Losgelaufen

Als ich heute früh aufwache merke ich, dass das Erklältungsbad gestern zwar gewirkt hat, aber sich da schon was ankündigt. Meine Mandeln sind wohl dick.
Und nun? Heute ist doch Lauftag. Wenn man krank ist, soll man nicht laufen. Aber bin ich wirklich krank? Wenn ich heute nicht laufe und es mir morgen besser geht, könnte ich ja dann auch bei meinen Eltern laufen – den ganzen Heilig Abend nur rumsitzen ist doch auch blöd. Aber wird das wirklich was? Außerdem – ich will jetzt.
Ich überlege hin und her. Irgendwann habe ich die Lösung, ich lasse Fakten sprechen. Als Asthmatiker messe ich einfach meinen Peak-Flow und wenn da alles in Ordnung ist, dann geht es los. Meine Werte sind wunderbar – ich bin also nicht krank.
Noch schnell Wetter und Temperatur checken, Kleiderauswahl treffen und los geht es.

Bei den Wegeverhältnissen laufe ich erstmal Richtung Innenstadt. Schon wieder zur Waldschlösschenbrücke will ich nicht – hatte ich am Dienstag schon gesehen beim Lauf in meinem Gewinn, den Brooks Laufsocken. Also nur kurze Runde, weil ich ja doch evtl. etwas krank bin? Oder meine Brückenrunde (Flügelwegbrücke – Marienbrücke) andersrum? Oder ganz was anderes? Wieso geht das eigentlich heute mit der Herzfrequenz nicht? Sensor ab, Sensor dran – kein Signal – blöde Uhr, wieder und wieder – irgendwann gebe ich auf. Also was jetzt, die Innenstadt kommt näher? An der Marienbrücke mache ich vorbei und entschließe mich, zumindest keine kleine Runde zu machen und die Augustusbrücke zu queren. Am Ende der Brücke bin ich schon beim rechts abbiegen auf meine normale Runde, da sage ich mir, nö, ich kann doch nicht immer das Gleiche machen, ich muss mal was neues ausprobieren. Also geradeaus weiter, vorbei am Schloss und dann Richtung Albertbrücke. Als ich am Weihnachtsmarkt, am Rathaus und Hygienemuseum vorbei bin, beschließe ich – ich merke nix davon, dass ich krank wäre – die Runde bis zum Blauen Wunder auszudehnen. Ein Berg wäre mal nicht schlecht – nicht, dass ich nächstes Jahr beim Borsberglauf wieder so überrascht werde, wie anstrengend doch so ein Berglauf sein kann. Also weiter quer durch den großen Garten – dort treffe ich jede Menge Läufer, im Gegensatz zu den Elberadwegläufern grüßt dort aber nicht ein einziger. Meine Pulsuhr meldet sich auf einmal und es gibt wieder Signal – sehr schön. Von dort so langsam Richtung Blaues Wunder, fast an Arbeit vorbei, aber noch schnell rechts abbiegen durch den Waldpark. Im Waldpark dann ein Hügel – jetzt will ich aber keinen Berg – ich bin inzwischen bei KM 10 und es werden wohl so 17/18 werden. Am Standesamt passe ich auf, dass ich nicht gerade neben der Braut in eine Pfütze springe, was mir prombt einen Schneeklumpen von oben in die Schuhe rutschen lässt. Es läuft wunderbar. Ich fühle mich gut. Ich quere das Blaue Wunder, ich habe keine Lust auf das nun folgende grobe Kopfsteinpflaster, was dann bestimmt noch toll mit Schnee und Eis bedeckt ist. Ich wollte doch einen Berg, hier ist einer und ehe ich mich versehen habe, wage ich den Anstieg über die Schillerstraße zur Bautzener Landstraße. Es läuft wunderbar. Oben angekommen ist kein Fussweg geräumt und es geht lustig über tiefen teils runtergetretenen und dann wieder gefrorenen Schnee. Trail. Ab den Elbschlössern wird es wieder besser. Am Waldschlösschen wechsele ich wieder auf den Radweg. Jetzt sind es noch 5 km – die sind mir inzwischen gut bekannt. Oh, meine Runde wird ziemlich genau ein Halbmarathon werden. Wenn ich den dann richtig laufe, muss dass nur einiges schneller gehen. Ich überlege, ob ich mich für den Oberelbemarathon nicht doch schon auf die Marathon-Distanz ummelde.
Noch einen Umweg, damit es mein längster Lauf wird? Nach einem Kilometer rumstürzen auf dem eisigen von Spuren geprägten Weg, nehme ich von diesem Unterfangen Abstand. Die letzten Kilometer vergehen. Angekommen. Glücklich.

Losgelaufen und Halbmarathon gemacht – Wunderschön.

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