Leben leben

Für den Artikel-Titel hatte ich ein paar Ideen, „Leben ändern“, „Leben geändert“, „Laufen verändert“,… – alles das steckt für mich dann hinter dem (schon fast Fazit) „Leben leben“.
Bei den „1000 Kilometern“ klang es schon ein bisschen an, bei mir hat sich einiges geändert. Und begegnete mir heute wieder das berühmte Zátopek Zitat „Wenn du laufen willst, dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“ Es ist schon krass, wenn man sich mal selbst beobachtet, was mit einem passiert.

Heute früh z.B. -13 Grad, alle schimpfen, aber ich gehe laufen und geniese es. Den Sonnenaufgang (auch wenn durch Häuser gestört) zu erleben ist wunderbar. Wenn ich die dampfende Elbe sehe, ärgert es mich mal wieder ohne Kamera unterwegs zu sein. Aber gleichzeitig erlebe ich da auch Momente die mir keiner nehmen kann. Meine Gedanken, warum mein rechtes Knie auf einmal schmerzt und ob es doch vielleicht nur zu kalt für das Gelenk ist und ob es morgen wieder besser ist, die hatte ich vor dem Laufen allerdings auch nicht. Dafür war ich öfters ziemlich fertig, wenn ich zum Fotografieren einen Berg bestiegen habe, worüber ich heute nur noch müde lächeln kann – allerdings besteige ich auch nicht mehr so oft einen Berg zum fotografieren. Ja, ich gebe zu, mein Fotohobby leidet.
Von meiner Umwelt gibt es manch unverständliche Reaktion – ich gebe zu, der Wandel vom Sportmuffel zum Marathonstarter ist für die Bekannten schon heftig.

Frühstücken – längst Gewohnheit, mittlerweile schmeckt mir sogar Müsli richtig gut. Oh, was habe ich da früher für Lästereien und Ekel-Ausrufe abgelassen. Die Salat-Schüssel zum Mittag längst Selbstverständlichkeit und auch abends noch etwas zu mir zu nehmen und seit einiger Zeit auch noch ausgewählt und gesund wird mehr und mehr zur Routine.
Okay, der Abbau der Alkoholmengen geht langsamer voran. Und wenn ich den Marathon nicht unter 4 Stunden finishe wird es darauf geschoben.

Aber zurück zur Überschrift. Es ist nicht nur das. Über das Laufen und das bewußte Umgehen mit mir und meiner Zeit, lese ich auch wieder mehr und das tut mir wahnsinnig gut. Sehe manche stressigen Dinge aber gar nicht mehr so stressig. Ich lebe einfach z.Z. anders als noch vor einem Jahr, aber das ist wohl auch immer im Leben so.
Ich lebe einfach mein Leben.
Und gerade fühle ich mich dabei richtig gut.

Aber es gibt auch ganz handfeste kleine läuferische Probleme (in Anknüpfung meines letzten Artikels): Mit welchen Schuhen laufe ich meinen Marathon?
Eigentlich ist das gar nicht sooo schwer, weil, mit den ersten Laufschuhe laufe ich ihn nicht, weil die völlig falsch für mich waren. Mit den Trailschuhen eigentlich auch nicht, weil die zu schwer sind und ich dafür auch keine Trailschuhe brauche – aber die haben auch eine gute Dämpfung, also evtl. doch, weil es ja so weit ist? (Wobei ich heute mal 2 km nur auf dem Vorfuss gelaufen bin und richtig begeistert von Gefühl und Geschwindigkeit war) Also bleiben nur noch meine geliebten Nike Lunarglide+ (mit denen ich neu durchstartete und endlich wieder beschwerdefrei laufen konnte), die aber dann wohl schon über 1000 km auf dem Buckel haben oder mit ein paar neu eingelaufenen Lunarglide 2? Ich fände es ja schön, mit DEM Paar meinen Marathon zu laufen, aber ich habe echt ein bisschen Bedenken, weil die dann so langsam dem Ende ihres Laufschuhlebens zugehen. Bei neu einzulaufenden Lunarglide hätte ich dann noch die Wahl zwischen meinem Weihnachtsgeschenk und meinen Individuellen (bei denen ich gerade die Mail bekommen habe, dass sie unterwegs zu mir sind). Die Individuellen werden es aber wohl nicht werden, die hebe ich mir als Belohnung nach dem Marathon auf.
Wahrscheinlich wird das eh Wurscht sein. Ich weiß aber zumindest mit welchen Socken ich nicht laufen werde, denn mittlerweile kann ich reproduzieren mit welchen Socken ich eine kleine Mini-Blase bekomme und darauf habe ich dann keine Lust.

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4 Antworten zu Leben leben

  1. ultraistgut schreibt:

    Dein sportlicher Werdegang gefällt mir richtig gut, ich wünschte, noch viel mehr Menschen täten dir gleich, um in den Genuss zu kommen, von dem du gerade schreibst.

    Was die Schuhe beim Marathon betrifft, würde ich dir von einem Trail–Schuh abraten, viel zu schwer – je leichter umso besser. Den Lunarglide trage ich schon zum zweiten Mal, ich bin höchst zufrieden mit ihm und kann ihn nur empfehlen.

    Auch wenn du deinen alten, gut eingelaufenen bald den Hasen geben wirst, es ist gut, mit gewohntem Material auf die Strecke zu gehen, als mit neuem, unbekanntem.

    Wo wirst du Marathon laufen und wann ?

  2. Ralf schreibt:

    Das neue Material wäre ja auch bekanntes Material – ist ja fast das gleiche Modell und ein paar Läufe würde ich vorher schon damit bestreiten. Aber es ist ja noch ein bisschen Zeit.

    Mein Marathon ist am 8.5. der Oberelbemarathon.

  3. ultraistgut schreibt:

    Den Oberelbemarathon bin ich auch gelaufen, was mich daran ein wenig “ störte “ : ewig geradeaus, und es war sehr, sehr warm, die Ankunft in Dresden allerdings fand ich sehr schön !

  4. Ralf schreibt:

    Ja, geradeaus geht es schon, aber es geht auch von A nach B und nicht von A nach A und das finde ich schön. Außerdem mag ich die Elbe, sie begleitet mich ja fast bei jedem Lauf. Ich hoffe nur an dem Tag kommt der Wind aus der richtigen Richtung – die ganze Zeit gegen den Wind laufen, das wird glaube ich ziemlich zermürbend.

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