Alles richtig gemacht

Meine Einheit gestern habe ich nicht übertrieben. Es ging nochmal mit den Defyance4 raus – voll der Gegensatz zu den T7 Racer. Am Nachmittag dann noch Erholung und Muskeln lockern im Whirlpool und dann zeitig ins Bett.

Heute früh bin ich dann gegen 8 Uhr Richtung Eilenburg aufgebrochen. Auch nach den fast 1,5 h Fahrt war das Thermometer nur von -1° auf 0° Celsius geklettert. Ich hätte gern wenigstens 4 oder 5 Grad.
Naja, egal – wenigstens ist die Sonne da und da sollte es in der Sonne zumindest okay sein. Habe noch einen voll günstigen Parkplatz zwischen Start/Ziel und Umkleide/Duschen gefunden. Da störte es auch nicht, dass es keine Kleiderabgabe gab und ich die Sachen im Auto gelassen habe.
Startunterlagen abholen – he für die 6 EUR gab es sogar noch einen Thermobecher als Geschenk und dann warten. Ein bisschen Umschauen und schön in der warmen Sonne bleiben. Mal kurz bei Dusche/Umkleide/WC vorbeischauen und dann irgendwann so langsam zum Umziehen gehen – die ersten 5 km Läufer kamen gerade in reichlich 16 Minuten ins Ziel. Okay, also Klamottenwahl – die Sonne scheint ja doch ganz gut zu sein und beim Laufen wird mir auf jeden Fall warm, also keine Jacke! Unten gab es die neuen Tights – von Brooks kam gestern ein weiteres Päckchen an – und oben das Brooks Nightlife-Shirt. Zum Einlaufen tauschte ich das aber nochmal gegen das auch neue Brooks Shirt aus. Das ist nämlich ideal für kälter als 5°C.
45 Minuten vor dem Start starte ich zum 3 km Einlaufen. Z.Z. ist kein Rennen also laufe ich einfach den 2 km Rundkurs ab. Beschuht mit den Nike Lunarglide+. Eh ich laufe viel zu schnell ein, langsamer! Noch langsamer! Die zweite Runde halbiere ich und trabe zum Auto. Mir ist ideal warm – bin gerade dabei mit dem Schwitzen anzufangen. Shirt tauschen und da die Strecke schön eben und asphaltiert ist und ich ein gutes Gefühl habe, entscheide ich mich die Schuhe zu wechseln und mit den Brooks T7 Racer anzutreten. Es sind noch reichlich 20 Minuten bis zum Start. Jetzt nicht mehr viel machen, aber auch nicht rumstehen und abkühlen. Ich mache noch 3 kurze Sprints – und bin schon wieder hin und weg von dem Schuh. Kurz vor dem Start treffe ich noch einen Bekannten (der verletzungsbedingt pausiert) und die schnelle Läuferin (Juliane) aus dem Lauftreff. Mal sehen, wann sie mich überrundet. Aber ich will mich jetzt lieber einreihen – nicht so weit hinten (es gibt nur Brutto-Zeiten), aber auch nicht ganz vorn. Ich spiele noch ein bisschen mit der Technik rum – habe Angst, dass die in Standby geht – als auf einmal der Startschuss ertönt – gar kein Runterzählen wie bei den 5 km oder hatte ich was verpasst?

Okay, also los. Ich versuche langsam loszulaufen, aber auch nicht zu langsam. Ich will nicht den Hintermännern/-frauen ein Bremsklotz sein, aber mich auch nicht von den Speed-Leuten mitreißen lassen. Meine Pulsuhr funktioniert wunderbar – ich hatte ja etwas Bedenken, dass sie sich mit anderen stört und ich dann wie beim Borsberglauf letzten Oktober keinen aktuellen Puls sehe. Blick drauf – okay ich laufe unter 5’00“ und mein Puls ist auch nicht zu hoch. Ich hatte mir vorgenommen die ersten 5 km mit einem Puls zwischen 164 (meine Schwelle) und 170 zu laufen und dann evtl. etwas zu steigern. Der 10km-Lauf letzten September in Leipzig als ich viel zu schnell angegangen bin und dann ab der Hälfte fast nicht mehr konnte und reihenweise die Leute vorbei sind war mir eine Lehre. Gleichzeitig wollte ich aber auch neue Bestzeit und da konnte ich nicht bummeln. Beim ersten Kilometer stand irgendwas von 4’30“ auf der Uhr – auweia, aber ich fühle mich auch gut. Also auf keinen Fall beschleunigen, eher etwas ruhiger! Klappt auch, der zweite Kilometer endet bei 4’45“ – ist aber eigentlich immer noch zu schnell. Mein Puls springt auch öfter über 170 – aber ich fühle mich nach wie vor gut dabei, also bleibe ich in dem Bereich. Ich schaue auch ab und an auf die Speed-Angabe der Uhr (leider ist die sehr ungenau) und wenn da mal eine 5 auftaucht, ziehe ich schon etwas an. Bei einem Puls von 174 wird aber wieder gebremst, aber insgesamt reguliere ich gar nicht so viel, sondern finde einen ziemlich gleichmäßigen Speed. Kurz vor Ende der zweiten Runde passiert es – ich werde vom Führenden überrundet. Krass, wenn man den vorbeifliegen sieht, aber egal, ich laufe mein Tempo und ich laufe gegen mich und ich bin gut drauf! Die Hälfte des Rennens geht fast unbemerkt vorbei, da es mitten auf der Runde ist und nicht im Start-/Zielbereich. Ich traue meinen Augen kaum 22’50“ – also so ganz nebenbei auch meine 5 km Bestzeit unterboten. Ich bin bestimmt zu schnell, ich breche irgendwann ein, aber ich fühle mich doch gut. Am Ende der dritten Runde merke ich so langsam die Belastung, aber ich habe ja schon mehr als die Hälfte! Kurz vor km 7 passiert es – ich überrunde Leute. Das motiviert. Weiter. Und dann kurz vor Ende der vierten Runde passiert es – ich traue meinen Augen kaum. Juliane kommt in mein Blickfeld. Verletzt? Übernommen? Das kann doch nicht war sein. Ich merke, wie es mich vom Kopf hinzieht, aber ich bremse mich, trotzdem steigt mein Puls allmählich – 175. Aber jetzt geht es auch in die letzte Runde, da darf ich ja auch, richtig anziehen will ich aber erst auf dem letzten Kilometer. Kurz vor Kilometer 9 passiere ich Juliane – ein Blick, sie sieht mich nicht und die kurzzeitige Idee, sie etwas mitzuziehen erübrigt sich somit. Ich lasse immer mehr Läufer hinter mir und kaum jemand überholt mich. Das tut gut. 176, 177, 178 – es wird anstrengend, aber geht irgendwie noch. Kurz vor der letzten Biegung ist mir der Puls egal, jetzt heißt es Endspurt. Auf der Hälfte der Zielgeraden denke ich – aua das war zu früh – aber egal, es heißt Durchziehen, ich schnappe mir noch ein paar Läufer und jeder vor mir ist das nächste Ziel.
Ziel. Ich sehe auf die Uhr, irgendwas unter 46 Min. – Hammer. Und noch viel besser oder auch nicht (weil hätte ja noch schneller gehen können) – ich komme im Ziel noch zurecht. In Leipzig damals war ich fix und alle und kurz davor mich zu Übergeben. Diesmal ist alles okay, ich lasse mir meine Startnummer (gleichzeitig Zeitnahmechip) abmachen und greife zum Tee. Der schmeckt gut, also noch einer und noch einer. Ich kann es immer noch nicht fassen – ich wollte meine alte Bestzeit (50’20“) brechen und hoffte, ich mache das nicht nur ganz knapp sondern komme unter 50 Minuten. Mehr hatte ich überhaupt nicht überlegt, da ich in Leipzig völlig am Ende war und fast die ganze Zeit über 180 Puls lief und jetzt das.

Durchatmen. Langsam fängt es an frisch zu werden. Also schnell zum Auto Sporttasche geschnappt und ab zu den Duschen. Auf dem Weg dahin sehe ich einige sich auslaufen – Mist da war ja noch was. Egal, bei so einer Zeit kann ich auch sündigen und darauf verzichten. Duschen – echt top die Duschen in der Schulsporthalle – und was warmes anziehen und dann nochmal schauen, wie meine Zeit genau ist. Die Listen sollten eine halbe Stunde nach dem Wettkampf aushängen. Vor den Listen ist Andrang, endlich habe ich etwas Platz und finde meine Zeitregion und dann auch meinen Namen – 45:38 Min – Herz was willst Du mehr. Das bedeutet: Gesamt 157/386, Männlich 142/278 und 24/36 in der AK. Cool – wo ich doch dachte bei dem realtiv schnellen Lauf eher zum letzten Fünftel zu gehören.

Glücklich steige ich ins Auto und fahre nach Hause. Ist euch was aufgefallen? – Kein Wort von irgendwelchen Problemchen oder Wehwehchen – gab es auch nicht. Knie, Muskeln – alles wunderbar.
Auf dem Rückweg beschließe ich, in Dresden noch das Auslaufen nachzuholen. Das ist echt komisch. Zeit und Puls sind total durcheinander. Das man dafür wieder das richtige Gefühl bekommt und halt wirklich durchatmet – dafür ist das Auslaufen wohl auch wichtig.

In der Wochenbilanz war das – wie im Marathonplan auch vorgesehen – eher eine ruhigere Woche, aber gleichzeitig auch eine Speedwoche. Durch die langsamen Abschnitte dabei kommt das in den Zahlen gar nicht so deutlich raus.
Wochenbilanz: 5 Trainings, 4:27:20 h, 48.79 km, Durchschnittsgeschwindigkeit: 5’29″/km, 3306 kcal, Durchschnittspuls 156

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6 Antworten zu Alles richtig gemacht

  1. -timekiller- schreibt:

    Prima, Glückwunsch zur PB! Das Training trägt Früchte… Der Marathon kann alos kommen.

  2. Daniel schreibt:

    Wow, tolle Zeit. Mein Glückwunsch dazu. Wenn du weiter so im Plan bleibst, kann ja beim OEM fast nix schief gehen. Ich denke wir sehen uns bei Start in Königstein und wenn du wartest auch im Ziel 🙂

    • Ralf schreibt:

      Danke. Vor dem Marathon habe ich nach wie vor einen Heidenrespekt, schließlich werde ich vorher noch nie soweit gelaufen sein und dann auch noch schneller als im Training. Wenn ich mit dieser 10km-Zeit so einen tollen Zielzeitenrechner bemühe und dort was von 3h 33 Min lese, dann könnte mein Traum von den sub4 doch wahr werden. Aber gestern paßte auch alles wunderbar.
      Ich besetze ich Ziel in der Zwischenzeit dann die Massageliege 🙂

  3. Daniel schreibt:

    Übrigens, du mußt noch deinen Header 2x ändern! :-))

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