Stadtlauf Chemnitz oder Neues vom Bestzeitenpulverisierer

Diese Woche stand ganz im Zeichen der Regeneration. Mittwoch hatte ich mir noch einen Lauf verkniffen, da ich noch ganz leichte Überreste vom Muskelkater spürte. Donnerstag hatte ich dann einen Superlauf über reichlich 5 km der wirklich zügig war und mit dafür extrem geringem Puls. Eigentlich wollte ich Samstag auch noch laufen, aber das hatte sich dann alles nicht so richtig ergeben und so habe ich also weiter regeneriert.

Gestern abend fing es an zu regnen und ich hoffte nur, dass es früh dann wieder aufgehören würde und das tat es auch und somit war bestes Laufwetter. Kühl und pollenfrei. Auf dem Weg nach Chemnitz merkte ich, dass ich mir gar keine Playlist zusammengestellt hatte – also würde ich heute mal ohne Musik laufen. Die 5 km starteten schon ziemlich früh um 9:30 Uhr und so war das Personal als ich mir meine Unterlagen um 8 Uhr abholte wohl auch noch nicht so richtig wach. Man muss ja aber auch nicht unbedingt freundlich empfangen werden, solange sonst alles funktioniert und das tat es. Ich fand die Gegebenheiten vor Ort deutlich besser als es im Herbst in Leipzig war und obwohl davon nix in der Ausschreibung stand, hätte man im Stadtbad Chemnitz auch noch Duschen gehen können.

Das Umziehen und Einlaufen zog ich ziemlich weit hinaus, da es doch noch frisch war und ich nicht wieder abkühlen wollte. Beim Einlaufen gefiel mir nicht so richtig, was ich da gesehen habe, denn die ersten paar hunderte Meter gingen über Fusswege und jede Menge Bordsteine und Co. Naja, ich hatte mir eh nix so richtig vorgenommen. Eine neue Bestzeit würde es wohl auf jeden Fall werden, die alte stammte schließlich noch aus der Zeit vor dem Marathontraining und ich hatte die ja schon deutlich bei der Zwischenzeit beim 10 km Lauf unterboten. Beim Brooks Paceproheten sagte ich eine 22:40 voraus.
Dann also Umziehen, die Bestzeitenpulverisierer (Brooks T7 Racer) an die Füsse, Einlaufen und dann zum Start. Dort drängelt ich mich noch in das vordere Viertel.

Startschuss. Nicht gleich Überpacen, aber auch nicht bummeln, 5 km sind ja nicht weit. Jeder Puls der unter 175 ist, ist für die ersten 2-3 km okay (unter 165 wäre bummeln) danach ist es egal. Die Geschwindigkeitsangabe auf der Pulsuhr kann man vergessen, die ist wohl massiv durch die Häuser und nassen Bäume beeinflusst und springt wunderbar hin und her. Bei 2 km sehe ich zum ersten und einzigen Mal ein Kilometerschild und ich bin sehr gut dabei, habe aber trotzdem das Gefühl, dass ich es nicht übertrieben schnell angehe. Ab da beginnt eigentlich auch schon das Einsammeln. Ich schnappe mir einen nach dem anderen, achte noch ein bisschen auf saubere Technik und bin da gleich immer noch ein Stück schneller. Den Getränkestützpunkt ignoriere ich – gute Gelegenheit mir gleich 4 Leute auf einmal zu schnappen. Immer weiter vor geht meine Reise. Die Leute laufen ein schönes gleichmäßiges Tempo, aber ich bin schneller und kann mich nach und nach ranziehen. Die nächste Frau vor mir geschnappt, jetzt sehe ich noch eine ca. 30 m vor mir. Die will ich noch schnappen, dann bin ich zufrieden. Stück für Stück kämpfe ich mich ran, aber es ist schon hart. Mein Puls ist bei über 180, aber ich fühle mich gut, versuche mich aber nicht zu schnell ranzukämpfen. Irgendwann habe ich sie. Sie ist überrascht, hängt sich an mich, will kontern, aber ich ziehe an, sie zieht an, ich ziehe an – wir steigern uns so immer weiter vorwärts und schnappen noch ein paar Leute. Als ich die Abzweigung zur Zielgeraden sehe, gibt es kein Halten mehr, jetzt alles fliegen lassen und ich lasse sie einfach stehen. Schnappe mir noch ein paar Leute, kurz vorm Ziel noch ein paar Anfeuerungsrufe und dann durchs Ziel. Sehr schön, hat Spaß gemacht. Schon vorbei – schade. Was habe ich eigentlich für eine Zeit? Ich habe beim Zieleinlauf gar keine Uhr bemerkt. Laut Pulsuhr 21:19 – cool. Ich bin zufrieden und es ist irgendwie schade, dass es so schnell schon wieder vorbei ist.

Ich ziehe mich um, packe meine Sachen und mache mich auf dem Weg ins Erholungsbad. Zum Verweilen ist das Wetter doch ein bisschen ungemütlich. Als ich losgehe, erfolgt gerade der Start für 10 km und HM. So ein ganz klein wenig Lust hätte ich schon, jetzt noch gleich einen 10er hinzulegen, aber ich soll es ja nicht übertreiben, schließlich bin ich letzte Woche erst Marathon gelaufen. Whirlpool, Sauna und Kneippbad sind sehr angenehm.
Wettkampf macht Spaß und so überlege ich schon, ob ich statt Lauftreff nächsten Sonntag doch noch den Elsterlauf mitmache. Naja, mal sehen.

Als ich zu Hause angekomen in die Ergebnislisten schaue, ärgere ich mich schon ein bisschen, obwohl ich mich auch freue. Ich bin Zweiter in meiner AK geworden (von 24) und mir fehlen nur 3 Sekunden auf den ersten, die wären schon noch irgendwie drin gewesen. Aber es gibt sowieso keine AK-Preise, trotzdem schön. Gesamt bin ich 57/319 geworden – auch sehr okay. Man muß wohl aber dazu sagen, dass der Großteil eher auf 10 km und der HM-Distanz unterwegs war.

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