschaft zum Mitlaufen. Musste 3 Ausfälle im Vorfeld ausgleichen und schaffte es das Speedteam (zu dem er nach Chemnitz dann auch gehörte) in den vorderen Startblock zu plazieren, so dass man nicht mit so vielen Überholungen zu kämpfen hat.

Zieleinlauf

Zieleinlauf (Foto: Gerd Hermann)

Nach dem Treffen und Gruppenfoto konzentrierte er sich aber schon ein bisschen auf sein Rennen – bei der etwas größeren Runde Einlaufen blieb nur ein Kollege bei ihm, alle anderen machten eher kurzes Programm. Startblock beziehen. Noch etwas warten. Beim Runterzählen den iPod starten, aber nur für die Datenaufzeichnung, er ging wieder ohne Musik auf die Strecke. Fluchte nochmal kurz, warum die Pulsuhr auch beim dritten Versuch den Sensor scheinbar nicht findet, aber dann ging es auch schon los – Startschuss. Also ohne Pulskontrolle los, nur Speedanzeige, aber das ist mir ja egal, ich bin für die Bodenhaftung zuständig. Mit meiner Leichtigkeit und der Masse hinter einem, die nicht den Vorzug des Startblockes hatte, verleitete ich (ja, ich bin der Bestzeitenpulverisierer – also sein leichter Wettkampfschuh) ihn viel zu schnell anzugehen – die Uhr zeigt wohl was von um 3:10 Min/km an. Er verringerte das Tempo und noch etwas und dann sah ich neben mir die schweren Kameraden an den Füssen der Kollegen auftauchen. Herrchen bekam das erst gar nicht so mit. Eine Weile zogen wir gemeinsam des Weges und ich trieb ihn zu einem Puls (die Uhr meinte inzwischen wieder zu funktionieren) der so nicht angedacht war – vor km 2 waren wir schon auf 180, aber kurz davor hatten uns die schweren Kollegen auch schon verlassen. Naja, ist ja auch nicht mehr ganz der Jüngste, mein Inhaber. Aber wenn wir einmal dabei sind, dann können wir auch so weiter machen – die Strecke ist ja nicht lang, also ohne große Steigerung sondern einfach konstant hohes Tempo. Km 3 wurde trotzdem etwas ruhiger, doch danach war dem Typen an dessen Füssen ich steckte auch ein Puls von 180 nicht mehr gut genug. Höher ging es, den letzten Kilometer nochmal langsam angezogen, kein Endspurt, sondern konsequent hohes Tempo hieß die Devise. Ich schwebte und war kaum spürbar. Zwischendurch erinnerte ich den Träger mal kurz an seine Jugendjahre und an seine Spikes, die er damals beim Sprint trug. Er empfand, ich bin wie Spikes für die Straße. Das gefällt mir. Zum Glück kannte Herrchen ja die Strecke schon vom letzten Jahr – da war er ja noch in fürchterlichen Tretern unterwegs – und war so auf die Runde ums Stadion vorbereitet. Die letzte lange Seite bevor es ins Stadion ging, wollte ich nochmal richtig los, so wie in Chemnitz, aber die Speicher waren wohl leer und so einigten wir uns auf Tempo halten und ein gutes Bild für die Ziellinie abgeben. Der letzte Kilometer war trotzdem der Schnellste.

Ich muss jetzt wohl nicht mehr erwähnen, dass wir natürlich eine vorbildliche Figur hingelegt haben – okay einem Kollegen ist das Glitzer im Schnürsenken auch komisch aufgefallen (ist halt komisch mit dem Unisex) – und vor allem, dass wir natürlich wieder mal eine Bestzeit, die gerade mal 1,5 Wochen alt war, pulverisiert haben – von 21:17 auf 20:36. Hab ich gut gemacht und Herrchen natürlich auch.

Mal sehen, wann ich wieder Ausgang habe. Er meldet sich jetzt auch für einen Triathlon an, aber nach seinem Helferengagement immer noch ganz sacht und erstmal als Staffel – er läuft. Ich sehe meine Chance. Am 9.7. ist es soweit, vielleicht darf ich aber auch schon ein paar Tage vorher zum Halbmarathon ran – das ist aber noch nicht sicher. Ich gehe jetzt erstmal regenerieren, bei den nächsten Läufen nimmt er die schwereren Kollegen.

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4 Antworten zu Der Bestzeitenpulverisierer hatte Ausgang – Team Challenge Dresden

  1. Bernd schreibt:

    Ja, mein lieber Bestzeitenpulverisierer, ich habe einen Deiner Brüder adoptiert und auch zur Team Callenge ausgeführt. Mit ähnlich guten Ergebnis (21:04)! Ihr kommt eben aus einer tollen Familie. Vielleicht klappt es ja wieder mal mit einem Familientreffen. Ich werde mal mit Herrchen reden. 🙂

  2. SilberLäufer schreibt:

    So originell kann man Laufgeschichten auch verpacken. War schön und amüsant zu lesen. Beeindruckend allerdings deine Zeit. Herzlichen Glückwunsch!!

  3. -timekiller- schreibt:

    Also die Pulswerte kommen mir vertraut vor…
    Aber auf solche Zeiten bringe ich es noch lange nicht.
    Glückwunsch!!!

    Grüße -timekiller-

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