Frühling?

Es ist schon böse, da hämmert in so eine gute Woche und gute Laune auf einmal so eine Naturkatastrophe und evtl. sogar nukleare Katastrophe rein. Aber darüber will ich mich jetzt nicht auslassen, ich hoffe, es geht alles halbwegs gut ab. Zurück zum Laufen.

Zum Glück stand am Mittwoch nur ein kurzer knapp 5 km langer Lauf an, denn ich musste beruflich zur ITB nach Berlin und da hieß es 8 Uhr losfahren. Also hatte ich mir den Wecker auf 6 Uhr gestellt um meinen Lauf noch im Morgengrauen absolvieren zu können, denn nach so einem Messetag hätte ich bestimmt keine Lust mehr gehabt und dunkel wäre es auch schon. Auf dem Lauf habe ich wieder das Brooks Thermoshirt getragen und es war gut. Der Lauf selbst eher Standardprogramm, aber wenigstens etwas Lauf-ABC eingebaut.

Am Donnerstag stand Lauftreff auf dem Programm, da man dort – zumindest bei denen in der Woche – aber kaum auf die – laut Plan vorgegebenen – 10 km kommt, dachte ich mir, mache ich doch meinen Trainingslauf früh und abends beim Treff laufe ich ganz gemütlich aus mit den Langsamsten die kleine Runde. Soweit der Plan.

Den Lauf am Morgen habe ich nach unklarem Start dann einfach etwas zügiger absolviert. Er startete übrigens wieder zeitig, hatte schon wieder um 9 Uhr einen Termin. Noch etwas unter MRT und in einem Pulsbereich der dafür wunderbar in Ordnung ist. Ich bin echt gespannt, wie es sein wird, wenn es in dem Tempo über die 42 km geht. Gelaufen bin ich mit den Defyance4 und ich muss sagen, sie gefallen mir von Lauf zu Lauf besser. Auch dieses Schwere-Schuh-Gefühl ist nicht mehr da und ich geniese den Dämpfungskomfort. Während des Laufs entscheide ich auch, meinen langen Lauf am Sonntag mit dem Schuh zu laufen.

Am Abend dann zum Lauftreff. Das ist das erste Mal, dass ich an einem Tag zweimal laufe. Letzten Sonntag bin ich zwar auch in Eilenburg gelaufen und dann in Dresden ausgelaufen, aber das war noch irgendwie im Zusammenhang. Jetzt sind es echt zwei Einheiten.
Ich mag die neuen Brooks Tights – sie fühlen sich wunderbar an und sitzen einfach perfekt. Schade, dass mein Infiniti-Shirt gelb ist, die Tights aber Orange abgesetzt. Das Schwarz/Orange der Tights passt perfekt zum Schwarz/Orange meiner Nike Lunarglides, deshalb gibt es beim Lauftreff Markenbruch, aber kein Stilbruch 🙂 Es sind diesmal ziemlich viele gekommen. Der Organisator erklärt noch ein bisschen die möglichen Wege und sagt noch was von ein paar schnelleren Metern und so, wo ich nur denke – nö hatte ich schon, ich will doch heute nur ganz gemütlich quatschend mitlaufen. Irgendwie bin ich aber schon wieder an der Spitze des Feldes. Dann kommt Bernd neben mich. Wir kennen uns bis jetzt nur über Facebook und ich freue mich, mit ihm endlich mal live eine Runde zu drehen. Ich schaue zwar nicht auf die Uhr, aber wir sind gefühlt nicht ganz langsam unterwegs. Es finden sich noch zwei Leute zu uns, also denke ich mir, dann halt doch wieder etwas flotter. Das Tempo zieht an. Wir unterhalten uns und es ist schön sich mal so auszutauschen. Ich schlage den Weg vor, alle folgen. Von den anderen beiden oder ist es mittlerweile schon nur noch einer hört man kein Wort. Das Tempo zieht an. Ich stelle die Unterhaltung ein. Ich versuche so ökonomisch wie möglich zu laufen, damit fällt es mir leichter das Tempo zu halten, was aber nur zur Folge hat, dass das Tempo anzieht. Oh, Mist, warum war ich heute früh laufen? Wir sind wohl nur noch zu dritt, so ganz bekomme ich das auch nicht mit. Der Dritte schnauft aber zumindest noch deutlicher als ich. Bernd erzählt mir was von dem Lauf auf dem Malerweg und das er da der Bremsklotz war. Ich fühle mich bestätigt, in meiner Entscheidung dort nicht mitgelaufen zu sein, da mir die anderen Läufer doch deutlich stärker sind und das nicht gut ist. Abzweig. Kleine Zusatzrunde. Ich glaube, der Dritte wäre froh, wenn ich direkt den Heimweg angetreten hätte. Wir reduzieren aber wieder etwas das Tempo und unterhalten uns auch wieder. Es bleibt aber zügig. Ich sage, dass ich es schon ziemlich zügig finde, Bernd erzählt mir was davon, dass das so ungefähr sein HM-Tempo ist. Upps. Wenn ich so auf meinen Puls schaue, hat er aber recht. Den Halbmarathon kann man ja wohl an der Schwelle laufen. Meine ist/war (im Oktober) bei 164, ich laufe gerade bei 162/163, aber dieses Tempo einen Halbmarathon durchzuhalten – das kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Wenn ich das aber schaffen würde, dann wäre es eine Traumzeit.
Die Zusatzrunde ist geschafft, wir steuern Richtung Ziel an. Noch ein reichlicher Kilometer. Wir werden wieder schneller. Der Dritte bleibt zurück und bindet sich die Schuhe – ich glaube, er kann nicht mehr und das ist eine kleine Ausrede. Ich finde das zwar im Lauftreff irgendwie fies, jemand zurückzulassen, aber es baut mich auch auf, dass ich scheinbar wirklich so schlecht nicht drauf bin und auch andere Engagierte (er hat ja schliesslich bis hier durchgehalten) zurückbleiben. Ich versuche wieder so ökonomisch wie möglich zu laufen, ich ziehe mit, er zieht mit, wir steigern und steigern und steigern. Auf den letzten 200 m der Allee lasse ich ihn ziehen, auch wenn ich noch weiter mitmachen würde, er könnte wohl noch mehr. Ende der Allee – Tempo raus, in 200 m sind wir da. Ich will über die Straße zum Ziel, er fragt, ob wir schon Schluss machen wollen. Ich sage, ich für mich ja, ich hatte auch schon heute morgen und gestern, er weder heute noch gestern. Im Ziel Wasser in den Mund und Bäche von meinem Kopf auf den Boden – soviel zum Thema „ruhig auslaufen“. Aber es tat gut und ich freue mich mit Bernd die 7,6 km so hinter mich gebracht zu haben. Gern wieder.

Freitag war Ruhetag, den ich mir wohl auch verdient habe. Heute standen dann 8 km auf dem Progamm. Als ich aufstehe sagt mir das Thermometer 3°C – bäh! Es soll doch so ein toller und warmer Tag werden, da will ich nicht bei 3°C evtl. noch frieren. Nebenbei packt mich gerade der Aufräumwahn – das stand ja sowieso auf dem Programm für heute. Also ziehe ich das vor, frühstücke gemütlich und dann gehe ich laufen. Das Aufräumen geht so echt ziemlich flott, ich muss mich regelrecht zwingen endlich zu frühstücken. Und dann breche ich nach der erledigten Arbeit kurz vor 11 Uhr bei mittlerweile 10°C auf. Ach das ist herrlich. Ich laufe im niedrigen Pulsbereich und versuche aber technisch sauber und mit langen Schritten zu laufen. Das gelingt mir ziemlich gut und ich habe richtig Lust auf meinen langen Lauf morgen, auch wenn das wieder ziemlich heftig werden wird.

Nach dem Mittag geniese ich dann das schöne Wetter – bunt bekleidet mit meinem blauen Brooks Run Happy T-Shirt um meinem leuchtend grünen Hoodie (so hätte ich mich früher nicht vor die Tür gewagt – das ist ja gar nicht schwarz) – bei 30 km auf dem Rad. Das tut gut. Und ohne Pulsuhr und ohne GPS, einfach nur so rumfahren. Ich bin erstaunt, wie gut es läuft. Ich überlege mir nicht nur einen neuen Reifen zu kaufen (der Hinterreifen ist totale Glatze), sondern mir auch eine heftigere Übersetzung zu gönnen. Ich geniese die erste Ausfahrt des Jahres und bin überrascht, wieviel Auswirkungen man von dem Winterhochwasser noch mitbekommt – da liegen sogar noch Sandsäcke! Als ich dann irgendwann auf die Uhr schaue, denke ich, dass ich doch gar nicht so schnell bin wie gefühlt. Aber ich bewege mich ja auch mit einem Tempo, bei dem ich noch nicht schwitze und zumindest diese Grenze dürfte hochgesetzt sein. Irgendwie bin ich schon Zahlenfreak. Bei der Idee mal wirklich barfuss zu laufen stört mich ja auch am meisten, dass ich dann wohl keine Aufzeichnungen über dieses Training habe. Ich überlege ernsthaft mir den Nike-Chip per Gaffa direkt auf die Haut zu kleben.
Und weil ich von den Zahlen nicht lassen kann, habe ich nochmal geschaut, wie schnell ich vorletzten Sonntag war und will morgen meine 33 km auch schneller als das letzte Mal absolvieren.

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Eine Antwort zu Frühling?

  1. Bernd schreibt:

    War ein schöner Lauf mit Dir, geplant war der Temposteigerungslauf allerdings nicht. Das hat sich einfach so ergeben. Ich könnte mir auch mal eine lange Einheit mit vorstellen. Da fehlt mir bis jetzt noch die Motivation, das alleine anzugehen.

    Bernd

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